Suba und Nuba ist ein nubischer Schwank.Andreas und Waltraud Kronenberg (Hrsg. und Übers.): Die Märchen der Weltliteratur – Nubische Märchen. Eugen Diederichs Verlag, Düsseldorf / Köln 1978, S. 223–227, 292.
Handlung Ein Mann und eine Frau haben einen Sohn namens Mohammed und als der Mann auf Reisen geht, trägt er seinem Sohn auf, dass wenn seine Mutter ein Mädchen gebiert, er es umbringen solle. Seine geborene Schwester Fatma will der Junge aber nicht töten, also nimmt er sie mit sich, in die Wüste, wo er ihr ein Haus baut und sie ernährt. Als sie herangewachsen ist, geht sie eine Liebschaft mit einem Affen ein. Sie will nicht, dass ihr Bruder erfährt, dass sie schwanger ist, da spricht das Kind in ihrem Bauch, sie solle einen Topf mit Wasser zum kochen bringen und sich mit kaltem Wasser den Bauch einreiben. Sie kommt dem nach und das Kind fällt aus ihr heraus, packt sie an den Haaren und schreit sie an, dass sie ihm sagen solle, wo sein Onkel ist, oder es werde ihren Kopf in das kochende Wasser tauchen. Nachdem es die Antwort erhalten hat, läuft es zu seinem Onkel, wobei es unterwegs zu einem Mann heranwächst. Dieser erzählt Mohammed die ganze Wahrheit und das er Teslim heißt. Wieder zu Hause will Fatma ihren Bruder umbringen, doch Teslim zwingt sie die vergiftete Speise selbst zu essen, woraufhin sie stirbt und auch der Affe findet durch Mohammed den Tod.
Mohhammed und Teslim wandern daraufhin lange umher, bis sie sich trennen, wobei Teslim seinen Onkel vor zwei bösen Männern namens Suba und Nuba warnt, sich ein paar Haare ausreißt und sie ihm gibt, die er verbrennen solle, wenn er in Gefahr sei. Später trifft Mohhammed auf Suba und Nuba, die er um Wasser bittet. Sie aber zeigen auf einen Ochsen, der nur Wasser schöpfen will, wenn auch Mohammed mit am Schöpfrad dreht. Danach weisen die beiden Männer Mohammed an mit einem Kamel Feuerholz zu besorgen, das jedoch nur arbeiten will, wenn Mohammed die Hälfte der Last trägt und auch der Esel, mit dem Wasser vom Nil geholt werden soll gebärdet sich derart. Mohammed wird gefragt, ob er über all das böse sei, was er verneint, als er jedoch zu Essen bekommt und ein Kind darauf pisst, wird er wütend, woraufhin Suba und Nuba mit Messern auf ihn einstechen.
Allein in der Wüste verbrennt Mohammed die Haare von Teslim, der sogleich erscheint. Dieser sucht Suba und Nuba auf, wirft den Ochsen samt Schöpfrad in den Fluss und erzählt eine Flutwelle habe ihn weggespült, zündet das Kamels samt Ladung beim Holzsammeln an, wofür er einen Blitz verantwortlich macht und schneidet dem Esel Ohren und Schwanz ab, bevor er ihn in den Nil wirft. Die Ohren und den Schwanz steckt er in den Schlamm und schreit, dass der Esel versunken sei und als Suba und Nuba seine Körperteile herausziehen, meint er, dass das Tier aber schnell verfault sei. Er fragt, ob sie denn über all das böse seien und sie verneinen dies. Beim Essen aber pisst ein Kind auf Teslims Nahrung, woraufhin er es mit seiner Peitsche tötet und da werden Suba und Nuba sehr böse. In der Nacht wollen sie Teslim töten. Dieser jedoch kommt ihnen zuvor, wirft ihre schlafenden Frauen in den Nil und ihre Männer hinterher und lebt von da an mit seinem Onkel im Haus von Suba und Nuba.
Hintergrund Der Schwank wurde 1973 in Ashau (Mahas) von ‘Awaḍ Muḥammad Ḥalīl erzählt und erhielt in Andreas und Waltraud Kronenbergs Die Märchen der Weltliteratur – Nubische Märchen (Düsseldorf / Köln 1978) den Titel Suba und Nuba. Nach Stith Thompsons Motif-Index of Folk-Literature (6 Bände, Kopenhagen 1955–1958) wurde der Schwank den Motiven B 611.6: Affe als Liebhaber + T 575.1: Kind spricht im Mutterleib zugeordnet. Zusätzlich wurden AT 1000: Zornwette + 1004: Schwänze in der Erde angegeben.
Literatur Andreas und Waltraud Kronenberg (Hrsg. und Übers.): Die Märchen der Weltliteratur – Nubische Märchen. Eugen Diederichs Verlag, Düsseldorf / Köln 1978, S. 223–227, 292.
Einzelnachweise
Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Afrikanische Literatur Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Schwank Kategorie:Nubien