Eberhardschlag ist eine Ortschaft in der Gemeinde Vorderweißenbach im Bezirk Urfahr-Umgebung in Oberösterreich. Die Ortschaft hat Einwohner (Stand ).
Geographie Die Ortschaft Eberhardschlag ist Teil der Katastralgemeinde Amesschlag sowie des Zählsprengels Vorderweißenbach und umfasst Adressen (Stand ).
Die Ortschaft liegt auf einem Hügelrücken zwischen dem Gaisbach im Nordwesten, dem Finsterholzbach im Südwesten und dem Amesschlägerbach im Südosten. Etwa zwei Kilometer ostnordöstlich befindet sich der Sternstein mit der Sternsteinwarte.
Ortsname Das früheste Schriftzeugnis für den Ortsnamen lautet „Eberhartslag“ und stammt aus dem Jahr 1356, als Reinprecht von Wallsee das Amt Weißenbach mit den Dörfern Bernhardschlag, Weißenbach und Schönegg erhielt, seine Neffen Friedrich, Wolfgang und Heinrich von Walsee hingegen das Amt Leonfelden bekamen, zu dem unter anderem die Dörfer Amesschlag, Eberhardschlag und Gaisschlag gehörten.„Teilung der Herrschaft Waxenberg.“ In: Vorderweißenbach. Heimat. Geschichte. Gegenwart. 2025, S. 194. Der Ortsname geht dabei auf den althochdeutschen Personennamen „Ëburhart“ (mittelhochdeutsch „Ëberhart“) mit dem Grundwort „-schlag“ zurück.
Geschichte Im Jahr 1776 wurden die Ortschaften Eberhardschlag und Gaisschlag, die zuvor zur Pfarre Leonfelden gehörten hatten, an die Pfarre Vorderweißenbach angegliedert.Vorderweißenbach. Heimat. Geschichte. Gegenwart. 2025, S. 194 und 204 (Im Gegenzug wurden die Ortschaften Brunnwald und Ortschlag von Vorderweißenbach nach Leonfelden umgepfarrt).
Im Jahr 1938 waren in der Ortschaft Eberhardschlag ein Gastwirt, ein Holzwarenerzeuger und sechs Landwirte ansässig.Adressbuch von Österreich für Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirtschaft, Herold Vereinigte Anzeigen-Gesellschaft, 12. Ausgabe, Wien 1938, S. 576 (findbuch.at [PDF]).
Nach dem Zweiten Weltkrieg fand ein Bewohner von Eberhardschlag eine Tellermine und sprengte mit deren Pulver den Wurzelstock einer Esche, dessen Teile bis zum Pfeifenmacherhaus flogen und dort einige Dachplatten einschlugen.„Gefährliche Spielereien.“ In: Vorderweißenbach. Heimat. Geschichte. Gegenwart. 2025, S. 129. Im Jahr 1950 kam der letzte Vorderweißenbacher Kriegsgefangene, Johann Fölser aus Eberhardschlag, nach Hause.„Die ersten Nachkriegsjahre.“ In: Vorderweißenbach. Heimat. Geschichte. Gegenwart. 2025, S. 129.
In den 1970er-Jahren wurde die Telefongemeinschaft Amesschlag/Eberhardschlag gegründet, damit deren Mitglieder rascher zu einem privaten Telefonanschluss kommen könnten. Da Eberhardschlag zur Post Vorderweißenbach, Amesschlag aber zur Post Bad Leonfelden gehört, wurde die bald Gemeinschaft getrennt.Vorderweißenbach. Heimat. Geschichte. Gegenwart. 2025, S. 177. Nach Errichtung der gewünschten Telefonanschlüsse wurden die Telefongemeinschaften aufgelöst.
Infrastruktur Unterhalb von Eberhardschlag führt die Böhmerwald Straße (B 38) vorbei, die östlich nach Bad Leonfelden, Freistadt und weiter nach Niederösterreich bzw. westlich nach Vorderweißenbach, Rohrbach und Bayern führt. Im Jahr 1968 wurde ein Neubau der Güterwege Eberhardschlag, Gaisschlag und Stumpten-Spitzwies vorgenommen.Vorderweißenbach. Heimat. Geschichte. Gegenwart. 2025, S. 372.
Pfannkapelle und Kreuzweg Die Pfannkapelle wurde im Jahr 1887 westlich von Eberhardschlag am alten Kirchsteig von Gaisschlag nach Vorderweißenbach errichtet.
Im Jahr 1896 wurde der Kreuzweg von Vorderweißenbach zur Pfannkapelle eingeweiht. Bei der Renovierung des Kreuzweges im Jahr 2001 malte Pfarrer Petrus Mittermüller neue Stationsbilder auf Hinterglas nach fast 200 Jahre alten Motiven aus Buchers in Tschechien. Die Kosten für die Renovierung des Kreuzweges übernahm die Katholische Männerbewegung.„Der Kreuzweg zur Pfannkapelle.“ In: Vorderweißenbach. Heimat. Geschichte. Gegenwart. 2025, S. 240–241.
Freizeit Der 17,3 km lange Rad-Rundweg S5 Vorderweißenbacher Runde führt durch die Ortschaft Eberhardschlag.
Literatur Marktgemeinde Vorderweißenbach (Hrsg.): Vorderweißenbach. Heimat. Geschichte. Gegenwart. Der Stern im Böhmerwald. Sternstein Verlag, Bad Leonfelden 2025, ISBN 978-3-902865-25-0. Darin mit Bezug zur Ortschaft Eberhardschlag: Kapitel 3. Besitzer nach den Urbaren vom 15. bis in das 17. Jahrhundert. S. 41–48 (Autoren: Sonja und Johann Pammer), Abschnitt „1499 Eberhardsreuth Eberhardschlag (Oberhardschlag), 1615 Ebretschlag“ S. 42. Kapitel 9. Religiöse Spuren – Pfarre – Pfarrkirche. S. 191–246. Kapitel 15. Verkehrserschließung in unserer Gemeinde. S. 367–374 (Autor: Otto Kastner). Kapitel 20. Hausbesitzer von 1750–1940. S. 467–507 (Autoren: Sonja und Johann Pammer), Abschnitt „Eberhardschlag“ S. 473–474. Edmund Grabner (Hrsg.), Stefan Grasböck, Reinhard Hauer: Zeichen am Weg. Kleindenkmäler in der Marktgemeinde und Pfarre Vorderweißenbach. Arbeitskreis Kultur und Bildung des Vereins „Dorferneuerung Vorderweißenbach“, 2008, S. 110–117 (Inhaltsverzeichnis auf obvsg.at). Das Pfanngut in Eberhardschlag bei Vorderweißenbach. In: Mühlviertler Nachrichten. Jahrgang 87, 1976, Nr. 5.
Weblinks
Einzelnachweise
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