Joel Ryan (* 1945 in Danbury/Connecticut) ist ein US-amerikanisch-niederländischer Komponist, Musiker und Pionier der Computermusik auf der Grundlage digitaler Echtzeit-Signalverarbeitung.
Leben und Wirken Ryan studierte Physik und Philosophie am Claremont College und an der University of California und Musiktechnologie am Center of Contemporary Music des Mills College. Unter anderem studierte er bei Herbert Marcuse und Albert Hofstadter, bei dem Gitarristen und Filmkomponisten Jose Barroso und bei Ravi Shankar. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Lawrence Berkeley Laboratories unterrichtete er Philosophie, Physik und Mathematik.
Ab 1984 war er Mitarbeiter des Studio voor Elektro-Instrumentale Muziek (STEIM) in Amsterdam. Hier arbeitete er mit Musikern und Künstlern wie Evan Parker, William Forsythe, George Lewis, Jon Rose, Laetitia Sonami, Steina Vasulka und Jerry Hunt zusammen. Daneben unterrichtete er Sonologie am Koninklijk Conservatorium Den Haag. Er tourte mit dem Ballett Frankfurt und trat am Théâtre du Châtelet in Paris, im Concertgebouw in Amsterdam, im Pit Inn in Tokio, an der Brooklyn Academy of Music und bei The Kitchen in New York auf.
Duoprojekte realisierte er u. a. mit Frances-Marie Uitti und Joëlle Léandre, William Forsythe (Eidos: Telos), Malcolm Goldstein, Peter Evans und John Blancarte, Agustí Fernández, Keir Neuringer und Minsuk Kwan.
Werke Thin Film Music Noh-Theaterstück für Live-Elektronik und Schauspieler (1978) The Effect of Noise on the Sleep of Children für Live-Elektronik und Tonband (1979) HAT MOON JOY für Tonband und Solotänzer (1981) The Intermediary für digitalen Echtzeit-Prozessor (1981) Lovely Music 1982 Other Men's Flowers für Live-Elektronik und Tänzer (1982) Ogotemmeli, Live-Digitalelektronik (1983–84) Lina, Musik und Videoinstallation im Gemeentemuseum Den Haag (1986–88) Ogol reconstructed für Live-Elektronik (1987–88) The Number Readers, Live interaktive Signalverarbeitung, Spatialisation und Grafik (1988) Lantoon, Live interaktive Signalverarbeitung akustischer Instrumente für zwei Interpreten (1990) Enfolded Strings (mit Malcolm Goldstein), Live interaktive Signalverarbeitung akustischer Instrumente für zwei Interpreten (1992) Tasty Dishes from Waste Items, elektroakustische Musik für interaktiven digitalen Signalprozessor und Interpreten (1993) Banlieu Bleu mit Evan Parker, Joëlle Leandre, Richard Barrett und anderen (1994) Enfolded String Solo für ungespannten Stahldraht (1994) Theory of Oja’s Rule für verfremdete Violine und Perkussion (1995)
Quellen V2_: Joel Ryan Internationale Dokumentation Elektroakustischer Musik (EMDoku): Joel Ryan Artangel: Joel Ryan
Weblinks Website von Joel Ryan
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