mini|San Giacomo Maggiore San Giacomo Maggiore ist eine römisch-katholische Pfarrkirche in der italienischen Gemeinde Arco im Trentino. Sie befindet sich im Ortsteil Vigne und steht unter dem Patrozinium des Apostels Jakobus des Älteren.

Geschichte Ein dem Apostel Jakobus dem Älteren gewidmetes Gotteshaus ist erstmals in Vigne 1579 urkundlich belegt. Sie wurde noch 1636 als einfache kleine Kapelle beschrieben, mit einem einzigen Altar, der Antonius dem Großen geweiht war. In der Folge wurde der Bau zu einem unbekannten Zeitpunkt erweitert, so dass er danach etwas mehr als 5 m lang war und Platz für zwei Altäre bot. Der Hauptaltar aus Marmor war Jakobus dem Älteren gewidmet, während der alte Hauptaltar als Nebenaltar diente.Romano Turrini: San Giacomo maggiore a Vigne. S. 271–272.

Aus einer Inschrift unter dem Glockenstuhl des Campanile geht hervor, dass der Glockenturm 1797 während des Krieges zwischen Frankreich und Österreich neu errichtet wurde. Nicht überliefert ist, warum es zu dem Neubau während des Ersten Koalitionskrieges kam. Knapp vierzig Jahre später wurde beim Besuch des Erzpriesters von Arco der Zustand des Baus angeprangert. Vor allem Wasserinfiltrationen würden dem Gebäude zu schaffen machen, so dass ein Neubau auch wegen der angewachsenen Bevölkerung angeraten sei. Im Jahr 1900 wurde der Neubau in Angriff genommen, ausgenommen war zunächst das Presbyterium. Nachdem 1908 auch der Chorraum durch einen Neubau ersetzt wurde, wurden am Triumphbogen Freskenreste aus dem 16. Jahrhundert entdeckt. Die k.k. Denkmalschutzbehörde in Wien mahnte vergeblich den Erhalt der Wandmalereien an, die bei den Abrissarbeiten fast vollständig verlorenen gingen. Nur ein Bruchstück mit der Geschichte der heiligen Bona von Pisa konnte gerettet und dem Diözesanmuseum Trient zur Aufbewahrung übergeben werden. 1971 wurde der Neubau renoviert.

Beschreibung mini|Kirchenschiff mit Chor und Hauptaltar Der nach Nordosten ausgerichtete Bau liegt am Hauptplatz im Ortszentrum von Vigne. Die Fassade ist durch vier ionische Pilaster gegliedert, die einen dreieckigen Giebel stützen. Zum rechteckigen Kirchenportal führt eine kleine fünfstufige Freitreppe. Das Portal wird von einem Rundfenster überragt. Die Seitenwände, an denen sich zwei symmetrische Seiteneingänge befinden, sind mit weiteren ionischen Pilaster verziert und durch Lünettenfenster beleuchtet.

Der einschiffige nüchtern ausgestattete Innenraum ist von Tonnengewölben überdacht. Er wird durch anliegende Pfeiler in drei Joche unterteilt. Im dritten Joch öffnen sich zwei symmetrische Seitenkapellen mit rechteckigem Grundriss, denen ein Bogen in der Mitte vorangeht, ebenso wie dem auf drei Stufen erhöhten Presbyterium und der halbrunden Apsis.

Innenausstattung Der Hauptaltar aus verschiedenfarbigen Marmor stammt aus dem Vorgängerbau. Er ist ein Werk aus der Mitte des 18. Jahrhunderts und wurde von einem unbekannten Steinmetz aus Castione geschaffen. In der Nische des Altaraufsatzes steht die Marmorstatue des heiligen Jakobus des Älteren. An den Seitenwänden des Presbyteriums befinden sich zwei Bilder des Künstlers Roberto Iras Baldessari (1894–1965). Sie zeigen die Wundersame Brotvermehrung und das Abendmahl in Emmaus und wurden wahrscheinlich nach 1945 geschaffen, als sich der Maler bereits dem Futurismus abgewandt hatte.Sara Retrosi, Chiara Tozzi (Hrsg.): Guide del Trentino. Valle dei Laghi e Alto Garda: storia, arte, paesaggio. S. 180.

Im linken Seitenaltar befindet sich ein bemalter Holzaltar aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Die Pala ist eine Arbeit eines Trentiner Künstlers und kann auf die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts datiert werden. Sie zeigt die Muttergottes und Jesus in Herrlichkeit mit Jakobus den Älteren, den heiligen Fabian, Antonius den Großen und Johannes dem Täufer zu ihren Füßen.Sara Retrosi, Chiara Tozzi (Hrsg.): Guide del Trentino. Valle dei Laghi e Alto Garda: storia, arte, paesaggio. S. 179.

An der Innenseite der Fassade stehen auf zwei Sockeln die Figuren des Jakobus des Älteren und Antonius des Großen. Sie sind das Werk eines unbekannten Holzschnitzers.Romano Turrini: San Giacomo maggiore a Vigne. S. 273.

Brauchtum Am 25. Juli dem Jakobstag wurde die Marmorstatue des Heiligen von den Bauern mit den ersten Weintrauben des Jahres behängt. Damit wurde um eine gute Ernte gebeten.

Literatur Romano Turrini: San Giacomo maggiore a Vigne. In: Roberto Codroico et al.: Ecclesiae: Le chiese nel Sommolago. Il Sommolago, Arco 2000, S. 271–273. Sara Retrosi, Chiara Tozzi (Hrsg.): Guide del Trentino. Valle dei Laghi e Alto Garda: storia, arte, paesaggio. Temi, Trient 2007, ISBN 88-89706-07-4, S. 179–180.

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