Bangarang ist ein Reggaesong von Lester Sterling und Stranger Cole aus dem Jahr 1968. Die Melodie ist eine Rekomposition des Bongo Chant von Kenny Graham’s Afro-Cubists aus dem Jahr 1955. Produzent der Aufnahme, die als einer der ersten Reggae-Songs bezeichnet wird, war Bunny Lee.
Entstehung Nach dem Aus der ersten Skatalites (1962–1965) arbeitete Lester Sterling weiterhin als Studiomusiker. Im Oktober 1968 nahm Sterling im Treasure Isle Studio gerade für den Musikproduzenten Bunny Lee ein Instrumentalstück auf, als zufällig der Sänger Stranger Cole vorbeikam. Das Stück, dessen Rhythmus Sterling völlig neu arrangiert hatte, basierte auf dem Bongo Chant, einem Jazztitel von Kenny Graham’s Afro-Cubists aus dem Jahr 1955.
Der Liedtext besteht lediglich aus einer mehrfach wiederholten Zeile. Die Liedzeile „Muma no wan bangarang“ (englisch: Mother no want no problems) ist Patwah und bedeutet „Mama will keinen Stress“ bzw. „Mutti will keinen Ärger“.Mel Cooke: Story of the Song – One line makes a Bangarang In: The Gleaner vom 19. Juli 2009 (englisch) Begleitet wurden Sterling & Cole von den Bunny Lee All Stars, einer Studioband, die nebenher auch als Max Romeos Begleitband The Hippy Boys in Erscheinung trat. Glen Adams (1945–2010), der als Arrangeur und Assistent im Treasure Isle Studio arbeitete, ist hier erstmals auf der elektrischen Orgel zu hören. Bei dieser Session wurde auch der Song Everybody Needs Love von Slim Smith (vormals The Techniques und The Uniques) aufgenommen.David Katz: Solid Foundation: An Oral History of Reggae. New York 2024, S. 163
Sowohl Bunny Lee als auch Stranger Cole bezeichneten Bangarang mit dem ungewöhnlichen Riddim und dem neuen Orgelsound als ersten echten Reggae-Song.Bunny Lee Museum & Recording Studio: A message from Bunny „Striker“ Lee about the origins of Reggae.Claudia Gardner: Stranger Cole Insists ‘Bangarang’ Was First Reggae Song Ever Recorded In: Dancehallmag vom 16. August 2023. Diese Ansicht wird nicht von allen zu jener Zeit aktiven jamaikanischen Musikern geteilt. Weitere Anwärter auf den ersten Reggae-Song sind Nanny Goat von Larry Marshall, People Funny Boy von Lee „Scratch“ Perry und Say What You’re Saying von Eric „Monty“ Morris, produziert von Clancy Eccles. ‘Bangarang’ in the origin of reggae debate In: The Gleaner vom 7. Juli 2024.
Mitwirkende Lester Sterling: Altsaxophon Stranger Cole: Gesang Lloyd Charmers: Gesang Bunny Lee All Stars: Glen Adams: E-Orgel Reggie Lewis: E-Gitarre Aston Barrett: E-Bass Carlton Barrett: Schlagzeug
Rezeption Der jamaikanische Sänger Freddie McGregor sang für sein Album Comin’ in Tough von 2005 eine Dancehall-Version mit neuem Text ein („Jamaica no wan no bangarang“).Freddie McGregor – Bangarang bei Reggae Fever
Weblinks
Bangarang bei Secondhandsongs Lester Sterling & Stranger Cole:
Einzelnachweise
Kategorie:Lied 1968 Kategorie:Reggae-Song