mini|Jørn Andersen vor 1945 Jørn Andersen (* 9. August 1909 in Nervi, Italien; † 17. März 1945 auf dem ehemaligen Schießplatz in Ryvangen, Ortsteil von Hellerup, heute Gedenkhain in Ryvangen, nahe Kopenhagen) war ein dänischer Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus und die deutsche Besatzung im Zweiten Weltkrieg. Er lebte in Kopenhagen, Ort seiner Widerstandstätigkeit.Lettere di condannati, Seite 119, siehe Literatur.Ausführliche Informationen auf den Gedenkseiten des Nationalmuseums, siehe Weblinks, Datenblatt und Biographie.

Familie, Ausbildung, Beruf Seine Eltern waren Anders Peter Andersen (1878–1944) und Kamma Andersen, geborene Berthelsen (* 1883). Er hatte eine Schwester, Else, an sie ging sein letzter Brief kurz vor seiner Exekution.

Er war Schüler des Internatsgymnasiums in Birkerød, Student an der Polytechnischen Lehranstalt, heute Dänemarks Technische Universität, und erwarb das Polytechnische Diplom. Am Technologischen Institut, Teknologisk Institut, Kopenhagen, absolvierte er zusätzlich eine Ausbildung zum Funktechniker. Danach arbeitete er bei mehreren Firmen, Philips, TO-R Radio und zuletzt bei der Radiofabrik Allways. 1942 gründete er seine eigene Firma, Windeløv & Andersen.

Widerstand Er gehörte zu einer Unterabteilung der militanten Widerstandsbewegung Holger Danske. Die zehnköpfige Gruppe betrieb Fabriksabotage, führte Liquidationen von Kollaborateuren durch, unterhielt und betreute ein Waffenlager. Ihr Treffpunkt war ein Uhrengeschäft in der Skindergade, deshalb auch Skindergade-Gruppe.

Verhaftung, Haft und Hinrichtung Zwei Mitglieder der Widerstandsgruppe wurden am 24. Februar auf der Straße von einem Spitzel erkannt und verhaftet. Die anderen waren alarmiert und verabredeten sich für den 26. Februar zu einem Treffen an ihrem geheimen Tagungsort in der Skindergade. Die Gestapo war vorinformiert, lag im Hinterhalt und konnte im Laufe des Tages beim Eintreffen im Geschäft der Reihe nach sechs Männer in Empfang nehmen und verhaften, darunter auch Jørn Andersen. Am 17. März 1945 wurde er zusammen mit seinen Gruppenmitgliedern in Ryvangen durch ein Erschießungskommando hingerichtet. Nur einer der zehn wurde begnadigt und zu zehn Jahren Haft verurteilt.

Gedenken Grabstein mit Name und Lebensdaten auf gravsted.dk Gedenktafel am Haus der Verhaftung in der Skindergade 44 mit Name auf kristeligt-dagblad.dk. Brief an seine Schwester vom 17. März 1945, kurz vor seiner Exekution: „Liebe Else. Ich habe eben mein Urteil gehört, und es ist ein Todesurteil. Wir sehen uns nicht mehr. Du musst es vernünftig und so ruhig wie möglich aufnehmen, liebes Mädchen ... Solltes du dich verheiraten – und ich hoffe bestimmt, dass du es tust – und einen Jungen bekommen, so gib ihm meinen Namen und erzähle ihm, wenn er groß ist, um es zu verstehen, dass ich für das gestorben bin, an was ich glaubte.“

Literatur Lettere di condannati, Turin 1954, übersetzt: Und die Flamme soll euch nicht verbrennen, Letzte Briefe europäischer Widerstandskämpfer, Berlin-Ost 1956, Seite 119: Andersen, Seite 97–100: Überblick über den dänischen Widerstand mit weiteren Quellenangaben.

Weblinks Datenblatt des Dänischen Nationalmuseums mit ausführlichen Quellenangaben auf modstand.natmus.dk. Biographie auf der Gedenkseite des Dänisches Nationalmuseum auf modstand.natmus.dk.

Einzelnachweise

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