mini|Hans Jörg Leisi (1997) Hans Jörg Leisi (* 18. Februar 1931; † 8. März 2026) war ein Schweizer Physiker und Hochschullehrer.
Leben und Werk Leisi besuchte die Kantonsschule Solothurn und studierte von 1950 bis 1955 Physik an der ETH Zürich. Von 1955 bis 1960 war er dort Assistent und Doktorand. Seine Promotion, die mit der Silbermedaille der ETH Zürich ausgezeichnet wurde, erfolgte im Jahr 1960.
In den folgenden Jahren war Hans Jörg Leisi als Research Associate an der University of Pennsylvania sowie als Postdoctoral Fellow und Member of Staff an der Bartol Research Foundation des Franklin Institute in Swarthmore, Pennsylvania, tätig. 1965 kehrte er an die ETH Zürich zurück und arbeitete als Leiter und wissenschaftlicher Adjunkt der Gruppe Kernspektroskopie am Laboratorium für Hochenergiephysik. 1967 habilitierte er sich auf dem Gebiet der Physik. 1970 wurde Hans Jörg Leisi zum Assistenzprofessor für Experimentalphysik gewählt. 1973 folgte seine Beförderung zum ausserordentlichen Professor für das gleiche Lehrgebiet und 1981 wurde er zum ordentlichen Professor für Experimentalphysik gewählt.Der Bund, Band 132, Nummer 99, 30. April 1981, online
Von 1988 bis 1990 war Hans Jörg Leisi Vorsteher des Departements Physik. Von 1979 bis 1983 amtierte er als Leiter des Laboratoriums für Hochenergiephysik, von 1992 bis 1993 als Leiter des Instituts für Mittelenergiephysik und nach der Umbenennung des Instituts in „Institut für Teilchenphysik“ auch für kurze Zeit als dessen Leiter. Von 1978 bis 1979 war er Mitglied der Forschungskommission.
Seine wichtigste wissenschaftliche Leistung bestand darin, hochpräzise Messungen in myonischen and pionischen Atomen an den intensiven Strahlen am Schweizerischen Institut für Nuklearforschung (SIN) – insbesondere mittels Röntgenspektroskopie – in die Teilchenphysik einzuführen. Dadurch wurden wegweisende Messungen an pionischen Atomen und Pion-Nukleon-Wechselwirkungen ermöglicht, die wesentlich zum Verständnis der starken Wechselwirkung bei niedrigen Energien beigetragen haben. Den Unterricht nahm Hans Jörg Leisi stets sehr ernst, was sich unter anderem auch in seinen innovativen Lehrbüchern zeigte. Vorlesungsexperimente wurden in einer beigelegten CD-ROM illustriert, ausserordentlich zu dieser Zeit.
Nach seiner Emeritierung 1998 war Leisi weiter publizistisch tätig und engagierte sich für die Volksinitiative «Stopp der Überbevölkerung – zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen». Von fremdenfeindlichen Tendenzen distanzieren sich die Initianten.Initiative gegen Übervölkerung, Neue Zürcher Zeitung, 4. Mai 2011
Publikationen (Auswahl) Klassische Physik, Ein Lehrgang, Bd. I: Mechanik, ISBN 3-7281-1663-7; Bd. II: Elektromagnetismus und Wärme, Verlag der Fachvereine, Zürich 1989 Wissen verändert die Welt, Die Verantwortung der Hochschule, Rüegger, Zürich 2007, ISBN 978-3-7253-1047-0 Wie viel Erde braucht der Mensch?, Tages-Anzeiger, 22. Mai 2008
Weblinks Hans Jörg Leisi: Interferenzexperimente in der Physik. Einführungsvorlesung. Videoportal der ETH Zürich, 14. Januar 1972. Hans Jörg Leisi: Wie entsteht neue Physik?. Abschiedsvorlesung. Videoportal der ETH Zürich, 22. April 1998.
Einzelnachweise
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