mini|Charline Bourgeois-Tacquet (2018) Charline Bourgeois-Tacquet (* 11. Januar 1986 in Royan) ist eine französische Filmregisseurin, Drehbuchautorin und Schauspielerin. Sie wurde über die Kurzfilme Joujou und Pauline asservie, ihr Spielfilmdebüt Les Amours d’Anaïs und den 2026 im Wettbewerb von Cannes gezeigten Film La Vie d’une femme bekannt.
Leben Nach Studien der Literatur und Schauspielunterricht arbeitete Bourgeois-Tacquet zeitweise im Verlagswesen. Nach einem Praktikum bei Grasset erhielt sie dort zunächst eine befristete und später eine feste Stelle; mit 25 Jahren verließ sie den Verlag, nahm wieder Schauspielunterricht und begann, eigene Kurzfilme zu schreiben, zu spielen und zu inszenieren. Sie übernahm zugleich kleinere Rollen in Filmen von Lucas Belvaux, Emmanuel Carrère und Olivier Assayas. Der Tod ihrer Mutter gehörte später zu den Impulsen für La Vie d’une femme, in dem sie eine Frau Mitte fünfzig zeigen wollte, die sich nicht über Mutterschaft und romantische Liebe definiert.
Wirken Im Jahr 2016 brachte Bourgeois-Tacquet ihren ersten selbstproduzierten Kurzfilm Joujou heraus. Mit dem Kurzfilm Pauline asservie wurde sie 2018 in die Semaine de la Critique in Cannes eingeladen; der Film erhielt später in Clermont-Ferrand die Mention spéciale du jury und den Prix de la Presse Télérama und wurde für die Césars 2020 vorausgewählt. Das Langfilmdebüt Les Amours d’Anaïs wurde 2021 als Sondervorführung zum 60. Jubiläum der Semaine de la Critique ausgewählt. Der Film, in dem Anaïs Demoustier und Valeria Bruni Tedeschi eine literarisch geprägte Liebes- und Begehrensgeschichte tragen, führte die in Pauline asservie angelegte Beschäftigung mit Liebesobsession und romantischer Komödie fort. Bourgeois-Tacquets setzt oftmals rasche Dialoge, körperlich gedachte Komik, weibliche Hauptfiguren sowie Begehren, Sprache und intellektuelle Anziehung ein. 2026 trat sie mit ihrem zweiten Langfilm La Vie d’une femme in den Hauptwettbewerb von Cannes ein; der Film ist eine französisch-belgische Produktion, wurde von ihr geschrieben und inszeniert und besetzt Léa Drucker, Mélanie Thierry, Charles Berling, Laurent Capelluto und Marie-Christine Barrault. Die Handlung konzentriert sich auf Gabrielle, eine 55-jährige Gesichtschirurgin und leitende Krankenhausärztin, deren berufliche Dauerbelastung und private Verantwortung durch die Begegnung mit der Schriftstellerin Frida ins Wanken geraten. Die Erzählung gliedert Gabrielles Leben in zehn Kapitel und erweitert Bourgeois-Tacquets bisheriges Interesse an selbstbestimmten, begehrenden Frauenfiguren um den Blick auf Arbeit, Fürsorge und Erschöpfung im mittleren Lebensalter.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Drehbuchautor Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1986 Kategorie:Frau