mini|Verbreitungsgebiet der Zwergmusendrossel, orange Brutgebiet, gelb Durchzugsgebiet, blau Überwinterungsgebiet
Die Zwergmusendrossel (Catharus ustulatus) ist ein Singvogel aus der Familie der Drosseln (Turdidae).P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF
Der Vogel brütet im Norden Nordamerikas in Alaska und Kanada, im Nordwesten und im Westen der USA und überwintert in Mexiko und im Norden Südamerikas bis Peru (September bis April) und Argentinien. Als seltener Irrgast kommt er in Westeuropa und Nordostasien vor.
Während des Vogelzuges ist er in Costa Rica als Durchzügler zwischen September und November sowie von März bis Mai von Meereshöhe bis 2800 m. ü. M.R. Garrigues, R. Dean: The Birds of Costa Rica. Ithaca: 2007. ISBN 978-0-8014-7373-9 und in Panama zwischen Oktober und November sowie zwischen März und April anzutreffen.G. R. Angehr, R. Dean: The Birds of Panama. Ithaca: 2010 ISBN 978-0-8014-7674-7
Selten ist die Art auch auf den Westindischen Inseln auf den Großen Antillen, den Cayman Islands und den Bahamas sowie auf den Bermudainseln zu finden.
Der Lebensraum umfasst Koniferen-Wälder mit dichtem Unterholz, auch Mischwald, zur Überwinterung feuchte Wälder, Waldränder, Plantagen, Parks, meist von 600 bis 2000, aber auch bis 3500 m. ü. M.M. McMullan: Field Guide to the Birds of Colombia Rey Naranjo Editores, 2018, ISBN 978-958-8969-77-0Thomas Scott Schulenberg, Douglas Forrester Stotz, Daniel Franklin Lane, John Patton O’Neill, Theodore Albert Parker III: Birds of Peru. Princeton University Press, 2007, ISBN 978-0-691-04915-1
Merkmale Der Vogel ist 16–20 cm groß und wiegt 23–45 g. Charakteristika sind die Brille aus gelbbraunem Augenring und Zügel, die kräftig grau bis bräunlich-schwarz gefleckte Kehle und Brust sowie die bräunlich bis olivfarbenen Flanken. Die Oberseite ist olivbraun, rötlich olivfarben oder graubraun, Schwingen und Schwanz sind mitunter etwas brauner als der Rücken. Die Unterseite ist weiß, an den Wangen, der Kehle und Brust etwas cremefarben bis hell gelbbraun überhaucht und zeigt breite dreieckförmige, bräunlich schwarze Flecken seitlich an der Kehle und runde bräunlich schwarze Flecken auf der Brust. Die Geschlechter unterscheiden sich nicht, allerdings sind beim Männchen die Flügel etwas länger. Jungvögel haben gelbbraune Federspitzen an den mittleren und großen Flügeldecken und kürzere Flügel. Die Iris ist dunkel, bei Jungvögeln haselnussbraun, Beine und Füße sind blass rosa bis grau.
Die Brille unterscheidet die Art von allen nordamerikanischen Musendrosseln, auch von der ziemlich ähnlich aussehenden Grauwangen-Musendrossel (Catharus minimus), die ein gräuliches Gesicht und graue Oberseite aufweist, auch mehr grau an Kehle und Brust überhaucht ist. Die ähnliche Bicknellmusendrossel (Catharus bicknelli) ist kleiner und ist von der übrigen Oberseite abgesetzt rotbraun am Schwanz und nicht bräunlich oder olivfarben. Die Einsiedler-Musendrossel (Catharus guttatus) weist gleichfalls einen abgesetzt rotbraunen Schwanz auf und ist an Brust und Kehle weißer mit schwärzeren Flecken auf der Brust. Die Weidenmusendrossel(Catharus fuscescens) ist an der Oberseite rötlicher, hat keinen deutlichen Augenring, die Brustzeichnung ist weniger deutlich. Die Walddrossel (Hylocichla mustelina) unterscheidet sich durch die hell rostrote Oberseite, den breiten weißen Augenring und die reinweiße Unterseite mit kräftigen schwarzen Flecken.D. E. Mack und W. Yong: Swainson's Thrush (Catharus ustulatus), version 1.0. In: A. F. Poole und F. B. Gill (Herausgeber): Birds of the World. 2020, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Catharus ustulatus
Geografische Variation Es werden folgende Unterarten anerkannt:IOC World Bird List 15.2 ThrushesAviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025J. F. Clements, P. C. Rasmussen, T. S. Schulenberg, M. J. Iliff, J. A. Gerbracht, D. Lepage, A. Spencer, S. M. Billerman, B. L. Sullivan, M. Smith und C. L. Wood: The eBird/Clements Checklist of Birds of the world: v2025, 2025, Version 2025. Abgerufen am 23. Januar 2026 C. u. incanus (, 1952) – Alaska und Nordwestkanada, überwintert von Kolumbien bis Peru, wie C. u. swainsoni, aber Schwanz röter, Oberseite grauer, Kopf blasser gelbbraun, Flügeldecken und Steuerfedern weniger gelbbraun berandet, Unterseite grauer als C. u. ustulatus, Brust dunkler und dichter gefleckt C. u. ustulatus (, 1840), Nominatform – Küstenregion von Südalaska bis Oregon, überwintert überwiegend in Westmexiko, auch im Hochland von Honduras, aber nicht südlich von Costa Rica C. u. phillipsi , 1991 – Haida Gwaii, überwintert an den Ost- und Westhängen Mexikos, röter als C. u. ustulatus, Rücken und Bürzel abgesetzt gegen rötliche Oberschwanzdecken, am wenigsten gefleckt C. u. oedicus (, 1899) – Westen der Sierra Nevada, überwintert von Westmexiko bis Nicaragua, auch mal südlich von Costa Rica, wie C. u. ustulatus, aber Oberseite wesentlich blasser und grauer, Oberschwanzdecken leicht rötlich C. u. swainsoni (, 1845) – Südkanada und Norden der USA, „Swainsonmusendrossel“ (Catharus swainsoni), überwintert in Mexiko, Honduras, zieht über Panama, mehr olivfarben als C. u. ustulatus oder C. u. oedicus, wenig Kontrast zwischen Rücken und Oberschwanzdecken, Unterseite deutlicher olivfarben, dichte schwärzliche Striche oder Flecken an der Brust C. u. appalachiensis , 1991 – Appalachen, überwintert in Kolumbien bis Nordostperu, dunkler und mehr rostrot als C. u. swainsoni
C. u. almae (, 1898) enthalten in C. u. ustulatus beziehungsweise in C. u. swainsoni
C. u. clarescens ( & , 1948) enthalten in C. u. swainsoni
Stimme Der Gesang wird als melodische, flötende Strophen, ansteigend, mit Trillern beschreiben, einzigartig in höhere Tonlagen aufsteigend beschrieben wie „wurzel werzel wedezel ezee zee?“ Rufe sind ein scharfes ansteigendes „Wheeik!“ oder fließendes „wick“, wie tropfendes Wasser.
Lebensweise Die Art ist ein Langstreckenzieher, zieht nachts, bei Zwischenstopps auch streckenweise tagsüber. Sie ruft häufig während des nächtlichen Fluges. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Beerenobst und Insekten während der Brutzeit und des Frühlingszuges, im Herbst und Winter werden mehr Früchte verzehrt. Die Brutzeit liegt im April in Kalifornien, im Mai in Idaho und Südostalaska sowie in Massachusetts.
Das Gelege besteht meist aus 4 Eiern, das Nest befindet sich im Unterholz, gern im Dickicht in mindestens 3 Meter Höhe auf einem horizontalen Ast. Meist gibt es nur eine Brut. Als Nesträuber werden Habichtartige (Accipitridae) und Falken vermutet, während des Zuges werden etliche Vögel Beute des Eckschwanzsperbers (Accipiter striatus).
Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung der Zwergmusendrossel erfolgte 1840 durch Thomas Nuttall unter dem wissenschaftlichen Namen Turdus ustulatus. Als Verbreitungsgebiet gab er die Wälder Oregons an. In der Beschreibung verwendete er den Namen Turdus cestulatus, ein Name, den er als fehlerhaft korrigierte. 1850 führte Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte die neue Gattung Catharus für die Goldschnabel-Musendrossel (Catharus aurantiirostris , 1850) (Synonym Turdus immaculatus , 1850) ein. Dieser Begriff hat seinen Ursprung in .Catharus The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Der Artname ustulatus stammt von ab.ustulatus The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Phillipsi ist Allan Robert Phillips (1914–1996) gewidmet und swainsoni William Swainson (1789–1855). Appalachiensis bezieht sich auf die Appalachen, almae könnte sich auf Alma Creek, Elko County, beziehen, geht aber aus der Originalbeschreibung nicht klar hervor.almae The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Incanus hat seinen Ursprung in incanus The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, oedicus in oedicus The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling und clarescens in .incanus The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay keinen Balg zur Verfügung. Für Paraguay nannte er die Unterart Hylocichla ustulata swainsoni. Er betrachtete die Art nur als Wintervogel in Südamerika. In der Literatur sah er nur in Puerto Bertoni im Departamento Alto Paraná durch Arnaldo de Winkelried Bertoni einen Nachweis für das Land. 2024 wurde sie dann erstmals bildlich im Land nachgewiesen. Matthew Ryan Halley ist der Meinung, dass Thomas Nuttall den damaligen Typus falsch als neue Art identifiziert hat und es sich in Wirklichkeit um eine Einsiedler-Musendrossel (Catharus guttatus (, 1811)) handelt.
Gefährdungssituation Die Zwergmusendrossel gilt als nicht gefährdet (Least Concern).
Literatur
Weblinks
Macaulay Library
Einzelnachweise
Kategorie:Drosseln