Karin Hofmann (* 1969 in Bern) ist eine Schweizer Sozialarbeiterin und Krankenschwester und ehemalige Delegierte des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK). Sie war von 2018 bis 2026 Geschäftsleiterin des Vereins Wohnenbern. Im Jahr 2026 wurde sie zur Leiterin des Gesundheitsdienstes der Stadt Bern gewählt.

Von 1999 bis 2012 war sie für das IKRK in Kriegs- und Krisengebieten unterwegs. Ihre Erlebnisse verarbeitete sie als Autorin und veröffentlichte mit Leo Sola 2025 ihren ersten Roman.

Leben Hofmann wuchs in der Region Bern auf und besuchte in Münchenbuchsee die Schule. Sie absolvierte Ausbildungen zur Pflegefachfrau und Sozialarbeiterin. Beruflich war sie unter anderem im Inselspital und im Tiefenauspital in Bern, beim Schweizerischen Roten Kreuz sowie in einer Tagesstruktur für Asylsuchende tätig.

Von 1999 bis 2012 arbeitete Hofmann für das Internationale Komitee vom Roten Kreuz in Kriegs- und Krisengebieten. Sie war an über zehn Missionen beteiligt, unter anderem im Irak, in Afghanistan, in der Demokratischen Republik Kongo, in Tschetschenien, im Libanon, in Syrien, im Iran, in Sri Lanka, in Georgien und in der Westbank. Zuletzt war sie als Delegationschefin tätig.

Nach ihrer Rückkehr in die Schweiz arbeitete Hofmann von 2013 bis 2015 beim Schweizerischen Roten Kreuz, unter anderem in der Beratung von Häftlingen in Ausschaffungshaft und im Strafvollzug. Von 2015 bis 2018 leitete sie bei der IV-Stelle Kanton Bern das Eingliederungsmanagement. Ab 2018 war Hofmann Geschäftsleiterin des Vereins Wohnenbern. Der Verein bietet Wohnraum und Wohnbegleitung für Menschen, die von Obdachlosigkeit betroffen oder bedroht sind. Während ihrer Zeit als Geschäftsleiterin wurde unter anderem die neue Geschäftsstelle im Holligerhof mit einem inklusiven Teilhabezentrum sowie dem sozialen Gastronomie- und Kulturbetrieb DOCK8 aufgebaut. Zudem war sie für die Integration einer FrauenWG für Opfer häuslicher Gewalt verantwortlich.

Im März 2026 gab die Stadt Bern bekannt, dass der Gemeinderat Bern Hofmann zur neuen Leiterin des städtischen Gesundheitsdienstes gewählt hat. Der Gesundheitsdienst der Stadt Bern ist unter anderem für den schulärztlichen Dienst, Gesundheitsförderung und Prävention an Schulen, Schulsozialarbeit, Frühe Förderung sowie die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen zuständig. Hofmann tritt die Funktion per 1. August 2026 an.

Rezeption

Dominique Burckhardt schreibt in der Neue Zürcher Zeitung, dass Karin Hofmann mit ihrem Buch In jeder Hölle ein Stück Himmel von Krieg und Alltag berichte, dabei aber aus ihrer dreizehn Jahre Erfahrung als IKRK-Delegierte in Kriegs- und Krisenländern nicht nur von Grausamkeiten, sondern auch von surreal-komischen Momenten ihrer Arbeit erzähle.

Urs Gilgen meint im Schweizer Radio und Fernsehen SRF, dass sie in ihrem Buch ihre Arbeit aus 13 Jahren in Kriegsgebieten schildere als eine Art Tagebuch der humanitären Arbeit. Dabei habe sie nicht nur die grausamen Erlebnisse aufgeschrieben, sondern vor allem positive Erlebnisse geschildert. Hofmann habe zudem mit ihrem viel beachteten Buch ihre Erlebnisse aus den Krisengebieten literarisch verarbeitete. Mit In jeder Hölle ein Stück Himmel gewähre sie eindrückliche Einblicke in den Alltag humanitärer Arbeit.

In den Schaffhauser Nachrichten erläutert Elena Stojkova, dass Hofmann mit ihrem Buch In jeder Hölle ein Stück Himmel Einblicke in das Leben und Arbeiten von humanitär tätigen Menschen gebe und dabei von ihrer Sucht nach humanitärer Tätigkeit, von überwältigenden Emotionen und von Menschlichkeit im Krieg erzähle.

Die Berner Zeitung merkt an, dass sie in ihren Buch die «Sucht nach Menschlichkeit» beschreibe und dabei ihre Erinnerungen an dreizehn Jahre für das Internationale Komitee vom Roten Kreuz aus den Krisengebieten wie dem Kongo, Afghanistan oder dem Irak preis gebe. Jürg Steiner merkt dabei an, dass Karin Hofmann in ihrem Buch sehr persönlich erzähle. Sie gehe dabei weniger auf die Gräuel ein, sondern schildere vor allem heitere, komische Momente. Ihr Buch sei außergewöhnlich, weil IKRK-Delegierte praktisch nie öffentlich über persönlichen Erfahrungen redeten.

Laut dem «pfarrblatt», der Zeitung der römisch-katholischen Pfarreien des Kantons Bern, bildet ihre dreizehnjährige Erfahrung in Kriegs- und Krisengebieten die Basis für das Buch. Ihr Bericht sei immer wieder mit Zeugnissen der Gastfreundschaft und staunenswerter Mitmenschlichkeit versehen. Die Autorin merkt an, wer das Buch gelesen habe, werde «sich bereichert fühlen durch die Güte, die in keiner Kriegsberichterstattung erwähnt wird, weil sie zart und still erscheint – und dies an unerwarteten Orten.»

Publikationen In jeder Hölle ein Stück Himmel. 13 Jahre in Kriegs- und Krisengebieten. Lokwort Verlag, Bern 2018, ISBN 978-3-906806-16-7. Leo Sola. Roman. Lokwort Verlag, Bern 2025, ISBN 978-3-906806-53-2.

Weblinks

SRF 1-Sendung Persönlich: Hanspeter Bäni und Karin Hofmann

Einzelnachweise

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