mini|Wolfgang F. Danspeckgruber (2004) Wolfgang Franz Danspeckgruber (* 4. Februar 1956 in Linz; † 17. Februar 2026 in New York City) war ein österreichisch-US-amerikanischer Politikwissenschaftler und Hochschullehrer. Er war Gründungsdirektor des Liechtenstein Institute on Self-Determination (LISD) an der Princeton University und befasste sich insbesondere mit Selbstbestimmung, internationaler Sicherheit, Diplomatie, Krisendiplomatie und Fragen staatlicher Souveränität.

Frühes Leben und Ausbildung Danspeckgruber wurde in Linz geboren und studierte an der Johannes Kepler Universität Linz und an der Universität Wien, wo er rechtswissenschaftliche Abschlüsse erwarb. Anschließend promovierte er am Graduate Institute of International Studies in Genf. Zu seinen akademischen Lehrern und Gesprächspartnern gehörten unter anderem Curt Gasteyger und Dusan Sidjanski.

Nach seinem österreichischen Militärdienst, den er als Reserveoffizier absolvierte, war Danspeckgruber Sonderassistent des Kommandanten der österreichischen Landesverteidigungsakademie. Später war er Visiting Scholar an der Fletcher School of Law and Diplomacy sowie Fellow am Belfer Center for Science and International Affairs der Harvard Kennedy School. 2006 wurde er mit dem Großen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet.

Akademische Laufbahn Danspeckgruber kam 1987 an die Princeton University und lehrte dort ab 1988 in den Bereichen internationale Beziehungen, Diplomatie, Sicherheitspolitik und Selbstbestimmung. Im Jahr 2000 war er maßgeblich an der Gründung des Liechtenstein Institute on Self-Determination beteiligt, das mit Unterstützung von Fürst Hans-Adam II. von Liechtenstein entstand. Er war Gründungsdirektor des Instituts und außerdem Gründer und Vorsitzender des Liechtenstein Colloquium on European and International Affairs, eines Forums für private Diplomatie.

Seine Forschung und Lehre behandelten die Theorie und Praxis internationaler Diplomatie, private Diplomatie, Krisendiplomatie, Grenzen, Sicherheitsfragen und Stabilisierungspolitik. Regionale Schwerpunkte seiner Arbeit lagen unter anderem im Nahen und Mittleren Osten, in Afghanistan, Zentralasien, dem Kaukasus, der Arktis und Südosteuropa. In Princeton unterrichtete er unter anderem gemeinsam mit José Manuel Barroso, Joschka Fischer und Francesc Vendrell.

Diplomatische und politische Beratung Danspeckgruber war auch beratend in diplomatischen Zusammenhängen tätig. Er beriet die Ständige Vertretung Liechtensteins bei den Vereinten Nationen und arbeitete mit Vertretern des Sicherheitsratssekretariats zusammen. Während der österreichischen Mitgliedschaft im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen von 2009 bis 2010 war er Berater der österreichischen Delegation; außerdem war er an der akademischen Begleitung des österreichischen Vorsitzes der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa im Jahr 2017 beteiligt.

Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit war der sogenannte Princeton Process zum Verbrechen der Aggression. Dabei fanden zwischen 2004 und 2009 informelle Verhandlungen der Sonderarbeitsgruppe der Vertragsstaatenversammlung des Internationalen Strafgerichtshofs an der Princeton University statt.

Forschungsschwerpunkte Danspeckgrubers Forschung konzentrierte sich auf Selbstbestimmung, Selbstverwaltung, Souveränität, internationale Sicherheit und die Rolle von Diplomatie bei der Bewältigung internationaler Krisen. In seinen Arbeiten vertrat er die Auffassung, dass Selbstbestimmung nicht zwangsläufig zur Auflösung bestehender Staaten führen müsse, sondern häufig durch Formen von Autonomie, Selbstverwaltung und Dezentralisierung bearbeitet werden könne.

2006 initiierte Danspeckgruber gemeinsam mit Paul Brandeis Raushenbush das Program on Religion, Diplomacy, and International Relations (PORDIR), das die Rolle von Religion, religiösen Überzeugungen und Spiritualität in Diplomatie und internationalen Beziehungen untersuchte.

Tod Danspeckgruber starb am 17. Februar 2026 im Alter von 70 Jahren in New York City. Nach Angaben des Bestattungsunternehmens Mather-Hodge Funeral Home starb er im Memorial Sloan Kettering Cancer Center. Er hinterließ seine Frau Annegret, zwei Töchter sowie fünf Enkelkinder.

Veröffentlichungen Danspeckgruber verfasste und gab zahlreiche Arbeiten zu internationaler Politik, Selbstbestimmung, Sicherheitsfragen und Diplomatie heraus. Nach Angaben des LISD war er Autor oder Herausgeber von acht Büchern und mehr als 30 Aufsätzen und Kommentaren. Zu seinen Buchveröffentlichungen zählen:

Darüber hinaus war Danspeckgruber Herausgeber der LISD Triesenberg Papers, der LISD Crisis Compendia und der Encyclopedia Princetoniensis: The Princeton Encyclopedia of Self-Determination.

Einzelnachweise

Kategorie:Politikwissenschaftler Kategorie:Hochschullehrer (Princeton University) Kategorie:Absolvent der Universität Wien Kategorie:Absolvent der Universität Linz Kategorie:Träger des Großen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich Kategorie:Österreicher Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1956 Kategorie:Gestorben 2026 Kategorie:Mann