mini|E. Tendayi Achiume (2018)
E. Tendayi Achiume (geboren vor 1995 in Sambia) ist eine sambisch-US-amerikanische Rechtswissenschaftlerin. Sie ist Professorin an der Stanford University. Von 2017 bis 2022 war sie UN-Sonderberichterstatterin für Rassismus und Fremdenfeindlichkeit beim UN-Menschenrechtsrat.
Herkunft und Ausbildung E. Tendayi Achiume kam in Sambia zur Welt. Am United World College of the Atlantic im walisischen Llantwit Major studierte sie zunächst Physik, interessierte sich aber zunehmend für Politikwissenschaft und Völkerrecht. Sie erwarb einen Bachelor an der Yale University. Sie wechselte an die Yale Law School, wo sie promovierte und ein Zertifikat in Entwicklungsforschung erhielt. Während ihrer Ausbildung spezialisierte sie sich auf Migrationsforschung und Flüchtlingsrechte. Ihr besonderes Interesse galt den Menschenrechtsverletzungen an Flüchtlingen aus Simbabwe, die in Südafrika Asyl suchten.
Forschung und Karriere Nach ihrer Promotion zog Achiume nach Südafrika, wo sie als juristische Mitarbeiterin für Dikgang Moseneke und Yvonne Mokgoro am südafrikanischen Verfassungsgericht arbeitete. Daneben war sie als Dozentin an der Witwatersrand-Universität tätig.
Nach ihrer Tätigkeit als Rechtsreferendarin erhielt sie ein Bernstein-Stipendium für Internationale Menschenrechte für die Mitarbeit am Projekt für Migrantenrechte der Organisation „Lawyers for Human Rights“ in Johannesburg.
Im Jahr 2014 wurde Achiume Mitglied der Fakultät der University of California, Los Angeles (UCLA). An der UCLA leitet Achiume die Internationale Menschenrechtsklinik, ein Programm, das Studierenden internationale Menschenrechte anhand von Praxisprojekten vermittelt. Zu den von Achiume geleiteten Projekten gehören die Rechtsberatung für indigene Völker Amerikas, die Entwicklung von Rechtspolitiken in Los Angeles und Vorschriften für die Inhaftierung von Frauen. Im Rahmen des Programms arbeitete Achiume mit Dignity and Power Now zusammen, einer Organisation in Los Angeles, die Inhaftierte und ihre Familien unterstützt. Gemeinsam mit ihren Studierenden untersuchte sie die Missstände gegenüber inhaftierten farbigen Frauen mit psychischen Erkrankungen. Sie zeigte auf, dass diesen Frauen regelmäßig die notwendige körperliche und psychische Unterstützung verweigert wurde. Sie leitete die Jahrestagung 2016 der American Society of International Law. Im Jahr 2017 wurde Achiume vom UN-Menschenrechtsrat als Nachfolgerin von Mutuma Ruteere zur UN-Sonderberichterstatterin für Rassismus, Rassendiskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und damit verbundene Intoleranz ernannt.
Im Jahr 2018 besuchte Achiume Großbritannien, um die Verbreitung rassistisch motivierter Verbrechen und den Einfluss des Brexit darauf zu untersuchen. Sie forderte die Regierung des Vereinigten Königreichs auf, ihre Antidiskriminierungspolitik zu überprüfen und insbesondere die Kriminalisierung junger schwarzer Männer zu untersuchen. Achiume stellte fest, dass die während der Leave-EU-Kampagne entstandene fremdenfeindliche Rhetorik die Gesellschaft durchdrungen und dass Sparmaßnahmen Minderheiten unverhältnismäßig stark getroffen habe. Hasserfüllte und stigmatisierende Äußerungen seien ‚normalisiert‘ worden, sogar unter Beteiligung staatlicher Funktionsträger. In ihrem ersten Bericht an die Generalversammlung der Vereinten Nationen kam sie zu dem Schluss, dass „ethnonationalistischer Populismus“ eine erhebliche Bedrohung für die Rassengleichheit darstelle.
Während der COVID-19-Pandemie untersuchte Achiume den Anstieg von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, die sich parallel zu SARS-CoV-2 ausbreiteten. Insbesondere seien Menschen, die als ostasiatischer Abstammung wahrgenommen würden, vermehrt fremdenfeindlichen Angriffen ausgesetzt. Achiume betonte die Notwendigkeit von Bildung im Kampf gegen Rassismus und fremdenfeindliche Diskriminierung.
2023 wurde Achiume für ihre Arbeit mit einer MacArthur Fellowship ausgezeichnet. In der Begründung wurde gewürdigt, dass sie sich mit der „Neudefinition grundlegender Konzepte des Völkerrechts an der Schnittstelle von Rassengerechtigkeit und globaler Migration“ befasse.
Im Oktober 2023 unterzeichnete Achiume gemeinsam mit Rechtswissenschaftlern einiger der renommiertesten juristischen Fakultäten der Vereinigten Staaten einen Brief an Joe Biden, in dem sie den israelisch-palästinensischen Konflikt und Israels Bombardierungen und die Verschärfung der Blockade des Gazastreifens verurteilte und einen sofortigen Waffenstillstand forderte.
Veröffentlichungen (Auswahl)
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Einzelnachweise
Kategorie:Menschenrechtsanwalt Kategorie:MacArthur Fellow Kategorie:UN-Sonderberichterstatter Kategorie:Sambier Kategorie:Geboren im 20. Jahrhundert Kategorie:Frau