mini|Aïda Muluneh (2010) Aïda Muluneh (* 1974 in Addis Abeba) ist eine äthiopische Fotografin, Künstlerin, Kuratorin und Kulturunternehmerin. Sie wurde durch farbintensive Fotografien mit Körperbemalung, Textilien und symbolischen Bühnenbildern bekannt, die sich mit afrikanischer Identität, Erinnerung, Migration und Afrikabildern auseinandersetzen. Das Magazin New African nahm sie 2023 in die Liste der 100 einflussreichsten Afrikaner auf.

Leben Muluneh wurde 1974 in Addis Abeba geboren und verließ Äthiopien als Kind. Sie wuchs im Jemen, im Vereinigten Königreich, auf Zypern, in Kanada und in den Vereinigten Staaten auf. Nach einem Studium an der Howard University in Washington, D.C., das sie 2000 mit Schwerpunkt Film abschloss, arbeitete sie als Fotojournalistin bei der Washington Post. Später kehrte sie nach Äthiopien zurück, wo Addis Abeba zum Ausgangspunkt ihrer künstlerischen Arbeit und ihrer Initiativen zur Förderung afrikanischer Fotografie wurde. Seit den 2020er-Jahren ist sie auch in Abidjan (Elfenbeinküste) tätig, wo sie die Africa Foto Fair organisierte.

Wirken Mulunehs Bildsprache nutzt Erfahrungen aus der Fotojournalistik und streng komponierte, farbintensive Szenen, Körperbemalung und Bezüge auf äthiopische und afrikanische visuelle Traditionen. Ihre Arbeiten richten sich gegen einseitige visuelle Klischees über Afrika und erstellen inszenierte Porträts, um Themen wie Herkunft, Geschlecht, Zugehörigkeit und Erinnerung zu verdeutlichen. Im Jahr 2010 veröffentlichte sie Ethiopia: Past/Forward und gründete in Addis Abeba das Addis Foto Fest, das als erstes internationales Fotofestival Ostafrikas gilt. Die fünfte Ausgabe des Festivals brachte 2018 Teilnehmer aus 61 Ländern zusammen und vernetzte afrikanische Fotografen international. Mit der Africa Foto Fair entwickelte sie das Festivalmodell in Abidjan weiter; die Ausgabe des Jahres 2024 fand im Stadtteil Abobo statt und zog 11.810 Besucher an. Die Serie Water Life wurde 2018 von WaterAid mit Unterstützung der H&M Foundation beauftragt und umfasst zwölf Arbeiten über fehlenden Zugang zu sauberem Wasser. Im Jahr 2025 entstand für das Kulturhauptstadtprogramm in Bradford die Serie The Necessity of Seeing, eine aus 22 Bildern bestehende Arbeit über Gender, Arbeit, Religion, Diaspora und soziale Ungleichheit in Bradford, Belfast, Cardiff und Glasgow. Ihre Arbeiten befinden sich in den Sammlungen des Museum of Modern Art in New York und des Smithsonian National Museum of African Art in Washington, D.C. Muluneh erhielt 2007 den European Union Prize der Rencontres Africaines de la Photographie, 2010 den CRAF International Award of Photography und 2020 den Curatorship Award der Royal Photographic Society. 2019 wurde sie die erste schwarze Frau, welche die Nobel Peace Prize Exhibition mitkuratierte, und 2020 schuf sie für diese Ausstellung selbst zehn Arbeiten.

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Einzelnachweise

Kategorie:Fotograf (21. Jahrhundert) Kategorie:Künstler (Äthiopien) Kategorie:Äthiopier Kategorie:Geboren 1974 Kategorie:Frau

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