Kazuyoshi Funaki (jap. , Funaki Kazuyoshi; * 27. April 1975 in Yoichi, Hokkaidō) ist ein japanischer Skispringer. Er zählte vor allem in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre zu den erfolgreichsten Sportlern seiner Disziplin, als er nicht nur bei den heimischen Olympischen Winterspielen 1998 Gold im Einzelsprung sogar mit einem seltenen perfekten Sprung (Höchstnote aller Punktrichter) erlangen, sondern auch als erster Japaner überhaupt die prestigeträchtige Vierschanzentournee gewinnen konnte. Funaki ist der einzige Skispringer, dem sogar in mehreren Wettbewerben auf unterschiedlichen Sprungschanzen ein perfekter Sprung gelang. Er wurde zudem auch durch seine extreme „Vorlage“ während des Springens bekannt, bei der der Körper im noch relativ jungen V-Sprungstil ungewöhnlich plan zwischen den gespreizten Ski liegt.

Werdegang Funaki begann im Alter von elf Jahren mit dem Skispringen. Sein Geburtsort Yoichi ist auch die Heimat von Yukio Kasaya, der mit seinem Sieg auf der Normalschanze bei den Olympischen Winterspielen 1972 in Sapporo ein japanischer Nationalheld geworden war. Kasaya ist so auch das Vorbild Funakis.

Seinen ersten Weltcupeinsatz hatte er am 20. Dezember 1992 in Sapporo. Sein nächstes Springen absolvierte er erst am 10. Dezember 1994 auf der Normalschanze im slowenischen Planica, konnte dabei aber seinen ersten Weltcupsieg feiern. Wenige Wochen später führte er nach dem dritten Springen der Vierschanzentournee die Gesamtwertung an. Im zweiten Durchgang des vierten und letzten Springens in Bischofshofen erreichte er zwar mit 131,5 Metern die Tagesbestweite, stürzte aber bei der Landung. In der Gesamtwertung wurde der Japaner Zweiter hinter Andreas Goldberger.

Am 19. August 1995 gab Funaki in Kuopio sein Debüt im Skisprung-Grand-Prix und konnte sogleich seinen ersten Sieg erringen.

Insgesamt erreichte Funaki in seiner Karriere 15 Weltcupsiege, zuletzt am 5. Februar 2005 in Sapporo. Sein bestes Ergebnis im Gesamtweltcup erreichte er in der Saison 1997/98 mit dem zweiten Rang. In dieser Saison gewann er auch souverän die Vierschanzentournee, was ihm als erstem Japaner gelang. 1998 wurde er zudem Skiflug-Weltmeister in Oberstdorf, bei der er bei zwei von vier Wettkampfflügen die Höchstnote von fünf Mal 20.0 erhielt. Er war somit der erste Springer überhaupt, dem dies öfter als ein einziges Mal gelang.

Der Höhepunkt seiner Karriere waren die Olympischen Winterspiele 1998 in Nagano. Vor heimischem Publikum gewann Funaki auf der Großschanze und mit der Mannschaft Gold, auf der Normalschanze zudem Silber hinter dem Finnen Jani Soininen. Im Einzelspringen von der Großschanze erhielt er – wie schon zuvor bei der Skiflug-Weltmeisterschaft in Oberstdorf – für seinen perfekten Sprung im zweiten Durchgang fünfmal die Note 20. Diese Wertung erhielten bisher nur neun Springer.

Bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften 1999 in Ramsau wurde er Weltmeister auf der Normalschanze. Im selben Jahr wurde er mit der Holmenkollen-Medaille geehrt. Mit der japanischen Mannschaft wurde er zudem 1997, 1999 und 2003 Vizeweltmeister.

In den folgenden Jahren war Funaki trotz einiger Gelegenheitserfolge eher mäßig erfolgreich. In der Saison 2004/05 erreichte er nur den dreißigsten Rang der Weltcupgesamtwertung.

Nach fast vier Jahren Pause im Weltcup sprang Funaki am 31. Januar 2009 wieder bei einem Weltcup-Wettbewerb in seiner Heimat und belegte den 19. Rang. Er nimmt noch immer an verschiedenen Bewerben, allerdings hauptsächlich in Japan, teil. Am 16. Januar 2011 gelang ihm mit dem 16. Platz beim Weltcup-Springen in Sapporo ein weiterer Achtungserfolg.

Bei den Winter-Asienspielen 2011 in Almaty, deren Sprungwettbewerbe auf den neuerbauten Schanzen des Gorney-Gigant-Komplexes ausgetragen wurden, gewann Funaki von der Großschanze die Silbermedaille.Ergebnis Großschanze (PDF; 59 kB) Von der Normalschanze wurde er Sechster.Ergebnis Normalschanze (PDF; 62 kB) Beim Teamwettbewerb von der Großschanze gewann Funaki mit Yūta Watase, Yūhei Sasaki und Kazuya Yoshioka die Goldmedaille.Ergebnis Mannschaftsspringen (PDF; 64 kB)

Funaki lebte eine Zeit lang in Slowenien und trainierte dort nicht mehr mit der japanischen Mannschaft. Im Gegensatz zu allen anderen japanischen Skispringern gehörte er keiner Werksmannschaft an, sondern war als Ein-Mann-Team eine Art selbständiger Unternehmer.

Heute lebt Funaki alleinstehend in Sapporo und tritt noch bei nationalen Wettbewerben an.Kazuyoshi Funaki in der FIS-Datenbank. Abgerufen am 13. März 2015.

Erfolge Weltcupsiege im Einzel Nr. Datum Ort Typ 1. 10. Dezember 1994 Normalschanze 2. 4. Januar 1995 Großschanze 3. 14. Dezember 1996 Großschanze 4. 4. Januar 1997 Großschanze 5. 12. März 1997 Normalschanze 6. 16. März 1997 Großschanze 7. 29. Dezember 1997 Großschanze 8. 1. Januar 1998 Großschanze 9. 4. Januar 1998 Großschanze 10. 24. Januar 1998 Flugschanze 11. 21. März 1998 Großschanze 12. 10. Januar 1999 Großschanze 13. 24. Januar 1999 Großschanze 14. 6. März 1999 Normalschanze 15. 5. Februar 2005 Großschanze

Weltcupsiege im Team Nr. Datum Ort Typ 1. 30. Januar 1999 Großschanze 2. 19. Januar 2001 Großschanze

Grand-Prix-Siege im Einzel Nr. Datum Ort Typ 1. 19. August 1995 Normalschanze 2. 12. August 1998 Großschanze

Grand-Prix-Siege im Team Nr. Datum Ort Typ 1. 15. September 1998 Großschanze 1. 7. August 1999 Großschanze

Continental-Cup-Siege im Einzel Nr. Datum Ort Typ 1. 18. Dezember 1994 Großschanze 2. 14. Januar 1995 Großschanze 3. 15. Januar 1995 Normalschanze 4. 21. September 1997 Großschanze 5. 23. Oktober 1999 Großschanze 6. 24. Oktober 1999 Großschanze 7. 15. Januar 2000 Großschanze 8. 16. Januar 2000 Großschanze

Statistik Weltcup-Platzierungen Saison Platz Punkte 1994/95 4. 843 1995/96 33. 151 1996/97 3. 1018 1997/98 2. 1234 1998/99 4. 1589 1999/00 14. 475 2000/01 30. 144 2001/02 11. 460 2002/03 30. 185 2003/04 40. 71 2004/05 30. 133 2008/09 63. 12 2010/11 58. 15

Grand-Prix-Platzierungen Saison Platz Punkte 1995 2. 956 1996 8. 117 1997 5. 192 1998 2. 350 1999 7. 208 2000 6. 253 2001 15. 126 2002 14. 95 2003 54. 3 2004 22. 86 2009 23. 79 2010 61. 14

Continental-Cup-Platzierungen Saison Platz Punkte 1994/95 7. 570 1995/96 67. 141 1996/97 90. 110 1997/98 80. 145 1999/00 14. 440 2000/01 187. 20 2002/03 88. 65 2008/09 55. 106 2009/10 80. 47 2010/11 43. 166 2011/12 58. 82

Schanzenrekorde Ort Land Weite aufgestellt am Rekord bis Innsbruck 117,0 m(HS: 130 m) 3. Januar 1995 4. Januar 1995 Innsbruck 117,5 m(HS: 130 m) 4. Januar 1995 4. Januar 1997 Kuusamo 142,5 m(HS: 142 m) 7. Februar 1996 29. November 2002 Garmisch-Partenkirchen 121,0 m(HS: 140 m) 31. Dezember 1997 1. Januar 1998

Trivia Das österreichische Liedermacher-Duo Christoph & Lollo veröffentlichte 1999 das Lied Funaki auf dem Album Schispringerlieder, in dem sie ihm „huldigen“ und singt es seither oft auf Konzerten.

Weblinks

Kazuyoshi Funaki auf wyniki-skoki.hostingasp.pl (polnisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Skispringer (Japan) Kategorie:Asienspielesieger (Skispringen) Kategorie:Olympiasieger (Skispringen) Kategorie:Olympiateilnehmer (Japan) Kategorie:Weltmeister (Skispringen) Kategorie:Sieger der Vierschanzentournee Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Winterspiele 1998 Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Winterspiele 2002 Kategorie:Teilnehmer an den Asienspielen (Japan) Kategorie:Japaner Kategorie:Geboren 1975 Kategorie:Mann