mini|200px|Onofre Corpuz Onofre Dizon Corpuz (* 1. Dezember 1926 in Camiling, Provinz Tarlac; † 23. März 2013 in Quezon City) war ein philippinischer Wirtschaftshistoriker, Politikwissenschaftler, Hochschullehrer und Politiker, der unter anderem zwischen 1967 und 1971 Bildungsminister, von 1975 bis 1979 Präsident der Universität der Philippinen sowie zwischen 1979 und 1984 Minister für Bildung, Kultur und Sport war. 2004 wurde ihm der Titel National Scientist of the Philippines verliehen.
Leben Onofre Dizon Corpuz begann nach dem Schulbesuch ein grundständiges Studium an der Universität der Philippinen in Diliman, das er 1950 mit einem Bachelor of Arts (B.A.) beendete. Ein darauf folgendes postgraduales Studium an der University of Illinois Urbana-Champaign (UIUC) schloss er 1953 mit einem Master of Arts (M.A.) ab. Er blieb anschließend in den USA und absolvierte ein weiteres postgraduales Studium der Geisteswissenschaften an der Harvard University, welches er 1955 mit einem Master of Public Administration (M.P.A.) beendete. 1956 schloss er zudem seine Promotion zum Doctor of Philosophy (Ph.D.) an der Harvard University ab. Seine Dissertation, die 1957 unter dem Titel „Bureaucracy in the Philippines“ veröffentlicht wurde, setzte einen hohen Maßstab für die Geschichtswissenschaft, indem sie die philippinische Bürokratie unter spanischer Kolonialherrschaft akribisch analysierte. Nach seine Rückkehr lehrte er als Professor für Wirtschaftsgeschichte und Politikwissenschaften.
Am 16. Dezember 1967 übernahm Corpuz, der zuvor von 1966 bis 1967 Unterstaatssekretär im Bildungsministerium war, als Nachfolger von Carlos P. Romulo den Posten des Bildungsministers (Secretary of Education) im ersten Kabinett von Präsident Ferdinand Marcos. und bekleidete dieses Amt bis zum 20. April 1971, woraufhin Juan L. Manuel ihn ablöste. 1972 gründete Corpuz die Development Academy of the Philippines (DAP) und fungierte als deren erster Präsident. Die DAP – inspiriert von seiner Vision eines „Career Executive Service“ (CES), der globalen bürokratischen Systemen nachempfunden war – entwickelte sich zu einem Ausbildungszentrum für leitende Regierungsbeamte und förderte die Professionalisierung der öffentlichen Verwaltung. 1973 wurde er erster Vorsitzender des Gremiums für den höheren Verwaltungsdienst (Career Executive Service Board) und behielt diese Funktion bis zu seiner Ablösung durch Jacobo C. Clave 1978. Zuleich übernahm er 1975 von Salvador P. Lopez das Amt als Präsident der Universität der Philippinen und übte dieses bis 1979 aus, woraufhin Emanuel V. Soriano neuer Universitätspräsident wurde.
Im Juli 1979 ernannte Präsident Marcos ihn als Nachfolger von Juan Manuel zum Minister für Bildung, Kultur und Sport (Minister of Education, Culture and Sports) und verblieb in diesem Ministeramt bis zu seiner Ablösung durch Jaime C. Laya im Januar 1984. Nach seinem Ausscheiden aus der Regierung widmete er sich wieder seiner Lehr- sowie Forschungstätigkeit und verfasste zudem verschiedene Fachbücher. Er fungierte zudem von 1994 bis 1996 als Präsident der Tageszeitung „The Manila Chronicle“. Corpuz, der mit Dr. Aurora Corpuz verheiratet war, bekam 2004 den Titel National Scientist of the Philippines in der Kategorie „Politische Ökonomie und Regierung“ verliehen.
Veröffentlichungen Bureaucracy in the Philippines, 1957 The Philippines 1966 Liberty and government in the new society an intellectual perspective, 1983 Roots of the Filipino Nation, 2 Bände, 1989 Economic History of the Philippines, 1999 Saga and Triumph: The Philippine Revolution Against Spain, 2002 Übersetzungen aus dem Spanischen History of one of the Initiators of the Filipino Revolution, 1988 The Events of 1872: A Historico-bio-bibliographical Account, Autor Manuel Artigas y Cuerva, 1996.
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