Bodie Alexander Ashton (* 1986) ist ein australischer Historiker, der an der Universität Erfurt lehrt. Sein Fachgebiet sind die deutsche und europäische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, insbesondere die politischen, sozialen, verfassungsrechtlichen und diplomatischen Aspekte dieser Epochen. Zudem umfassen seine Forschungsinteressen politische Ideologie, Imperialismus und Kolonialismus sowie die Geschichte von LGBTIQ+-Personen, wobei sich sein geografischer Fokus auf Westeuropa (einschließlich Großbritannien) und Russland erstreckt.

Leben Ashton studierte ab 2005 Geschichte und Germanistik an der University of Adelaide, wo er 2007 seinen Bachelor-Abschluss machte. 2008 erhielt er seinen Bachelor of Arts mit höchster Auszeichnung in neuerer und neuester Geschichte an der University of Adelaide unter der Betreuung von Frederic S. Zuckerman mit der Arbeit Stalin’s Bitter Pill: Ideology, Diplomacy and the Nazi-Soviet Pact. 2009 erhielt er den Australian Postgraduate Award. 2009 begann er sein Doktoratsstudium an der University of Adelaide, wo er 2014 unter der Betreuung von Robin Prior sowie Gareth Pritchard mit der Dissertation The Kingdom of Württemberg and the Making of Germany, 1815–1871 zum Ph.D. promoviert wurde. 2017 erschien eine gleichnamige Monografie beim Verlag Bloomsbury Publishing, die vom Magazin Choice als ‘Outstanding Academic Title of 2017' gelobt wurde. 2015 war er Forschungsassistent am Sir John Monash Centre des Australian National Memorial in Villers-Bretonneux, Frankreich. Von 2015 bis 2016 war er Forschungsassistent bei The David Roche Foundation in Nord-Adelaide. Von 2016 bis 2018 war er wissenschaftlicher Lektor oder Redakteur im ERC Advanced Grant Research Project Reconsidering Constitutional Formations (ReConFort) des Europäischen Forschungsrats an der Universität Passau. Von 2018 bis 2020 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter in Rechtsgeschichte an der Universität Passau am Lehrstuhl für bürgerliches Recht sowie deutsche und europäische Rechtsgeschichte. 2022 erhielt er für sein Rechercheprojekt The Parallel Lives of Liddy Bacroff: Transgender (Pre)History and the Tyranny of the Archive in Twentieth-Century Germany über die Verfolgung und Ermordung der trans* Frau Liddy Bacroff im KZ Mauthausen im Jahr 1943 durch die Nationalsozialisten den Diversity & Inclusion Prize. Von 2021 bis 2024 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Erfurt am Forschungsprojekt Between ‘Goodbye to Berlin’ and ‘Off to Casablanca’: Queer Migration and Border Transgressions in Twentieth-Century (West) Germany im Rahmen des Freigeist Projekts The Other Global Germany: Transnational Criminality and Deviant Globalization in the 20th Century der Volkswagenstiftung. Von 2024 bis März 2026 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Forschungsabteilung V (Globalisierungen in einer geteilten Welt) des Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam, wo er am Projekt Transnational Transgender. Recovering and Rebuilding Gender Identities in Germany and Western Europe, 1945–1989 arbeitete. Seit April 2026 ist er dort assoziierter Mitarbeiter.

Für seine Doktorarbeit studierte Ashton die Geschichte Deutschlands im 19. Jahrhundert. Darin vertritt er die Auffassung, dass die gängigen Darstellungen dieser Epoche die Vielschichtigkeit proto-demokratischer und liberaler Bewegungen im deutschsprachigen Raum oftmals unzureichend berücksichtigen. Im Mittelpunkt seiner Forschungen standen die Entwicklung des Konstitutionalismus sowie die verfassungsbezogene Identitätsbildung in den süddeutschen Staaten, insbesondere im Königreich Württemberg.

2024 erschien sein Buch The Pet Shop Boys and the Political: Queerness, Culture, Identity and Society über die britische Band Pet Shop Boys. Im selben Jahr wirkte er an der ZDF-Doku Verbotene Liebe – Queere Opfer der NS-Diktatur mit. Zudem schrieb er einen Beitrag zum Buch KörperZeiten: Narrative, Praktiken und Medien, das 2024 von Manuel Bolz, Fabian Röderer und Constanze Wallenstein herausgegeben wurde.

Ashton veröffentlichte Fachartikel im Giornale di storia costituzionale und im Flinders Journal of History & Politics sowie zahlreiche Rezensionen in The American Historical Review, European History Quarterly, German Studies Review, German History und The German Quarterly.

Weblinks Offizielle Website State of Natur (von Bodie Ashton mit einer Kurzbiografie) Profil und Curriculum Vitae von Bodie Ashton bei der Universität Erfurt Postdoc-Profil bei ReConFort der Universität Passau

Einzelnachweise

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