Tripurdaman Singh ist ein Historiker und Autor, der zur modernen Geschichte Südasiens arbeitet und sich besonders mit Souveränität, Staatsbildung, Dekolonisierung, Verfassungsgebung und der Entstehung der indischen Demokratie befasst. Im Jahr 2024 erhielt er den Dan-David-Preis und ein Preisgeld von 300.000 US-Dollar zur Unterstützung seiner Forschung.
Leben Singh erwarb an der Universität Cambridge einen MPhil in Modern South Asian Studies und einen PhD in Geschichte. Er war Fellow des Indischen Rates für historische Forschung an der Universität Agra, British Academy Postdoctoral Fellow an der Universität London sowie Visiting Fellow in Leiden, Paris und Basel. Er ist Fellow der Royal Asiatic Society und der Royal Historical Society. Am Hochschulinstitut für internationale Studien und Entwicklung in Genf ist er als Forscher am Albert-Hirschman-Zentrum für Demokratie tätig und am Institut für Commonwealth-Studien der Universität London als Associate Research Fellow verbunden.
Wirken Singhs Forschung stellt die Begegnung Südasiens mit Kolonialismus, den Prozess der Dekolonisierung und die Entstehung indischer Demokratie in den Mittelpunkt; der Dan-David-Preis würdigte dabei seine Forschung zur politischen und Verfassungsgeschichte Südasiens. Sein Buch Imperial Sovereignty and Local Politics: The Bhadauria Rajputs and the Transition from Mughal to British India, 1600–1900 (2019) untersucht anhand der Bhadauria Rajputs Verflechtungen lokaler Herrschaftsformen mit mughalischen, marathischen und britischen imperialen Formationen. In Sixteen Stormy Days: The Story of the First Amendment to the Constitution of India behandelte er die erste Verfassungsänderung Indiens von 1951, die Rede- und Pressefreiheit, Eigentumsrecht, Reservierungspolitik und gerichtliche Überprüfbarkeit von Gesetzen berührte. Das Buch wurde 2023 mit dem Ramnath Goenka Award in der Kategorie „Sachbuch“ ausgezeichnet und als Darstellung eines entscheidenden Moments der indischen Verfassungs- und Politikgeschichte beschrieben. In der Rezeption wurde hervorgehoben, dass das Buch eine breite Gegnerschaft gegen die Verfassungsänderung rekonstruiert und seine Fragen zu Grundrechten und staatlicher Macht in Indien fortwirken. Zusammen mit Adeel Hussain veröffentlichte Singh Nehru: The Debates that Defined India (2021), das Jawaharlal Nehrus Auseinandersetzungen mit Muhammad Iqbal, Muhammad Ali Jinnah, Vallabhbhai Patel und Syama Prasad Mookerjee als wichtige Debatten der modernen indischen Politik rekonstruiert. Neben seinen Monografien veröffentlichte Singh Kommentare und Beiträge in wichtigen Leitmedien.
Einzelnachweise
Kategorie:Historiker Kategorie:Autor Kategorie:Geboren im 20. Jahrhundert Kategorie:Mann