Swami Satprakashananda,Sanskrit für „Die Glückseligkeit des Lichts der Wahrheit“ oder „Derjenige, der Freude im Licht der Wahrheit findet.“ eigentlich Harish Chandra Das (* April 1888 in Dhaka, damals Britisch-Indien; † 15. November 1979 in St. Louis, Missouri), war ein indischer Philosoph, Mönch des Ramakrishna-Ordens und Religionslehrer. Als Autor setzte er die Positionen des Advaita Vedanta in Beziehung zu anderen indischen und westlichen Denksystemen. So war er ein wichtiger Vermittler des Vedanta im Westen und brachte Meditation, hinduistische Psychologie und nichtdualistisches Denken in den amerikanischen akademischen und spirituellen Diskurs ein.
Leben und Wirken Swami Satprakashananda wurde 1888 in Dhaka (damals Britisch-Indien, heute Bangladesch) geboren. Vor seinem Eintritt in den Orden trug er den Namen, in Kurzform Harish. Sein Vater starb während seiner Kindheit. Nach einem Aufbaustudium an der University of Calcutta trat er 1924 in Dhaka dem „Ramakrishna Orden“ bei. Bereits 1908 war er von Swami Brahmananda initiiert worden, im Jahre 1927 erhielt er von Swami Shivananda die Sannyasa-Mönchsweihe.
Zeitweise war Satprakashananda Mitherausgeber der englischsprachigen Monatszeitschrift „Prabuddha Bharata“, die seit 1896 erscheint. Zudem leitete er sechs Jahre lang das Zentrum der Ramakrishna-Mission in Neu-Delhi.
1937 wurde Satprakashananda in die Vereinigten Staaten entsandt. Zunächst hielt er während eines Sommers Vorträge in Washington, D.C., entschied sich jedoch gegen die Gründung eines Zentrums in der Hauptstadt, da er deren politisch geprägtes Umfeld und die hohe Fluktuation der Bevölkerung als ungünstig für eine dauerhafte spirituelle Arbeit ansah.Vedanta Society, St. Louis (1999). „A short history of the Vedanta Society of St. Louis (1938 to 1996)“. Prabuddha Bharata. 104 (1): 387–393, ISSN 0032-6178Norman G. Barrier: India And America. American Publishing on India 1930-1985. Manohar American Institute Of Indian Studies, New Delhi 1986, ISBN 81-85054-09-6, auf ia601500.us.archive.org S. 14
Anschließend ging er nach St. Louis, wo er 1938 eine dauerhafte Vedanta-Gesellschaft () gründete, die er in den folgenden vier Jahrzehnten leitete.Carl T. Jackson: Vedanta for the West: The Ramakrishna Movement in the United States. Indiana University Press, 1994 Später, im Jahr 1947 gründete er auch die Vedanta Society of Kansas City. Sie entstand als Zweig der bereits 1938 von ihm gegründeten Vedanta Society of St. Louis.
Die Ramakrishna-Bewegung geht auf die Lehren von Ramakrishna zurück. Organisatorisch gegründet wurde die Bewegung jedoch vor allem von seinem Schüler Swami Vivekananda. Er gründete 1897 in Indien die Ramakrishna Mission nach dem Tod Ramakrishnas. Satprakashananda hatte noch direkten Kontakt zu Persönlichkeiten der ersten Ramakrishna-Generation, darunter Swami Vivekananda, Sarada Devi und mehreren direkten Schülern von Ramakrishnas. Die Vedanta Movement ist eine aus dem Hinduismus hervorgegangene religiös-philosophische Bewegung, die auf den Lehren des VedāntaGeorg Feuerstein: Die Yoga Tradition. Geschichte, Literatur, Philosophie & Praxis. Yoga-Verlag, Wiggensbach 2009, , S. 151–152; 40 f. basiert, insbesondere des Advaita Vedānta (Nichtdualismus, reiner Monismus). Erstmals in der Mundaka-Upanishad in 3.2.6 und der Bhagavad Gita, im Vers 15.15 für die am Ende des vedischen Schrifttums stehenden Upanishaden verwendet. Sie wurde im Westen vor allem durch Swami Vivekananda seit dem Ende des 19. Jahrhunderts verbreitet und betont die Einheit allen Seins, die göttliche Natur des Menschen sowie die Möglichkeit spiritueller Erkenntnis durch Meditation, Ethik und Selbsterkenntnis. Organisatorisch ist sie eng mit dem Ramakrishna Orden und den internationalen Vedanta Societies verbunden. Wichtige Personen waren neben ihm: Swami Nikhilananda, Swami Prabhavananda, Aldous Huxley, Swami Akhilananda, Swami Ashokananda, Swami Yatiswarananda, Swami Pavitrananda, Swami Chinmayananda, Sarvepalli Radhakrishnan.
Satprakashananda veröffentlichte zahlreiche Werke über Vedanta sowie über hinduistische religiöse Schriften und deren Kommentierung. Zu seinen Schülern gehörte der Religionswissenschaftler Huston Smith, der erklärte, Satprakashananda habe ihn „in die hinduistische Psychologie eingeführt“ und sei „vielleicht der einzige Mensch“ gewesen, den er als wahrhaft heilig betrachtet habe. In seinem Buch American Veda beschreibt Philip GoldbergPhilip Goldberg, The Interfaith Observer, Seattle University, auf theinterfaithobserver.org Philip Goldberg: American Veda: From Emerson and the Beatles to Yoga and Meditation How Indian Spirituality Changed the West. Harmony Books, New York 20130, ISBN 978-0-385-52135-2.Rev. Heng Sure: Knowing Huston Smith. The Interfaith Observer, Seattle University auf theinterfaithobserver.org Swami Satprakashananda: Methods of Knowledge: Perceptual, Non-perceptual, and Transcendental. George Allen and Unwin, London 1965, 6. Auflage Indien 2009, ISBN 978-81-7505-065-5, S. 11–12 („Foreword: Huston Smith“), auf estudantedavedanta.net nach seinem Umzug nach St. Louis regelmäßig die Vedanta Society besuchte, Meditation praktizierte und sich über Jahre hinweg wöchentlich von Satprakashananda unterweisen ließ. Beim Erwerb eines Gebäudes für die Gesellschaft trat Smith nach eigenen Angaben formal als Käufer auf, da Vorbehalte gegenüber dem aus Indien stammenden Satprakashananda bestanden hätten. Der Vorfall wurde später als Beispiel für rassistische Diskriminierung gegenüber dem Swami interpretiert.Bina Gupta:: Untitled [review of Satprakashananda's The Goal and the Way and Balasubramanian's Advaita Vedanta]. Philosophy East and West (1979) 29 (2): 247–249, doi:10.2307/1398565. JSTOR 1398565
Erkenntnismethoden In seinen Methods of Knowledge: Perceptual, Non-perceptual, and Transcendental. (1965) (deutsch: „Methoden der Erkenntnis“) behandelte Satprakashananda erkenntnistheoretische Fragestellungen aus der Perspektive des Vedanta, insbesondere der Advaita-Tradition. Das Werk untersuchte unterschiedliche Formen der Erkenntnis, darunter Sinneswahrnehmung, begriffliches Wissen und transzendentale Erfahrung. Dabei wurden sowohl klassische Probleme der westlichen Erkenntnistheorie als auch indische philosophische Ansätze berücksichtigt und verglichen. Ein Schwerpunkt lag auf der Interpretation verschiedener Formen des „Nichtseins“ sowie auf der Frage nach der „Quelle der Erkenntnis im Selbstbewusstsein des Subjekts“.
Werke (Auswahl) Vedanta for All. Sri Ramakrishna Math., Chennai, India 2001, ISBN 978-8-171-20934-7. The goal and the way: the Vedantic approach to life's problems. Vedanta Society of St. Louis, St. Louis 1977, ISBN 978-0-916-35656-9. Methods of Knowledge: Perceptual, Non-perceptual, and Transcendental. George Allen and Unwin, London 1965.Informationen zum Buchtitel im Internet Archive. Universe, God and God-realization. Vedanta Society of St. Louis, 1977, ISBN 0-916-35657-4 Vedanta for All. Sri Ramakrishna Math, 2001, herausgegeben von Ray Ellis auf Basis von Vorträgen und Schriften Satprakashanandas, ISBN 978-81-7120-934-7 The Sum and Substance of Advaita Vedanta. Beitrag in: Studies in Vedānta Philosophy, Bharatiya Kala Prakashan, Delhi, 2002, ISBN 8-186-05082-5 Ethics and religion. The Vedanta center, 1942 Hinduism and Christianity. Jesus Christ and his teachings in the light of Vedanta. Vedanta Society of St. Louis, St. Louis 1975, ISBN 978-0-9163-5653-8 Meditation its process, practice, and culmination. Vedanta Society of St. Louis, St. Louis 1976, ISBN 978-0-9163-5655-2 The significance of Sri Ramakrishna's life and message in the present age: with the author's reminiscences of Holy Mother and some direct disciples. Vedanta Society of St. Louis, St. Louis 1976, ISBN 978-0-916-35654-5 Swami Vivekananda's contribution to the present age. Vedanta Society of St. Louis, St. Louis 1978, ISBN 978-0-9163-5658-3
Literatur Karl Hinck: Methods of Knowledge: Perceptual, Non-perceptual, and Transcendental According to Advaita Vedānta. Philosophy East and West, (1968) 18 (3): 220. doi:10.2307/1398268 Bina Gupta: The Goal and the Way: The Vedantic Approach to Life's Problems. Philosophy East and West, (1979) 29 (2): 247–249. doi:10.2307/1398565 Patrick Horn: The Hidden History of Vedanta in the West. American Vedantist, (2018), 73, ISSN 1551-7284 Carl T. Jackson: Vedanta for the West: The Ramakrishna Movement in the United States. Indiana University Press, Bloomington & Indianapolis 1994 Kenneth Bausch: Big Bang Spirituality, Life, and Death. Journal of Consciousness Exploration & Research, December 2016, Vol. 7, Issue 11, ISSN 2153-8212, S. 1051–1063, auf philpapers.org S. 1053
Weblinks Fotografie von Swami Satprakashananda Swami Satprakashananda, posted on November 17, 2015 by VivekaVani Vedanta Society of St. Louis auf vedantaarchive.org
Einzelnachweise
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