Géza Falk (* 16. Januar 1899 in Budapest, Königreich Ungarn; † 29. März 1945 in Pozsonyligetfalu, Königreich Ungarn) war ein ungarischer Komponist und Musikschriftsteller.
Leben Géza Falk erhielt seine musikalische Ausbildung an der Nationalen Ungarischen Hochschule für Musik, wo er Komposition bei Albert Siklós und Klavier bei Árpád Szendy studierte.
Nach Abschluss seines Studiums widmete sich Falk zunächst vor allem dem Komponieren. Bereits 1923 entstand mit A furulyás ein Werk für Solisten, Kinderchor und Orchester nach dem Stoff des Rattenfängers von Hameln, das noch im selben Jahr uraufgeführt wurde. Neben Liedern und Kammermusik schrieb er insbesondere groß angelegte Kompositionen, mit denen er größere Beachtung fand. 1929 wurde sein Oratorium Mózes erstmals aufgeführt. Im darauffolgenden Jahr entstanden das Tanzpoem Endymion, das Oratorium A kinyilatkoztatás sowie die Orchestersuite A kínai fuvola für Tenor und Orchester.
Parallel zu seiner kompositorischen Tätigkeit trat Falk zunehmend als Musikschriftsteller und Vortragsredner hervor. In öffentlichen Veranstaltungen sprach er über Komponisten und musikgeschichtliche Themen. Offenbar boten ihm diese Tätigkeiten bessere berufliche und wirtschaftliche Perspektiven, sodass er sich seit Beginn der 1930er Jahre immer stärker dem Schreiben zuwandte. Neben zahlreichen Beiträgen für Tageszeitungen und Musikzeitschriften veröffentlichte er ab 1936 in rascher Folge musikwissenschaftliche und populärwissenschaftliche Bücher. Bis 1944 erschienen jährlich ein bis zwei neue Publikationen. Insgesamt verfasste Falk mehr als sechzehn Bücher, darunter Monographien über Komponisten wie Verdi, Liszt, Wagner, Tschaikowski, Mussorgski und Puccini, Darstellungen sämtlicher Beethoven-Sinfonien sowie Werke über ungarische Musik und allgemeine musiktheoretische Themen. Hinzu kamen ein musikalisches Wörterbuch, ein umfassendes Musiklexikon im Taschenformat, eine Enzyklopädie für Rundfunkhörer, ein Musiklehrbuch für Jugendliche sowie eine Einführung in die allgemeine Musiklehre.
Trotz seiner jüdischen Herkunft konnte Géza Falk bis in die Mitte des Jahres 1944 in Budapest weiterarbeiten. Nach der Machtübernahme der Pfeilkreuzler im Oktober 1944 begannen umgehend Deportationen in Richtung Wien, bei denen die Betroffenen in langen Fußmärschen verschleppt wurden. Géza Falk starb am 29. März 1945 in Pozsonyligetfalu, heute Petržalka, ein Stadtteil von Bratislava in der Slowakei, auf seinem Weg von Budapest nach Wien.
Kompositionen (Auswahl) A furulyás für Solisten, Kinderchor und Orchester (1923) Mózes, Oratorium (1929) Endymion, Tanzpoem für Orchester (1930, Text von M. Karlev) A kinyilatkoztatás, Oratorium A kínai fuvola, Suite für Tenor und Orchester
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