Efthymia Nikita (neugriechisch Ευθυμία Νικήτα) ist eine griechische Anthropologin, Osteologin und Bioarchäologin am Forschungszentrum für Wissenschaft und Technologie in Archäologie und Kultur des Cyprus Institute. Sie untersucht menschliche Skelettreste aus dem Mittelmeerraum von vorgeschichtlichen bis nachmittelalterlichen Kontexten, um Gesundheit, Krankheit, Ernährung, Aktivität, Demografie und Mobilität vergangener Bevölkerungen zu rekonstruieren.

Leben Nikita wurde in Thessaloniki geboren; ihre Mutter arbeitete als Englischlehrerin, ihr Vater Panos Nikitas als Chemieprofessor an der Universität Thessaloniki. Sie erwarb 2006 einen Bachelorabschluss in Archäologie an der Universität Thessaloniki. Anschließend wechselte sie an die Universität Cambridge, wo sie 2007 einen M. Phil. in biologischer Anthropologie erwarb. 2011 wurde sie in Cambridge mit der Dissertation The Garamantes of Fazzān: Bioarchaeological evaluation of desert-induced stress and Late Holocene human migrations through the Sahara zum Ph.D. in biologischer Anthropologie promoviert.

Nach kurzer Tätigkeit als Postdoktorandin von Oktober bis Dezember 2012 Von 2012 bis 2015 in Thessaloniki wirkte sie von 2013 bis 2015 in weiteren Postdocstellen in Athen, zunächst an der American School of Classical Studies at Athens, dann an der British School at Athens. Im Herbst 2015 wechselte sie ins Vereinigte Königreich, wo sie von Oktober 2015 bis Dezember 2017 als Honorary Research Associate an der University of York arbeitete und von August 2016 bis September 2017 mit einem Marie-Skłodowska-Curie-Fellowship an der Universität Sheffield tätig war.

Seit 2016 ist sie Assistant Professor für Bioarchäologie am Cyprus Institute. Zudem war sie 2018 bis 2020 Honorary Research Associate am University College London und wurde dort im Oktober 2020 zum Honorary Research Fellow ernannt.

Ihr Interesse an Bioarchäologie wurde während einer Ausgrabung an einem neolithischen Fundplatz im Norden Griechenlands geweckt, als sie die genaue Analyse eines Tierzahns der fehlenden Expertise für ein menschliches Skelett gegenüberstellte.

Wirken Nikitas Forschung folgt biokulturellen Ansätzen und untersucht über menschliche Überreste Aktivität, Mobilität, Demografie, Gesundheit und Ernährung vergangener Populationen; zugleich entwickelt sie Methoden für vermischte Skelettreste, Biodistanzen und Aktivitätsmarker weiter. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Mobilität im prähistorischen ägäischen Raum, im byzantinischen Mittelmeerraum und, mit dem Projekt MetaMobility, in der östlichen Mittelmeerregion und im Nahen Osten der hellenistischen und römischen Zeit. Dabei nutzt sie sowohl Skelettdaten als auch archäobotanische, zooarchäologische und historische Quellen, um ein umfassenderes Bild der Vergangenheit zu gewinnen. Zu ihren Methoden gehören makroskopische Untersuchungen von Schädel- und Zahnmerkmalen sowie Strontiumisotopenanalysen von Zahnschmelz. Ihr Lehrbuch Osteoarchaeology. A Guide to the Macroscopic Study of Human Skeletal Remains (2017) bei Elsevier und erhielt eine ehrenvolle Erwähnung bei den American Publishers Awards for Professional and Scholarly Excellence. Bis 2024 umfasste ihr Publikationsverzeichnis mehr als 110 Artikel und Buchkapitel; außerdem war sie Co-Editor-in-Chief der zweiten Auflage der Encyclopedia of Archaeology. 2023 kündigte Elsevier sie als neue Co-Editor-in-Chief des Journal of Archaeological Science an. Beim Dan-David-Preis gehörte sie 2022 zur ersten Gewinnerkohorte nach der Neuausrichtung des Preises und war unter den neun Ausgezeichneten die einzige Archäologin; das Preisgeld betrug 300.000 US-Dollar.

Im Jahr 2022 erhielt sie den Dan-David-Preis; 2024 führte ScholarGPS sie auf Rang 19 weltweit im Fach Archäologie.

Weblinks Efthymia Nikita bei The Cyprus Institute (englisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Anthropologe (21. Jahrhundert) Kategorie:Bioarchäologe Kategorie:Grieche Kategorie:Geboren im 20. Jahrhundert Kategorie:Frau