Die Ostafrika-Lamellenzahnratte (Otomys tropicalis) ist ein mit mehreren disjunkten Populationen in Ostafrika verbreitetes Nagetier in der Gattung der Lamellenzahnratten. Das Typusexemplar stammt vom Mount-Kenya-Massiv.

Taxonomie Die Populationen galten längere Zeit als Synonym der Südafrikanischen Lamellenzahnratte (Otomys irroratus). Untersuchungen zeigten, dass die morphologischen Unterschiede so groß sind, dass eine Anerkennung als Art erfolgen kann. Die am besten zur Erstbeschreibung passenden Populationen leben am Mount Kenya und im Hochland am Aberdare-Nationalpark. Populationen, die mit den Zusätzen elgonis, faradjius, ghigii, giloensis, nubilus und vivax beschrieben wurden und als Synonyme dieser Art gelten, haben dunkleres rotbraunes Fell und einen im Verhältnis zum Körper längeren Schwanz als die Nominatform. Eine weitere mit dem Zusatz rubeculus beschriebene Population weicht durch eine tiefe Mittelkerbe in den unteren Schneidezähnen ab. Möglicherweise führen zukünftige Studien zur Aufspaltung dieser Art.

Merkmale Dieser mittelgroße Gattungsvertreter erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 125 bis 205 mm, eine Schwanzlänge von 52 bis 102 mm und ein Gewicht von 81 bis 133 g. Es sind 26 bis 34 mm lange Hinterfüße und Ohren von 17 bis 25 mm Länge vorhanden. Typisch sind eine robuste Körperform, ein großer und breiter Kopf und ein flauschiges Fell. Bei den der Nominatform am nächsten kommenden Populationen ist das Fell oberseits dunkelbraun, an den Seiten mittelbraun und unterseits rauchgrau. Markant sind Ohren, die heller als das Fell der Oberseite sind. Der Schwanz ist ebenfalls in eine dunkle Oberseite und eine helle Unterseite aufgeteilt. Die acht Zitzen der Weibchen sind paarig angeordnet. In den oberen Schneidezähnen kommt eine Rille vor und die Kerbe in den unteren Schneidezähnen ist je nach Population mehr oder weniger tief. Die Anzahl der Lamellen variiert zwischen den Molaren.

Verbreitung und Lebensweise Dieses Nagetier lebt im Osten der Demokratischen Republik Kongo, in Ruanda, Burundi, im südlichen Südsudan, im Süden und Osten von Uganda sowie im Westen und in zentralen Gebieten von Kenia. Die Art bewohnt Gebirge und Hochebenen zwischen 2100 und 4000 Meter Höhe. Als Habitat dienen Grasland und Sümpfe. Manchmal werden Kaffee- oder Bananenplantagen besucht.

Die wenigen Beobachtungen lassen vermuten, dass das Tier dämmerungs- oder tagaktiv ist. In der Nahrung überwiegen unreife Körner, Kräuter, Schilfrohr und Baumrinde, die mit Samen aus Früchten, Wurzeln und Beeren komplettiert werden. Während einer Studie in der Demokratischen Republik Kongo wurden 16 bis 40 Exemplare pro Hektar dokumentiert. Weibchen können sich zu allen Jahreszeiten fortpflanzen und es sind bis zu fünf Würfe pro Jahr möglich. Dabei enthält jeder Wurf ein bis zwei Neugeborene.

Je nach Region überschneiden sich die Reviere mit der Thomas-Lamellenzahnratte (Otomys thomasi) und der Mount-Kenya-Lamellenzahnratte (Otomys orestes). Bei der Ruwenzori-Lamellenzahnratte (Otomys dartmouthi) und der Mount-Elgon-Lamellenzahnratte (Otomys jacksoni) besteht eine geografische Trennung in der bewohnten Höhenlage.

Gefährdung Für den Bestand sind keine Bedrohungen bekannt. In Plantagen kann das Tier Schäden an vielen Bäumen verursachen. Die Gesamtpopulation gilt als groß und es sind mehrere Schutzzonen vorhanden. Die IUCN listet die Ostafrika-Lamellenzahnratte als nicht gefährdet (least concern).

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Einzelnachweise

Kategorie:Lamellenzahnratten