Die Region Bandiagara ist eine Verwaltungsregion Malis, die aus der Aufteilung der Region Mopti hervorgegangen ist. Ihr Hauptort ist die Stadt Bandiagara. Die Region umfasst große Teile des Dogonlandes und ist besonders durch die Felsen von Bandiagara bekannt, die seit 1989 als gemischte Kultur- und Naturstätte zum Welterbe der UNESCO gehören.
Geografie Die Region liegt im Zentrum Malis südlich des Nigerbogens und grenzt im Süden an Burkina Faso. Sie erstreckt sich über eine Fläche von 24.850 km². Landschaftlich wird die Region durch das Dogon-Plateau, sandige Ebenen und die Felsabbrüche von Bandiagara geprägt. Die UNESCO beschreibt die Falaise de Bandiagara als ausgedehnte Fels- und Sandsteinlandschaft mit traditionellen Siedlungen, Speichern, Heiligtümern und Versammlungsplätzen der Dogon.
Geschichte Das Gebiet der heutigen Region Bandiagara gehörte bis zur Verwaltungsreform zur Region Mopti. Die Schaffung einer eigenen Region Bandiagara wurde bereits durch die malische Verwaltungsreform von 2012 vorgesehen, jedoch zunächst nicht vollständig umgesetzt. Mit dem Gesetz Nr. 2023-006 vom 13. März 2023 wurde die neue Verwaltungsgliederung bestätigt und Bandiagara als eine der Regionen des Landes festgelegt.
Historisch ist die Region eng mit dem Siedlungsgebiet der Dogon verbunden. Die Felsen von Bandiagara und die umliegenden Dörfer gelten als eines der bedeutendsten Kulturgebiete Malis. Neben der traditionellen Architektur und den religiösen Bräuchen der Dogon spielte die Region auch für die archäologische Erforschung älterer Siedlungsschichten in Westafrika eine wichtige Rolle. In der jüngeren Vergangenheit wurde das Gebiet zudem durch die Sicherheitskrise in Zentralmali belastet, die Landwirtschaft, Viehhaltung, Märkte und Tourismus erheblich beeinträchtigte.
Gliederung Die Region ist in neun Kreise (cercles) gegliedert.Verwaltungsgliederung Malis Insgesamt umfasst sie 30 Arrondissements, 53 Gemeinden sowie 1024 Dörfer und Fraktionen.
Code KreisKreisGemeinden1901Bandiagara101902Koro161903Bankass41904Kendié51905Ningari41906Diallassagou51907Sangha21908Kani41909Sokoura3
Bevölkerung 2023 hatte die Region 1.270.224 Einwohner. Die Bevölkerung besteht vor allem aus Dogon, Peul/Fulbe und weiteren Bevölkerungsgruppen Zentralmalis. Die Region gehört zum Kerngebiet der Dogonsprachen, die in zahlreiche lokale Varietäten gegliedert sind.
JahrEinwohnerzahl1998690.7402009940.81920231.270.224
Wirtschaft Die Wirtschaft der Region ist überwiegend ländlich geprägt. Zu den wichtigsten Erwerbsgrundlagen gehören Regenfeldbau, Viehhaltung, kleinräumiger Gemüsebau und lokaler Handel. Auf dem Dogon-Plateau werden vor allem Hirse, Sorghum und Schalotten angebaut; daneben spielen Wildpflanzen, kleinere handwerkliche Tätigkeiten und traditionell auch der Tourismus eine Rolle, der jedoch durch die schlechte Sicherheitslage im Land eingeschränkt wird.
Einzelnachweise
Bandiagara