Rolf Zerling (* 12. Mai 1925 in Bremen; † 30. September 2000 in Großenkneten) war ein deutscher Generalmajor des Heeres der Bundeswehr.

Leben Zerling, Sohn eines Volksschul-Lehrers und späteren Geschäftsführers, studierte 1942 an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Am 6. Dezember 1942 trat er als Reserve-Offizieranwärter bei der Panzer-Ersatz-Abteilung 10 in Groß Glienicke in die Wehrmacht ein. In der Abteilung diente er bis Juli 1943. Von Dezember 1943 bis Februar 1944 war er als Ladeschütze bei der 5. Kompanie des Panzer-Regiments 26 im Raum Nettuno in Italien an der Front eingesetzt. Am 1. August 1944 erfolgte die Ernennung zum Leutnant der Reserve. Von Januar bis Mai 1945 war er Ordonnanzoffizier, Bataillons-Adjutant und Kompanieführer in der II. Abteilung des Fallschirm-Panzergrenadier-Regiments 2 Hermann Göring der Fallschirm-Panzergrenadier-Division 2 Hermann Göring im Weichsel-Bogen, an der Oder und Neiße, in Schlesien und im Erzgebirge. Vom 8. Mai 1945 bis 21. Juni 1945 schlug er sich aus dem Raum Zinnwald nach Bremen durch und konnte so einer Kriegsgefangenschaft entgehen.Range 2013 a. a. O.Sadlowski 1985 a. a. O.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Zerling 1945/46 Hoffeger, Spritzlackierer, Dolmetscher und Hauptvormann beim 17th Port Motor Pool in Bremen und von April bis Oktober 1947 Chef der deutschen Angestellten bei der BPE Ordnance Dock Operations in Bremerhaven. Von 1949 bis 1951 studierte er Sportwissenschaft an der Deutschen Sporthochschule Köln.

Zerling gehörte kurzzeitig der Deutschen Männer-Handballnationalmannschaft an. Am 21. Januar 1951 nahm er an einem Länderspiel gegen die Schwedische Männer-Handballnationalmannschaft in Göteborg teil. Am 4. November 1951 nahm er in der Auswahlmannschaft des Regionalverbandes West am Endspiel des Feldhandball-Bundespokals in Hagen teil, am 2. November 1952 am Endspiel in Braunschweig und am 8. November 1953 am Endspiel in Duisburg.

Von 1952 bis 1958 studierte Zerling Rechtswissenschaft und Staatswissenschaften an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, der Universität zu Köln und der Universität Hamburg. Auf finanziellen Gründen erreichte er keinen Abschluss und war von 1956 bis Juni 1959 kaufmännisch in der Geschäftsführung des Unternehmerverbands der graphischen Betriebe Bremen tätig.

Am 1. Juli 1957 trat Zerling als Oberleutnant in die Bundeswehr ein und war bis September 1962 Offizier für Personalwesen und Militärisches Nachrichtenwesen (S 1/S 2), Kompaniechef und Offizier für Logistik (S 4) im Panzergrenadierbataillon 322 in Schwanewede.

Von Oktober 1962 bis September 1964 absolvierte Zerling den 5. Generalstabslehrgang Heer an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg, wo er zum Offizier im Generalstabsdienst ausgebildet wurde. Danach war er Generalstabsoffizier für Operationsführung (G 3) in der Abteilung G 3 im Stab des II. Korps in Ulm von Oktober 1964 bis September 1966, Abteilungsleiter G 3 der Gebirgsjägerbrigade 22 in Mittenwald von Oktober 1966 bis September 1968 und Bataillonskommandeur des Panzergrenadierbataillons 72 in Hamburg von Oktober 1968 bis März 1970. Anschließend wurde er Referent im Referat 1 (Grundsatzangelegenheiten militärischer Organisation, militärische Spitzenorganisation) der Stabsabteilung IV (Organisation) im Führungsstab der Streitkräfte im Bundesministerium der Verteidigung in Bonn von April 1970 bis März 1972, Chef des Stabes der 6. Panzergrenadierdivision in Neumünster von April 1972 bis September 1974 und Abteilungsleiter für Operationsführung und Militärisches Nachrichtenwesen (Operations and Intelligence) im Allied Command Baltic Approaches der NATO in Karup in Dänemark von Oktober 1974 bis September 1977.

Am 17. September 1977 wurde Zerling Brigadekommandeur der Panzergrenadierbrigade 31 in Oldenburg und im Oktober 1980 zum Brigadegeneral ernannt. Im April 1983 wurde er, unter Beförderung zum Generalmajor, Chef des Stabes der Northern Army Group der NATO in Mönchengladbach. Mit Ablauf des September 1985 wurde er in den Ruhestand versetzt.

Zerling war verheiratet, evangelisch und hatte zwei Töchter.

Auszeichnungen Erdkampfabzeichen der Luftwaffe Panzerkampfabzeichen in Silber Eisernes Kreuz II. Klasse Eisernes Kreuz I. Klasse (1945) Verwundetenabzeichen in Schwarz (1945) Nahkampfspange in Bronze (1945) Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

Siehe auch Führungsakademie der Bundeswehr/Absolventen Liste der Generale des Heeres der Bundeswehr

Literatur

Einzelnachweise

Kategorie:Kommandeur der Panzergrenadierbrigade 31 (Heer der Bundeswehr) Kategorie:Generalmajor (Heer der Bundeswehr) Kategorie:Person (Bundesministerium der Verteidigung) Kategorie:Absolvent der Führungsakademie der Bundeswehr Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Kategorie:Träger des Eisernen Kreuzes I. Klasse Kategorie:Leutnant (Heer der Wehrmacht) Kategorie:Handballnationalspieler (Deutschland) Kategorie:Militärperson (NATO) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1925 Kategorie:Gestorben 2000 Kategorie:Mann