Die Grandidier-Bulldoggfledermaus (Mops leucogaster) ist laut IUCN ein auf Madagaskar endemisches Fledertier in der Familie der Bulldoggfledermäuse. Andere Quellen zählen weitere Funde auf dem afrikanischen Festland zur Art. Das Tier zählte längere Zeit als Synonym der Kleinen Bulldoggfledermaus. In älteren Werken sind beide Arten in den Gattungen Freischwanzfledermäuse (Chaerephon) oder Faltlippenfledermäuse (Tadarida) gelistet. Zusammen bilden sie eine Artengruppe mit der Madagaskar-Bulldoggfledermaus und der Seychellen-Bulldoggfledermaus. Das Typusexemplar wurde östlich von Morondava gefunden.

Merkmale Diese kleine Bulldoggfledermaus erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 53 bis 62 mm, eine Schwanzlänge von 26 bis 37 mm und ein Gewicht von 6 bis 10 g. Sie hat 33 bis 37 mm lange Unterarme, Hinterfüße von 5 bis 7 mm Länge und 13 bis 17 mm lange Ohren. Das weißliche Fell am Bauch steht im Kontrast zu dunkelbraunen Bereichen an Brust, Kehle, Kopf und Rücken. Dabei sind die Haare kurz. Gewöhnlich haben die Flughäute eine schwarze Farbe, doch es gibt Exemplare mit helleren und durchscheinenden Stellen. Ein Hautstreifen verbindet die Ohren auf der Stirn. Bei Männchen bilden aufgerichtete Haare an den Ohren einen Kamm. Drüsen im Bereich der Kehle oder des Schwanzes sind nicht vorhanden. Kennzeichnend für das Ohr sind ein winziger und etwa viereckiger Tragus sowie ein ungefähr halbkreisförmiger Antitragus.

Verbreitung und Lebensweise Auf Madagaskar lebt das Tier im Osten, im Süden und an der Nordspitze. Damit ist nur im Südosten ein gleichzeitiges Vorkommen mit der Madagaskar-Bulldoggfledermaus möglich. Manche Abhandlungen zählen auch Funde aus Sierra Leone, Mali, Elfenbeinküste, Ghana, Nigeria, Kamerun, Tschad, Äthiopien, Republik Kongo, Demokratische Republik Kongo und aus dem östlichen Tansania (mit Pemba) zur Art. Laut IUCN wird deren Zugehörigkeit nicht durch genetische Daten gestützt. Diese Fledermaus lebt im Flach- und Hügelland bis 900 Meter Höhe. Als Habitat dienen trockene oder halbtrockene Savannen und Wälder, die stark verändert sein können sowie Siedlungsgebiete.

Die nachtaktive Grandidier-Bulldoggfledermaus ruht am Tage in Felsspalten, unter loser Baumrinde, in Baumhöhlen und Gebäuden, die oft aus der Kolonialzeit stammen. In Gebäuden bildet das Tier kleinere Kolonien. In natürlichen Verstecken ruhen maximal vier Exemplare zusammen. Die Rufe zur Echoortung sind etwa 8 Millisekunden lang und frequenzmoduliert. Der Abstand zwischen der kleinsten und höchsten Frequenz ist 19 kHz und die höchste Energie wird bei 28 kHz erzeugt. Zur Nahrungswahl und zur Fortpflanzung gibt es keine Informationen.

Gefährdung Für den Bestand dieses anpassungsfähigen Tieres sind keine Bedrohungen bekannt. Von der IUCN wird die Grandidier-Bulldoggfledermaus als nicht gefährdet (least concern) gelistet.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Mops (Gattung)