mini|Fassade mini|Erinnerungstafel an die Zuschüttung des Rio dei Catecumeni im Jahr 1843 mini|Kruzifix in der heutigen Kapelle der Salesianerinnen San Giovanni Battista de’ Catecumeni, auch einfach Catecumeni genannt, ist eine Kirche nebst ehemaligem Hospiz im Osten des venezianischen Sestiere Dorsoduro, die bis ins spätere 16. Jahrhundert zurückreicht. Sie befindet sich südwestlich der Basilika Santa Maria della Salute. Das Hospiz diente der Aufnahme von Sklaven und Kriegsgefangenen, die bereit waren, zum Katholizismus zu konvertieren.
Geschichte Am 21. Oktober 1557 beschloss die Republik Venedig, eine Zufluchtsstätte für Kriegsgefangene und Sklaven einzurichten, die durch Konversion zum Katholizismus Freie werden wollten und daher als Katechumenen bezeichnet wurden, als Übertrittswillige. Vorbild war eine 1540 in Rom entstandene Einrichtung. Die Anerkennung der Einrichtung durch den Rat der Zehn erfolgte am 20. April 1558.Ricarda Matheus: Als Protestant gekommen, als Katholik gegangen. Konfessionelle Grenzgänger in Venedig und Rom, in: Uwe Israel, Michael Matheus (Hrsg.): Protestanten zwischen Venedig und Rom in der Frühen Neuzeit, Akademie Verlag, Berlin 2013, S. 179–200, hier: S. 183.
Erste Versuche im Stadtteil Cannaregio, auf dem Gebiet der Gemeinde San Marcuola, wurden unternommen, doch 13 Jahre später, nach der Seeschlacht von Lepanto, wurde die Suche nach einer geeigneten Stätte intensiviert, um den neuerlichen Zustrom zu bewältigen. Schließlich fiel die Entscheidung nach mehreren Versuchen zugunsten eines größeren Areals in der Nähe der Dogana da Mar, bei San Gregorio, wo neben einem Hospiz, in dem Männer und Frauen getrennt lebten, auch ein Johannes dem Täufer gewidmetes Oratorium errichtet wurde.
1727 erhielt der Baumeister Giorgio Massari den Auftrag, das zu klein gewordene Oratorium ‚bis zu den Grundmauern zu ersetzen‘.Flaminio Corner: Notizie storiche delle Chiese e Monasteri di Venezia, Padua 1758, S. 552: „rinovato fin da' fondamenti“. Dessen Fassade blickte auf den (heute zugeschütteten) Canale dei Catecumeni.
Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Kirche als Oratorium dem benachbarten Kloster der Salesianerinnen angegliedert, zu dem es bis heute gehört. Der Campanile wurde 1889 renoviert.Cesare Augusto Levi: I campanili di Venezia. Notizie storiche, Ferdinando Ongania, Venedig 1890, S. 25.
Literatur Ricarda Matheus: Als Protestant gekommen, als Katholik gegangen. Konfessionelle Grenzgänger in Venedig und Rom, in: Uwe Israel, Michael Matheus (Hrsg.): Protestanten zwischen Venedig und Rom in der Frühen Neuzeit, Akademie Verlag, Berlin 2013, S. 179–200 (ab S. 183 zu Venedig). Pietro Ioly Zorattini: La Pia Casa dei catecumeni di Venezia durante la seconda metà del Settecento, in: Rivista di Storia e Letteratura Religiosa 50 (2014) 315–378. Cesare Augusto Levi: I campanili di Venezia. Notizie storiche, Ferdinando Ongania, Venedig 1890, n. 29, S. 25. Flaminio Corner: Notizie storiche delle Chiese e Monasteri di Venezia, Padua 1758, S. 551 f. (Digitalisat) Johann C. Maier: Beschreibung von Venedig, Teil I, Christian Gottlieb Hertel, Frankfurt/Leipzig 1787, S. 457 f., n. x („Li Catecumeni, Hospitalkirche“). (Digitalisat).
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Anmerkungen
Kategorie:Weltkulturerbe Venedig und seine Lagune Giovanni Battista de’ Catecumeni Venedig Giovanni Battista de’ Catecumeni Kategorie:Kirchengebäude in Europa