Anya Triestram (* 1977 im Eichsfeld, Thüringen) ist eine deutsche Künstlerin. Sie arbeitet unter anderem in den Bereichen Grafik, Zeichnung, Malerei und objektbezogener Kunst.
Leben Anya Triestram studierte von 1995 bis 2002 Kunst und Deutsch an der Universität Erfurt. Von 2002 bis 2007 studierte sie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Karl-Georg Hirsch, Rolf Münzner und Ulrich Hachulla und schloss das Studium 2007 mit dem Diplom ab. Von 2008 bis 2011 absolvierte sie dort ein Meisterschülerstudium bei Annette Schröter.
Seit 2015 ist sie als Senior Artist an der Universität für angewandte Kunst Wien im Bereich Zeichnung und Druckgrafik tätig. Dort leitet sie die Hochdruckwerkstatt; im Museum Franz Gertsch wurde ihre Funktion als künstlerische und technische Leitung für Holz- und Linolschnitt beschrieben.
Triestram lebt und arbeitet in Wien und Leipzig.
Werk Triestrams Arbeiten umfassen Grafik, Zeichnung, Malerei sowie plastische und objektbezogene Formen. Einen Schwerpunkt bilden Linolschnitte, die sie unter anderem mit Kunstharz auf MDF montiert und zu kachelartigen Bildobjekten zusammensetzt. Die Kunstsammlungen Chemnitz beschrieben diese Arbeitsweise 2016 als Verbindung von Wiederholung, Spiegelung, Ornament und geometrischer Musterbildung. Bereits 2012 realisierte sie mit Frühauf (3) in der Merseburger Straße in Leipzig eine öffentliche Installation aus 264 Linolschnitt-Kacheln.
Mit der Einzelausstellung Goldene Aue im Museum Gunzenhauser präsentierten die Kunstsammlungen Chemnitz Werke Triestrams aus den Jahren 2014 bis 2016. Zu sehen waren Linolschnitte, Arbeiten auf englischem Schabkarton, großformatige Pastelle und Holzplastiken. Die Ausstellung gehörte zur Reihe Junge zeitgenössische Kunst aus Sachsen im Museum Gunzenhauser.
2025 zeigte das Museum Franz Gertsch in Burgdorf Triestrams Einzelausstellung Wir sehen uns morgen / See you tomorrow. Die Schau versammelte aktuelle Arbeiten auf Papier und Plastiken und war ihre erste Einzelausstellung in der Schweiz. Die gleichnamige Publikation erschien im Modo Verlag; der Kunstbuchanzeiger ordnete die vorgestellten Pastelle, Buntstiftzeichnungen und harzüberzogenen Linolschnitte zwischen Abstraktion, Geometrie und Figuration ein.
Neben ihrer eigenen künstlerischen Arbeit ist Triestram in originalgrafischen Publikationsprojekten aktiv. Zusammen mit Kirsten Borchert produziert und herausgibt sie seit 2017 das AVE magazine, eine halbjährlich erscheinende Publikation mit originalen Linolschnitten in limitierter Auflage. An der Universität für angewandte Kunst Wien entwickelte sie zudem das Magazin HIGH LIGHTS, das seit 2016 jährlich mit Linolschnitten von Studierenden der Klasse Grafik und Druckgrafik erscheint.
Ausstellungen (Auswahl) Einzelausstellungen 2010: Fruity Loops, Galerie Leuenroth, Frankfurt am Main 2012: TRIOLA, Galerie Leuenroth, Frankfurt am Main 2013: Komet, Galerie M2A, Dresden 2015: Amber, Galerie M2A, Dresden 2016: Goldene Aue, Kunstsammlungen Chemnitz - Museum Gunzenhauser, Chemnitz 2017: CALIPSO, Galerie Leuenroth, Frankfurt am Main 2018: Louise (BLUE BAYOU), Kunstraum Neu Deli, Leipzig 2021: DARLING, Galerie Leuenroth, Frankfurt am Main 2025: Wir sehen uns morgen / See you tomorrow, Museum Franz Gertsch, Burgdorf
Gruppenausstellungen 2013: Lines / Linien - 19+ Thesen zur Zeichnung im Raum, Kunsthaus Dresden 2014: WIN/WIN - Ankäufe der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen 2014, Halle 14, Leipzig 2016: Klassentreffen - Meisterschüler von Annette Schröter an der HGB Leipzig (2006-2016), Kunsthalle der Sparkasse, Leipzig 2017: Linie-Gitter-Raum, Raum für aktuelle Editionen, Wien 2018: SUPER Collectors, Kunstraum SUPER, Wien 2022: Shapes of Effect, Galerie Filser & Gräf, München
Publikationen Anya Triestram, Tim Holland: Zur Goldenen Aue - Theorie des Waldes. Künstlerbuch, Selbstverlag, Chemnitz 2016. Anya Triestram - Sweethearts. Ausstellungskatalog, Galerie Leuenroth, Frankfurt am Main 2021, ISBN 978-3-941793-11-8. Anna Wesle (Hrsg.): Anya Triestram. Wir sehen uns morgen / See You Tomorrow. Modo Verlag, Frankfurt am Main 2025, ISBN 978-3-86833-352-7.
Literatur Die Kunst liegt im Detail. In: Leipzig Exklusiv - Das Magazin der Leipziger Volkszeitung, Ausgabe 1, Frühjahr 2012, S. 86–91. Meinhard Michael: Hybrides Druckwesen - "Schnittstelle Druck" in der Grafikhochschule und im Bildermuseum. In: Leipziger Volkszeitung, 2. Juni 2010. Es darf getanzt werden - ein Totentanz von Anya Triestram. In: Basler Zeitung - baz kulturmagazin, Juni 2005, S. 3.
Weblinks Offizielle Website von Anya Triestram Profil bei der Universität für angewandte Kunst Wien Künstlerseite bei der Galerie Leuenroth AVE magazine
Einzelnachweise
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