Wie die Hyäne Hochzeit machte ist ein Märchen der Nama (AaTh 72: Kranker trägt den Gesunden) aus Namibia.Carl Meinhof (Hrsg.): Die Märchen der Weltliteratur – Afrikanische Märchen. Eugen Diederichs Verlag, München 1991, S. 116–117, 348.
Handlung Die Hyäne will heiraten und hat auch schon erfolgreich um ein Mädchen geworben. Also sucht sie sich Kühe für das Hochzeitsmahl und da trifft sie den Schakal, der sie fragt, was sie denn mit den sechs Kühen machen wolle. Sie erzählt ihm alles, woraufhin er mit ihr gehen will, also gehen sie zusammen. Der Schakal steckt sich später ein Holzpflöckchen zwischen die Zehen und gibt vor, nicht mehr gehen zu können, sodass die Hyäne ihn sich auflädt und er auf ihr reitet. Nach einer Weile fragt der Schakal, ob er sich Steigbügel machen dürfe, was bejaht wird; danach will der Schakal auch noch Zügel und eine Peitsche haben, was ihm ebenfalls erlaubt wird. Als sie dann bei dem Mädchen ankommen, peitscht der Schakal die Hyäne auf beide Seiten, sodass sie flieht. Er aber springt ab und meint zu dem Mädchen, dass es beinahe dieses Pferd geheiratet hätte und nimmt es zur Braut.
Hintergrund Das Märchen stammt aus Leonhard Schultzes Aus Namaland und Kalahari (Jena 1907, 461 f.) und trägt in Carl Meinhofs Die Märchen der Weltliteratur – Afrikanische Märchen (München 1991) den Titel Wie die Hyäne Hochzeit machte. Varianten des Märchens finden sich auch im übrigen Afrika, so etwa bei den Sumray im Tschad (Märchenarchiv Jungraithmayr, Marburg). Nach Siegrid Schmidts Katalog der Khoisan-Erzählungen des südlichen Afrikas (2 Bände, Hamburg 1990) bekam es die Nummer 435 zugeordnet.
Literatur Carl Meinhof (Hrsg.): Die Märchen der Weltliteratur – Afrikanische Märchen. Eugen Diederichs Verlag, München 1991, S. 116–117, 348.
Einzelnachweise
Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Namibia) Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Tiermärchen Kategorie:Schakal als Thema Kategorie:Hyäne als Thema