mini|Blick von Süden auf die Fassade der Kirche mini|Die sich ostwärts anschließende Scuola del Spirito Santo mini|Apollonio Domenichini (1715 – ca. 1770, in Venedig ab 1740 tätig): Spirito Santo, Blick von Südosten auf Kirche und Scuola (weiter links die Baulichkeiten der Accademia di belle arti di Venezia, bzw. des Ospedale degli Incurabili), Öl auf Leinwand, 36,2 × 54,6 cm, private Sammlung Santo Spirito ist eine Kirche nebst ehemaligem Kloster im Osten des venezianischen Sestiere Dorsoduro, die bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht. Sie befindet sich am Ufer des Canale della Giudecca, auf den die Hauptfassade blickt, an den Fondamenta Zattere allo Spirito Santo. Die Calle Larga della Chiesa trennt die Kirche von der sich unmittelbar ostwärts anschließenden gleichnamigen Scuola. Die Vaporetti, die Boote, die den Nahverkehr bewältigen, halten am Anleger Spirito Santo.
Geschichte Gegründet wurde die Kirche nebst Augustinerinnenkloster in der Gemeinde San Gregorio im Jahr 1483 von Maria Caroldo, einer Religiosen aus Santa Caterina. Die Erlaubnis zur Gründung erhielt sie, wie dies in solchen Fällen üblich war, vom Patriarchen von Venedig und vom Senat.Anna Esposito: L’ospedale di Santo Spirito e la confraternita veneziana dello Spirito Santo alla fine del ’400, in: Ricerche dell’Istituto Storico Germanico di Roma, 3 (2007) 251–272, hier: S. 252–255. Am 18. April 1492 erlangte sie, nunmehr als Äbtissin, von Papst Innozenz III. die Affiliation mit Roms Hospital und Orden (Santo Spirito in Sassia); daran hingen zahlreiche Rechte und Einnahmen sowie Schutz, die allesamt vertraglich geregelt wurden. Am 6. August 1492 erfolgte auch die Genehmigung des zu dieser Zeit überaus einflussreichen Rates der Zehn, der römischem Einfluss gegenüber misstrauisch war. Im zugehörigen Männerkloster lebten bald 27 Mönche. Schließlich erreichte der Ordensgeneral Giovanni Buselli, dass in Venedig kein weiterer Ableger des Ordens entstehen durfte, damit dieser nicht die Einnahmen des Hauses mindere.
Ab 1496 intensivierte das römische Institut die Kontrolle über das venezianische. Dabei kam es nach wenigen Jahren zu Umwidmungen von Einnahmen, etwa aus Almosen, zu ganz anderen Zwecken, ebenso wie zur unerlaubten Verlängerung von Amtszeiten. Die Konflikte auf allen Ebenen, der ökonomischen, der liturgischen, der Fragen des öffentlichen Auftretens usw. zwischen Bruderschaft und Kloster konnten erst 1533 vertraglich beendet werden. Wie Cesare Augusto Levi im Jahr 1890 über Maria Caroldo schreibt: ‚Später bekannt durch ihre Verurteilung wegen Zügellosigkeit ist sie im Gefängnis gestorben.‘Cesare Augusto Levi: I campanili di Venezia. Notizie storiche, Ferdinando Ongania, Venedig 1890, n. 169, S. 104: „famosa poi per condanna di licenziosità e morta in carcere.“
1506 entstand das Bauwerk praktisch neu in der Form, wie sie heute bekannt ist. Im späteren 16. Jahrhundert wurde das Bauwerk renoviert, laut Jacopo Sansovino nach dem Vorbild von Santo Verde. Neben der Kirche entstand die Scuola dello Spirito Santo, eine der venezianische Scuole. Die Kirche, inzwischen eine Filialkirche der Santa Maria del Rosario (Gesuati), wurde 1806 geschlossen, 1808 als Filialkirche von Santa Maria del Rosario wieder geöffnet. Der Campanile wurde 1855 erhöht.
Literatur Anna Esposito: L’ospedale di Santo Spirito e la confraternita veneziana dello Spirito Santo alla fine del ’400, in: Ricerche dell’Istituto Storico Germanico di Roma, 3 (2007) 251–272. (online, PDF) Cesare Augusto Levi: I campanili di Venezia. Notizie storiche, Ferdinando Ongania, Venedig 1890, n. 169, S. 104 f. Flaminio Corner: Notizie storiche delle Chiese e Monasteri di Venezia, Padua 1758, S. 493–497 und S. 521–523 (Digitalisat) Johann C. Maier: Beschreibung von Venedig, Teil I, Christian Gottlieb Hertel, Frankfurt/Leipzig 1787, S. 448 f., n. t („Lo Spirito Santo, Augustiner-Nonnen“). (Digitalisat).
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Anmerkungen
Kategorie:Weltkulturerbe Venedig und seine Lagune Spirito Santo Venedig Venedig Spirito Santo Kategorie:Erbaut 1483 Kategorie:Renaissancebauwerk in Venedig Kategorie:Kirchengebäude der Renaissance Kategorie:Backsteinkirche