Theres Sophie Rohde (* 1983 in Heidelberg) ist eine deutsche Medien- und Kulturwissenschaftlerin. Seit 2015 arbeitete Rohde als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Museum für Konkrete Kunst in Ingolstadt, ab 2016 war sie als Kuratorin und stellvertretende Direktorin im Museum angestellt und seit dem 6. August 2021 ist sie die Direktorin des Museums.

Leben Theres Rohde studierte von 2003 bis 2007 Medienkultur an der Bauhaus-Universität Weimar. Ihre Masterarbeit hatte den Titel wohnMASCHINEnmensch Das Haus am Horn als erziehende Utopie zum neuen Menschen. Während ihres Studiums begann sie 2006 zusammen mit anderen Studierenden ehrenamtlich als Bauhaus-Guide zu arbeiten. Die Studenten organisierten Führungen für Gäste der Universität zur Geschichte des Bauhauses. Aufgrund des großen Erfolgs dieser Spaziergänge wurden die Studenten 2007 von der Universität als studentische Hilfskräfte angestellt. Nach ihrem Masterstudium wurde Rohde Mitarbeiterin im Bauhaus-Transferzentrum-Design, dessen Zielsetzung es war, Absolventen der Universität mit potentiellen Auftraggebern zu vernetzen. Zudem verantwortete sie den Bauhaus-Shop. Nach ihrem Masterstudium war sie Stipendiatin der Deutschen Forschungsgemeinschaft am Graduiertenkolleg Mediale Historiographien. 2015 promovierte sie an der Bauhaus-Universität Weimar mit der Dissertation Die Bau-Ausstellung zu Beginn des 20. Jahrhunderts oder Die Schwierigkeit zu wohnen. In ihrer Dissertation befasste sie sich mit Bau- und Wohnausstellungen der Moderne wie der Darmstädter Künstlerkolonie Mathildenhöhe, der Weißenhofsiedlung in Stuttgart und anderen Konzepten des Deutschen Werkbundes. Als 2021 die Position des Direktors des Museums für Konkrete Kunst neu besetzt wurde, bewarben sich 15 Kandidaten. Rohde setzte sich gegen fünf andere Bewerber durch, die auch in die engere Auswahl kamen. Rohde ist im Vorstand der Stiftung für Konkrete Kunst und Gastdozentin an der Technischen Hochschule Ingolstadt im Bereich Design. Sie ist auch im Vorstand der Gesellschaft für Designgeschichte in Frankfurt. Seit 2025 ist Theres Rohde auch im Kuratorium der Internationalen Bauausstellung Region München.

Leitung des Museums Als neue Direktorin des Museums für Konkrete Kunst war Rohde aktiv mit der Planung des neuen Museums befasst.

Corona-Zeit Zuerst verlangte die Corona-Pandemie mit den beiden Lockdowns nach kreativen Lösungen dafür, wie man das Publikum dennoch erreichen konnte: „Wenn die Menschen nicht in die Museen kommen können, dann kommt das Museum eben nach draußen zu den Menschen!“ Nach diesem Motto konzipierte Rohde die Ausstellung: Bernhard Lang: Mit Abstand am schönsten. Der Fotograf Bernhard Lang beschäftigt sich seit 2010 damit, Fotografien der Erde aus großer Höhe aufzunehmen. Seine Luftbilder wirken aufgrund der Entfernung, in der sie aufgenommen werden, wie Konkrete Kunst, und erst bei genauem Hinsehen wird deutlich, woraus diese Muster eigentlich entstehen. Für die Ausstellung nutzte Rohde die überall im Stadtgebiet verteilten Werbeaufsteller für Kultur, die damals leer waren, da kulturelle Veranstaltungen zu dem Zeitpunkt nicht stattfinden konnten. 50 der Aerial views von Bernhard Lang wurden dort in einer Größe von 2 × 2,40 Meter gezeigt. Die Ausstellung konnte also von überall in der Stadt betrachtet werden, ohne das Museum als Veranstaltungsort der Ausstellung zu nutzen. Durch das wiederholte Sehen der Kunstwerke prägte sich das Museum als wichtige Institution der Stadt und als Impulsgeber für Kultur ein. Eine der folgenden von ihr kuratierten Ausstellungen betitelte sie humorvoll und doppeldeutig mit dem Titel „Hängepartie“: „Eine Hängepartie ist eine Zeit der Ungewissheit, der ungeklärten Verhältnisse, des Hinhaltens. [...] Das Museum für Konkrete Kunst möchte, statt in Schockstarre zu verfallen, Potenzial in der Hängepartie für Haus, Kunst und Publikum erkennen. Es will die allgemeingültig negative Konnotation umdeuten und daraus eine Ausstellung machen. Kunst mit offenem Ende bedeutet auch Kunst mit einer besonderen Spannung, Kunst zum Weiterdenken.“

Verzögerungen beim Neubau Ursprünglich war die Eröffnung des neuen Museums in der Alten Gießereihalle für 2019 vorgesehen, dann verschob sich die Eröffnung des Museums aufgrund der komplizierten Baustelle immer weiter nach hinten. 2026 sorgte dann noch ein geplatzter Bauwasserschlauch dafür, dass sich die Eröffnung bis 2027 hinziehen würde. Theres Rohde: „Wir standen etwa vor einem Jahr im März an dem Punkt, dass wir sagten, okay, wir machen im September zu und dann kommt gar nichts. Und wir hatten ja auch keine Ausstellung in der Schublade, dann hieß es aber, es dauert ein Jahr länger. Da kann ich ja nicht sagen, ach, dann ist es halt so, sondern es heißt, ich brauche Programm, noch ein Jahr Programm.“ Und das wiederholte sich Jahr um Jahr. Die Konzeption einer Ausstellung inklusive aller Leihgaben und lizenzrechtlichen Recherchen dauert in der Regel ein ganzes Jahr, nichts geht dabei schnell und mal eben so.

Dennoch ist es dem Team um Theres Rohde gelungen, das Museum die ganze Zeit über mit Ausstellungen zu bespielen, darunter so bedeutenden wie 2024 Martin Creed: I don't know what art is und im selben Jahr – zusammen mit dem Museum im Kulturspeicher – 24! Fragen an die Konkrete Kunst. Auch die massiv gestiegenen Kosten der Baustelle erforderten kontinuierliche Kommunikation für die Öffentlichkeit. Dazu dienten u. a. der Blog über die Entwicklung an der Baustelle sowie die vom Museum angebotenen Baustellenführungen. Zudem wurde der Neubau auch mit Kunstaktionen immer wieder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gebracht, z. B. durch Lichtkunst an der Baustelle. Zusätzlich entwickelte das Museum eine App, die es ermöglichte, den Fortschritt der Baustelle zu verfolgen und informiert zu bleiben. Gleichzeitig wird sie nach der Eröffnung des Neubaus als multimedialer Ausstellung-Guide funktionieren. Die von der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern entwickelte App griff Rohde auf und nutzte sie als weiteres Medium, um das Interesse der Öffentlichkeit an dem neuen Museum zu wecken.

Wenn das Museum 2027 eröffnet werden wird, wird der Fokus der Arbeit von Rohde darauf liegen, das Museum zu einem kulturellen Aushängeschild mit nationaler und internationaler Strahlkraft zu entwickeln. Dabei folgt sie keinem streng historisch-angelegten Begriff von Konkreter Kunst: „Die Konkrete Kunst hat sehr streng begonnen, hat viele Tendenzen ausgeschlossen. Dann hat sie sich weiter ausdifferenziert, das Moment des Zufälligen spielte zum Beispiel auf einmal eine Rolle. Ich denke, die Konkrete Kunst wird sich wandeln. Das liegt allein schon daran, dass Konkrete Kunst auch sehr viel mit Materialien zu tun hat, und da treten ja immer wieder neue hinzu, vor Jahren etwa Plexiglas oder die neuen Medien. Die Konkrete Kunst hat Potenzial allerdings in ihrem Kern bestehen zu bleiben.“

Von Theres Rohde kuratierte Ausstellungen (Auswahl) 2016: Verknüpft: Haleh Redjaian und die Sammlung (Im Rahmen des Projekts Gewebe von Stadtkultur Netzwerk Bayerischer Städte e.V.) 2016: Logo. Die Kunst mit dem Zeichen 2017: Out of Office 2018: Carlos Cruz-Diez. Color in Motion 2019: Gemalte Diagramme: Bauhaus, Kunst und Infografik 2021: Raum — Licht — Zeit: Susa Templin 2021: Bernhard Lang: Mit Abstand am schönsten 2022: Hängepartie

Ausstellungskataloge (Auswahl) 2016: 2017: 2018: 2019: 2024:

Publikationen 2025:

Weblinks Team Museum für Konkrete Kunst, Ingolstadt

Einzelnachweise

Kategorie:Kulturwissenschaftler Kategorie:Medienwissenschaftler Kategorie:Museumsleiter (Deutschland) Kategorie:Ausstellungskurator Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1983 Kategorie:Frau