Mangkorn (im mittlern Lat. Mixtum, Mescalia, im Englischen Mangcorn) war ein von mittelalterlicher Zeit bis in Deutschland in die 1960er Jahre verbreiteter, gemischter Anbau von Getreide, vor allem Weizen mit entweder Roggen oder Hafer, zur Steigerung der Ertragssicherheit. So war in Sachsen auf gebirgigen oder steinigen Stellen beim Säen gemischtes Getreide üblich, da aus unerklärlichen Gründen reiner Weizen nicht gedieh.

Für den Anbau von Mangkorn (Roggen und Weizen) waren Ton- und Sandböden günstig, wie sie Ostflandern und Luxemburg anzutreffen waren. Um 1850 war der Anbau dann im Rückgang begriffen, da Weizen bevorzugt wurde, Roggen aber nur noch in Gegenden mit schlechten Böden als Brotgetreide angebaut wurde.

Das Wort war in Obersachsen, besonders aber Niedersachsen die übliche Bezeichnung für vermischtes Getreide, d. h. zwei oder mehr untereinander angebaute Getreidearten zu bezeichnen, welches man auch Gemangkorn, im Oberdeutschen Mischkorn, Mischelkorn, Mischgetreide zu nennen pflegte; Von dem alten niederdeutschen Mank (die Vermengung), welches jetzt nur noch als ein Vorwort üblich ist, wo es unter bedeutet.

Sonstige Bestimmung Die vermischte Aussaat von Getreide oder Futterkräutern nannte man Mengefutter, sofern sie nicht zum Körnerertrag, sondern zum Viehfutter bestimmt wurde.

Literatur Gabriel Simmons: Die Ernte. 1. Mähen und Einbringen der Brotfrucht. Getreideanbau im Hunsrück 1966 (YouTube) Die Blaue Mühle in Burglahr, Kreisheimat-Verein Altenkirchen-Westerwald, 1993

Einzelnachweise

Kategorie:Agrargeschichte (Feldwirtschaft) Kategorie:Anbau von Getreide