Die Geschichte von Guttila ist ein indisches Märchen und ein buddhistisches Jataka (243: Guttila-Jātaka).Johannes Mehlig (Hrsg.): Buddhistische Märchen, Drei Lilien Verlag, Wiesbaden 1982, S. 409–416, 531. Aus dem Pāli übertragen und kommentiert von Johannes Mehlig.
Handlung Als der Bodhisattva einmal in Benares in die Familie eines Musikers wiedergeboren wurde, erhielt er den Namen Guttila und wurde der größte Musiker im ganzen Jambu-Erdteil. Damals kamen Kaufleute nach Ujjayini, die dort bei einem Fest den größten örtlichen Musiker Mūsila auf seiner Laute spielen hörten, ihn aber nicht würdigten, da ihnen sein Spiel nicht gefiel. Also befragte er sie darüber, woraufhin sie ihm von dem schönen Spiel des Guttila berichteten. Mūsila beschloss daher, bei Guttila in die Lehre zu gehen, und reiste nach Benares. Dort unterhielt er sich mit den Eltern des Guttila, die ihren Sohn solange bedrängten, bis dieser bereit war, Mūsila, in dem er keinen guten Menschen sah, zu unterrichten. Als Mūsila die ganze Kunst erlernt hatte, wollte er dem König für den gleichen Lohn dienen, wie Guttila ihn erhielt. Also wurde ein Wettstreit vor dem Volk zwischen den beiden ausgerufen, um ihre Fähigkeiten zu messen.
Beide spielten gleich gut, doch mit der Hilfe der Gottheit Sakka ließ Guttila eine Saite seiner Laute reißen, und trotzdem erhielt sich sein schönes Spiel. Mūsila tat es ihm nach, wodurch sich sein Spiel verschlechterte. Guttila aber riss nacheinander alle Saiten ab und spielte auf bloßem Holz die lieblichste Musik, sodass die Zuhörer in Begeisterung ausbrachen. Da stiegen neunhundert Göttermädchen vom Himmel herab und tanzten nach Guttilas Klängen. Nach dem Wettstreit begannen die Menschen, den Mūsila zu beschimpfen, der sich angemaßt hatte, sich mit seinem Meister messen zu wollen. Sie steinigten und schlugen ihn zu Tode. Dem alten Guttila aber schickte Sakka den Wagenlenker Mātali mit einem Wagen, der von tausend Rössern gezogen wurde, um ihn in die Götterwelt zu holen.
Hintergrund Das Märchen entspricht dem Jataka 243 (Guttila-Jātaka) und erhielt in Johannes Mehligs Buddhistische Märchen (Wiesbaden 1982) den deutschen Titel Die Geschichte von Guttila. Das Jātaka besitzt eine unabhängige Fortsetzung, in der jedes der Göttermädchen dem Guttila erzählt, wie es in den Himmel gekommen ist (Karma). Danach begibt sich Guttila wieder zu Erde zurück, um davon zu berichten. In Else Lüders’ Die Märchen der Weltliteratur – Buddhistische Märchen aus dem alten Indien (Düsseldorf / Köln 1961) bekam das Märchen den Titel Guttila, der Musiker.Else Lüders (Ausw. und Übert.): Die Märchen der Weltliteratur – Buddhistische Märchen aus dem alten Indien. Eugen Diederichs Verlag, Düsseldorf / Köln 1961, S. 109–119.
Literatur Johannes Mehlig (Hrsg.): Buddhistische Märchen, Drei Lilien Verlag, Wiesbaden 1982, S. 409–416, 531. Aus dem Pāli übertragen und kommentiert von Johannes Mehlig. Else Lüders (Ausw. und Übert.): Die Märchen der Weltliteratur – Buddhistische Märchen aus dem alten Indien. Eugen Diederichs Verlag, Düsseldorf / Köln 1961, S. 109–119.
Einzelnachweise
Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Indische Literatur Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Märchen Kategorie:Jātaka