mini|Dita Indah Sari (2023) Dita Indah Sari (* 30. Dezember 1972 in Medan, Nordsumatra) ist eine indonesische Gewerkschafterin, Arbeitsrechtlerin und Politikerin, die 2001 den Ramon-Magsaysay-Preis erhielt. Sie wurde als Organisatorin unabhängiger Arbeiterproteste unter der autoritären Regierung Suharto und später als Kritikerin multinationaler Produktionsketten bekannt.

Leben Dita Indah Sari wurde 1972 in Medan auf der Insel Sumatra geboren. Sie ging zum Jurastudium an die Universität Indonesia in Jakarta, wandte sich aber bereits in den frühen 1990er-Jahren der politischen und gewerkschaftlichen Arbeit zu. So gründete sie im Jahr 1994 eine unabhängige Gewerkschaft, obgleich Suhartos Regierung unabhängige Gewerkschaften, Parteien und Streiks unterdrückte. Am 8. Juli 1996 wurde sie nach einer Arbeiterdemonstration in Surabaya festgenommen, bei der Fabrikarbeiter höhere Löhne, freie Organisierung und ein Ende militärischer Eingriffe in Arbeitskonflikte forderten. Ein Gericht in Ostjava verurteilte sie am 22. April 1997 wegen Subversion und angeblicher Aufwiegelung zu Arbeitsunruhen zu sechs Jahren Haft. Amnesty International forderte nach ihrer Freilassung die Aufhebung der Artikel des indonesischen Strafrechts, unter denen sie angeklagt worden war. Nach Suhartos Rücktritt im Mai 1998 demonstrierten Arbeiter in Jakarta für ihre Freilassung und für ein Ende der politischen Rolle des Militärs. Die indonesische Regierung entließ sie am 5. Juli 1999 aus der Haft.

Wirken Nach ihrer Haft wurde Dita Indah Sari Vorsitzende der Nationalen Front für den Kampf der indonesischen Arbeiter (FNPBI), die 2001 14 Provinzverbände und etwa 22.000 Mitglieder hatte. Die Stiftung des Ramon-Magsaysay-Preises würdigte sie 2001 für entschlossenen Aktivismus zugunsten arbeitender Menschen und ihres Platzes in Indonesiens entstehender Demokratie. Im Januar 2002 wurde sie für den Reebok Human Rights Award ausgewählt, lehnte die mit 50.000 US-Dollar verbundene Auszeichnung aber kurz vor der Verleihung ab. Ihre Ablehnung begründete sie mit der Lage von Beschäftigten in Reebok-Zulieferbetrieben, insbesondere mit sehr niedrigen Löhnen und schlechten Lebensbedingungen von Arbeiterinnen in Indonesien. Ab 2020 trat sie öffentlich als Sonderstab im indonesischen Arbeitsministerium auf. In dieser Rolle verteidigte sie 2022 die Ausgestaltung des Programms Jaminan Kehilangan Pekerjaan gegen Kritik von Gewerkschaftsseite. 2024 trat sie als Vorsitzende im Zentralvorstand der Partai Kebangkitan Bangsa in wirtschaftspolitischen Debatten zur künftigen Regierung Prabowo Subianto auf.

Einzelnachweise

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