Die Hondius ist ein Kreuzfahrtschiff der niederländischen Reederei Oceanwide Expeditions. Es wird für Expeditionskreuzfahrten, insbesondere in Polargebieten, mit maximal 170 Passagieren eingesetzt. Das Schiff erlangte im April 2026 weltweite mediale Aufmerksamkeit, als an Bord mehrere Passagiere an einem Hantavirus erkrankten.
Das Schiff Das Schiff wurde unter der Baunummer 484 auf der Brodosplit-Werft bei Split gebaut. Der Bau begann mit dem ersten Stahlschnitt im November 2017. Die Kiellegung fand am 11. Dezember 2017, der Stapellauf am 9. Juni 2018 statt. Das Schiff wurde im Mai 2019 fertiggestellt und am 23. Mai an den Auftraggeber übergeben. Eigentümer des Schiffes ist die Gesellschaft Hondius Scheepsreizen. Das im Juni 2019 in Dienst gestellte Schiff ist nach dem niederländischen Kartografen Jodocus Hondius benannt. Es wird von Oceanwide Expeditions für Expeditionskreuzfahrten insbesondere in den Polargebieten eingesetzt. Der Rumpf und das Antriebssystem des Schiffes sind für die Navigation in eisbedeckten Gewässern gemäß Eisklasse PC6 verstärkt, die für den Betrieb im Sommer und Herbst in mittlerem einjährigem Eis vorgesehen ist, das alteisartige Einschlüsse enthalten kann.
Technische Daten und Ausstattung Das Schiff wird von zwei ABC-Dieselmotoren mit jeweils 2100 kW Leistung angetrieben. Die Motoren wirken über Getriebe auf zwei Propeller. Das mit der Polarklasse 6 klassifizierte Schiff erreicht eine Geschwindigkeit von 15 kn.
Die Einrichtungen für die Passagiere sind auf fünf Decks, Deck 3 bis Deck 7, untergebracht. An Bord stehen 80 Kabinen auf den Decks 3, 4, 6 und 7 für die Passagiere zur Verfügung, 74 Doppel-, 2 Dreibett- und 4 Vierbettkabinen. Alle Kabinen sind Außenkabinen. Die Kabinen auf Deck 3 haben Bullaugen, die Kabinen auf den darüber liegenden Decks haben Fenster, sechs Suiten auf Deck 7 kleine Balkone. Den Passagieren stehen unter anderem ein Restaurant, eine Bar, eine Beobachtungslounge, ein Vortragsraum und eine Bibliothek zur Verfügung.
Virusausbruch 2026
Auf einer Kreuzfahrt vom argentinischen Ushuaia nach St. Helena über Südgeorgien, Gough, Tristan da Cunha und weiter über Ascension zu den Kapverden erkrankten mehrere Menschen mit dem Andes-Virus, der südamerikanischen Art der Hantaviren. Es gab acht nachgewiesene Infizierte und drei Verdachtsfälle. Drei der Erkrankten starben.Hantavirus-Ausbruch – Drei Tote auf Kreuzfahrtschiff im Atlantik., In: tagesschau.de, abgerufen am 4. Mai 2026. Ein erkrankter britischer Passagier wurde in Johannesburg auf der Intensivstation, ein infizierter Schweizer im Universitätsspital Zürich behandelt. Zwei Besatzungsmitglieder mit Symptomen sowie eine deutsche Passagierin, die Kontakt mit einer Verstorbenen hatte, wurden vom kapverdischen Flughafen in die Niederlande geflogenKreuzfahrtschiff darf Teneriffa anlaufen – Feuerwehr bringt deutsche Kontaktperson nach Düsseldorf. In: welt.de, 7. Mai 2026. – die deutsche Passagierin wurde weiter in die Uniklinik Düsseldorf transportiert, um dort behandelt zu werden.
Von den Kapverden aus steuerte die Hondius den Hafen von Granadilla de Abona auf Teneriffa an, wo umgehend mit der Evakuierung der Passagiere und Besatzungsmitglieder begonnen wurde.Wie läuft die Evakuierung der "Hondius" ab?, tagesschau.de, 10. Mai 2026 Nach der Evakuierung fuhr die Hondius mit einer reduzierten Besatzung und zwei medizinischen Fachkräften nach Rotterdam weiter, wo sie am 18. Mai 2026 zur Desinfektion eintraf. Für einige der verbliebenen Besatzungsmitglieder wurden Quarantäneeinrichtungen vorbereitet.
Weblinks
Virtueller Rundgang, Oceanwide Expeditions Enrique Alpañés: Logbook of the ‘MV Hondius’: From Ushuaia to the Canary Islands, chronology of a hantavirus outbreak, El País, 6. Mai 2026
Einzelnachweise
Kategorie:Kreuzfahrtschiff Kategorie:Passagierschiff (Niederlande) Kategorie:Motorschiff Kategorie:Brodosplit