mini|alternativtext=Verbreitung|Verbreitungsgebiet der Fischer-Weißzahnspitzmaus Die Fischer-Weißzahnspitzmaus (Crocidura fischeri) ist ein mit zwei disjunkten Populationen im Grenzgebiet zwischen Kenia und Tansania verbreitetes Säugetier in der Gattung der Weißzahnspitzmäuse. Das Typusexemplar stammt von dem Teil des Natronsees, der in Kenia liegt. Aufgrund des ähnlichen Aussehens wird eine engere Verwandtschaft zur kleineren MacArthur-Weißzahnspitzmaus (Crocidura macarthuri) angenommen. Auch ein gemeinsamer Vorfahre mit der Voi-Weißzahnspitzmaus (Crocidura voi) scheint möglich.

Das Tier ist nach dem deutschen Forschungsreisenden Gustav Adolf Fischer benannt.

Merkmale Männchen sind mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 82 bis 97 mm und einem Gewicht von 14,5 bis 15 g größer als Weibchen. Erwachsene Weibchen wiegen mindestens 11 g und manche erreichen ebenfalls 15 g. Sie sind ohne Schwanz 65 bis 92 mm lang. Für beide Geschlechter wurde eine Schwanzlänge von 41 bis 57 mm, Hinterfüße von 12 bis 13,5 mm Länge und 7,5 bis fast 12 mm lange Ohren dokumentiert. Kennzeichnend ist ein graublaues Fell auf der Oberseite, das braune Schattierungen besitzt. Auf der Unterseite sind die Haare an den Wurzeln silbergrau und an den Spitzen weiß, was ein weißliches Aussehen erzeugt. Ähnlich weiße Haare gibt es auch auf den Ohren, der Oberlippe, der Kehle und den Füßen. Markant ist ein rosafarbener und dicker Bereich am Schwanz in Körpernähe. Der Schwanz ist gut bedeckt mit Haaren und längeren Borsten. Typisch sind große mittlere Schneidezähne im Oberkiefer mit einem Haken an der Spitze. Neben den oberen Schneidezähnen liegen je drei einspitzige Zähne. Von diesen ist der erste etwa doppelt so groß wie die anderen beiden. Das Tier hat kleine Molaren.

Verbreitung und Lebensweise Neben dem schon genannten Fundort ist die Art noch im Norden der Region Kilimandscharo in Tansania verbreitet. Als bewohnte Höhe wurde 800 Meter über dem Meer angegeben. Die Population in Kenia ist isoliert durch den Magadisee im Norden, den Sumpf am Natronsee im Süden und durch den Großen Afrikanischen Grabenbruch im Westen. Die Fischer-Weißzahnspitzmaus ist auf trockene Savannen spezialisiert. Sie fehlt in bewaldeten Bergregionen.

Diese nachtaktive Spitzmaus bewegt sich auf dem Boden. Bei einer Studie im Juni bei der Exemplare von beiden Geschlechtern untersucht wurden, hatten drei Weibchen Merkmale, die auf Fortpflanzungsverhalten hindeuteten. Zur Nahrungswahl und zum sozialen Verhalten gibt es keine Informationen.

Gefährdung Sollten Landwirtschaftsgebiete in den Revieren der Spitzmaus entstehen, kann das den Bestand der Art bedrohen. Die Populationsgröße und die Bedürfnisse des Tieres sind noch nicht ausreichend erforscht. Auch das verwandtschaftliche Verhältnis zur Voi-Weißzahnspitzmaus sollte noch einmal überprüft werden. Die IUCN listet die Fischer-Weißzahnspitzmaus mit unzureichend Datenlage (data deficient).

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Weißzahnspitzmäuse