Ceratizit Challenge by La Vuelta 2021 war ein Etappenrennen für Frauen, das vom 2. bis 5. September des Jahres in Spanien stattfand. Es zählte zur UCI Women’s WorldTour 2021.

Im März 2021 wurde bekanntgegeben, dass das Rennen hauptsächlich in der Provinz Ourense stattfinden solle und nicht wie bisher rund um Madrid. Geographisch wie sportlich ging das seit 2015 bestehende Rennen damit neue Wege. Zunächst mit drei Etappen geplant, wurde es kurzfristig um eine vierte erweitert. Durch die Streckenführung im bergigen Galicien war auch klar, dass nicht wie bisher Sprinterinnen für den Gesamtsieg in Frage kamen. Die Verlegung des Rennens in den Nordwesten Spaniens hatte auch organisatorische Gründe: Wie in den Vorjahren wurde die letzte Etappe gemeinsam mit der Vuelta a España 2021 der Männer organisiert, die ausnahmsweise in Santiago de Compostela und nicht wie sonst in Madrid endete.

Streckenführung

Zentrum der drei ersten Etappen war die Skistation von Cabeza de Manzaneda in den Bergen östlich von Ourense, deren einsame Lage während der Corona-Pandemie eine Austragung fernab von Zuschauermassen ermöglichte. Die erste Etappe führte von dort zunächst talwärts nach A Rúa im Tal des Río Sil. Von dort waren die 800 Steigungsmeter der Bergwertung Alto da Portela zu überwinden, bevor es wieder bergab zum Zielort A Rúa ging. Die zweite Etappe war ein kurzes Bergzeitfahren zur Skistation hinauf. Dabei waren auf 7,3 km etwa 400 Höhenmeter zu fahren. In der dritten Etappe nahmen die Fahrerinnen Abschied von der Skistation und fuhren entlang der Schluchten des Río Sil westwärts, mit zwei kleineren Bergwertungen unterwegs. Die Etappe endete im kleinen Ort O Pereiro de Aguiar kurz vor Ourense. Die vierte und letzte Etappe begann in As Pontes im Norden Galiciens und führte von dort bei recht flachem Höhenprofil nach Santiago de Compostela.

Rennverlauf

1. Etappe

Durch die Abfahrt zu Beginn des Rennens zog sich das Feld in die Länge, und eine Zwischensteigung vor A Rúa sorgte dafür, dass es frühzeitig in mehrere Gruppen zerfiel. Auf dem Hauptanstieg Alto da Portela bildete sich eine Ausreißergruppe mit Pauliena Rooijakkers, Marlen Reusser, Lucy Kennedy, Elise Chabbey und Erica Magnaldi, zu denen etwas später noch Coryn Rivera stieß. Deren Vorsprung wuchs bis zum Ende des Anstiegs auf zwei Minuten.

In der folgenden Abfahrt konnten Kennedy und Magnaldi das Tempo nicht halten. Als sich der Abstand des Hauptfelds auch 15 km vor dem Ziel nicht verringert hatte, begannen die Mitglieder der Spitzengruppe, sich gegenseitig zu attackieren. Ein Versuch Reussers zwei Kilometer vor dem Ziel war erfolgreich, und sie erreichte das Ziel mit 22 Sekunden Vorsprung. Das etwa 50-köpfige Hauptfeld erreichte das Ziel knapp zwei Minuten nach Reusser, die übrigen Fahrerinnen hatten acht oder mehr Minuten Rückstand.

2. Etappe

Im Bergzeitfahren setzte sich Annemiek van Vleuten klar durch und schob sich damit auf den dritten Rang des Gesamtklassements vor. Marlen Reusser büßte als Zweite des Tages 20 Sekunden ein, behielt aber die Führung im Gesamtklassement.

3. Etappe

Nach 35 km bildete sich an einer Zwischensteigung eine starke Spitzengruppe aus Kata Blanka Vas, Katarzyna Niewiadoma, Annemiek van Vleuten und Elisa Longo Borghini. Van Vleuten, die amtierende Olympiasiegerin im Einzelzeitfahren, ließ nach und nach ihre Begleiterinnen hinter sich und fuhr die letzten knapp 50 km allein dem Ziel entgegen.

Hinter van Vleuten sammelte sich eine achtköpfige Gruppe rund um Marlen Reusser, die sich um Schadensbegrenzung bemühte, aber letztlich rund drei Minuten Rückstand auf van Vleuten erhielt. Liane Lippert gewann den Sprint dieser Gruppe, der Rest des Felds kam mit sieben und mehr Minuten Rückstand ins Ziel. Van Vleuten übernahm damit die Gesamtführung vor Reusser und Elise Chabbey.

4. Etappe

Der letzte, ursprünglich als Sprintetappe angesehene Rennabschnitt nahm einen unerwarteten Verlauf, als das Feld schon früh zerfiel. Es bildete sich eine zunächst 18-köpfige Spitzengruppe, in der auch die amtierende Weltmeisterin Anna van der Breggen vertreten war. Diese Gruppe hatte eine Minute Vorsprung auf das etwa 50-köpfige Hauptfeld. Da in letzterem sämtliche Top-10-Fahrerinnen des Gesamtklassements vertreten waren, ging es im Rest des Rennens nur noch um den Etappensieg.

Aus der Spitzengruppe sonderten sich neben van der Breggen noch Leah Thomas, Shirin van Anrooij und Alena Amjaljussik ab, und auf den letzten 10 km ging Thomas in eine Soloattacke, während das Hauptfeld die übrigen Ausreißerinnen absorbierte. Eingangs des Schlusskilometers hatte Thomas 20 km Vorsprung, musste aber noch den Anstieg in die Altstadt von Santiago bewältigen, wo sie von Lotte Kopecky und Elisa Longo Borghini überholt wurde; die belgische Meisterin setzte sich im Sprint um den Etappensieg durch.

Van Vleuten gewann das Gesamtklassement vor Marlen Reusser und Elise Chabbey, Kopecky wurde Siegerin der Punktewertung. Als beste Mannschaft wurde Canyon-SRAM ausgezeichnet.

Teilnehmende Teams

Weblinks

Parcours auf La Flamme Rouge

Einzelnachweise

#2021 Kategorie:Radrennen 2021