Die Geschichte vom Zauberspruch Vedabbha ist ein indisches Märchen und ein buddhistisches Jataka (48: Vedabbha-Jātaka).Johannes Mehlig (Hrsg.): Buddhistische Märchen, Drei Lilien Verlag, Wiesbaden 1982, S. 359–364, 527. Aus dem Pāli übertragen und kommentiert von Johannes Mehlig.
Handlung Einst lebte in einem Dorf ein Brahmane, der den Zauberspruch Vedabbha kannte, der bei einer bestimmten Mondkonstellation aufgesagt, für einen Goldregen sorgte. Damals ging der Bodhisattva bei diesem Brahmanen in die Lehre und als sie sich ins Reich Cetiya begaben, wurden sie von Räubern überfallen. Diese fünfhundert Räuber verdienten ihren Lebensunterhalt mit der Geiselnahme, also behielten sie den Brahmanen bei sich und schickten den Bodhisattva fort, um Lösegeld zu beschaffen. Bevor dieser aufbrach ermahnte er seinen Lehrer den Zauberspruch nicht aufzusagen, sonst würden er und die Räuber ins Verderben stürzen.
Als der Bodhisattva fort war, hielt sich der Brahmane jedoch nicht an das Wort seines Schülers, da die bestimmte Mondkonstellation eingetreten war. Er sagte den Spruch auf, sodass Geld vom Himmel fiel, mit dem die Räuber von dannen zogen. Sie gerieten jedoch in die Hände von fünfhundert anderen Räubern, woraufhin sie diesen von dem Brahmanen erzählten. Die Mondkonstellation war aber vorbei, sodass der Brahmane in zwei Teile zerschlagen wurde und auch die Räuber mit den Schätzen allesamt den Tod fanden. Danach fielen auch die übrigen Räuber, ob der Schätze, über einander her, solange, bis nur noch zwei am Leben waren. Der eine hütete daraufhin den Schatz, während der andere ins Dorf ging, um Nahrung zu beschaffen. Beide wollten den Schatz jedoch für sich allein, also enthauptete der Räuber, der den Schatz gehütet hatte den anderen bei seiner Rückkehr und aß dann dessen vergifteten Reisbrei.
Nach einer Weile kehrte der Bodhisattva mit dem Lösegeld zurück und fand all die Toten vor. Da verkündete er, dass wer sich mit schlechten Mitteln einen Vorteil verschafft nur Mühsal ernten wird und die Gottheiten stimmten ihm zu.
Hintergrund Das Märchen entspricht dem Jataka 48 (Vedabbha-Jātaka) und erhielt in Johannes Mehligs Buddhistische Märchen (Wiesbaden 1982) den deutschen Titel Die Geschichte vom Zauberspruch Vedabbha. Ähnlicher Inhalt findet sich in dem Jātaka 459 (Pānīya-Jātaka, dt.: Die Geschichte vom Wasser), in dem diese Geschichte eingebettet ist. Ebenso verglichen werden kann die Erzählung Canterbury-Tales von Geoffrey Chaucer (Vers 15260–15394), die von drei Würfelspielern handelt und in der zwei von ihnen den dritten töten, dieser sie jedoch vorher vergiftet. In Else Lüders’ Die Märchen der Weltliteratur – Buddhistische Märchen aus dem alten Indien (Düsseldorf / Köln 1961) bekam das Märchen den Titel Der zauberkundige Brahmane und die Räuber.Else Lüders (Ausw. und Übert.): Die Märchen der Weltliteratur – Buddhistische Märchen aus dem alten Indien. Eugen Diederichs Verlag, Düsseldorf / Köln 1961, S. 146–151.
Literatur Johannes Mehlig (Hrsg.): Buddhistische Märchen, Drei Lilien Verlag, Wiesbaden 1982, S. 359–364, 527. Aus dem Pāli übertragen und kommentiert von Johannes Mehlig. Else Lüders (Ausw. und Übert.): Die Märchen der Weltliteratur – Buddhistische Märchen aus dem alten Indien. Eugen Diederichs Verlag, Düsseldorf / Köln 1961, S. 146–151.
Einzelnachweise
Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Indische Literatur Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Märchen Kategorie:Jātaka