Paru Aihi (* 1. November 1957) ist ein papua-neuguineischer Politiker der Papua New Guinea Party (PNGP), National Alliance Party (NAP) sowie später des People’s National Congress (PNC), der unter anderem während der Regierungskrise 2011/2012 mehrmals Minister war.
Leben mini|200px|Paru Aihi war zwischen 2007 und 2012 Mitglied des Nationalparlaments. Paru Aihi ist als Unternehmer und gehörte zunächst der 2001 von Peter Yama gegründeten People’s Labour Party (PLP) an und trat bei der Wahl im Jahr 2002 für die People’s Labour Party erfolglos um das Mandat im Wahlkreis „Kairuku-Hiri Open“ an und unterlag dabei dem amtierenden Abgeordneten Sir Moi Avei. Aihi focht das Wahlergebnis vor dem National Court an; seine Klage wurde jedoch im Februar 2003 abgewiesen. Er wurde allerdings bei der Parlamentswahl 2007 wurde er für die von Mekere Morauta und Wake Goi kurz zuvor gegründeten Papua New Guinea Party (PNGP) als Nachfolger von Moi Avei im Wahlkreis „Kairuku-Hiri Open“ in der Central Province zum Mitglied des Nationalparlaments (National Parliament) gewählt.
Im dritten Kabinett von Premierminister Sir Michael Somare fungierte er von März bis August 2011 als Minister für Hochschulwesen, Wissenschaft, Technologie und Forschung (Minister for Higher Education, Science, Technology and Research).
Der Oberste Gerichtshof (Supreme Court) entschied am 12. Dezember 2011, dass die am 2. August 2011 vom Parlament erklärte Vakanz im Amt des Premierministers sowie die darauf folgende Wahl von Peter O’Neill rechtswidrig waren, und ordnet die sofortige Wiedereinsetzung von Sir Michael Somare als Premierminister an. O’Neill, der noch am selben Tag vom Parlament (mit 69 zu 0 Stimmen) wiedergewählt wurde, weigerte sich jedoch, sein Amt abzutreten. Am 13. Dezember gab Somare die Zusammensetzung seines Kabinetts bekannt, in dem Paru Aihi Außenminister, Bob Dadae Verteidigungsminister, Patrick Pruaitch Finanzminister und Tim Bonga Minister für innere Sicherheit wurden. Am 14. Dezember 2011 vereidigte Generalgouverneur Sir Michael Ogio Somares Kabinett; daraufhin beschloss die O’Neill-Fraktion im Parlament die Suspendierung Ogios und ernannte Parlamentspräsident Jeffery Nape zum amtierenden Generalgouverneur, der anschließend O’Neill erneut als Premierminister vereidigte. Am 19. Dezember 2011 erklärt Ogio, er habe sich geirrt, als er Somare wieder in sein Amt einsetzte, und werde nun O’Neill anerkennen; das Parlament setzte ihn daraufhin wieder als Generalgouverneur ein. Gleichwohl blieb auch Somares oppositionellen „Gegenregierung“ mit Aihi als „Außenminister“ im Amt.
Am 21. Mai 2012 bestätigte der Oberste Gerichtshof sein früheres Urteil, das die Wiedereinsetzung von Sir Michael Somare als Premierminister anordnete. Die Regierung von Premierminister Peter O’Neill ließ den Obersten Richter verhaften und wegen Aufruhrs anklagen; das Parlament – das nach seiner bereits erfolgten Auflösung wieder einberufen wurde – stimmte am 25. Mai für die Aufhebung der Gerichtsentscheidung. Am 29. Mai 2012 erkennt der stellvertretende Parlamentspräsident das Urteil jedoch an, erklärte aber zugleich, dass das Amt des Premierministers nunmehr vakant sei, da Somare drei Parlamentssitzungen versäumt habe. Für den 30. Mai 2012 wurde die Wahl eines neuen Premierministers angesetzt. O’Neill erklärte, er werde bis dahin als geschäftsführender Premierminister fungieren. Tatsächlich wurde O’Neill ohne Gegenkandidaten von 56 der insgesamt 109 Abgeordneten wiedergewählt und von Parlamentspräsident Jeffery Nape – der in Vertretung des abwesenden Generalgouverneurs, Sir Michael Ogio, handelte – vereidigt.
Peter O’Neill wurde am 3. August 2012 von dem bei der Wahl am 19. Juli 2012 neu gewählten Parlament mit 94 zu 12 Stimmen zum Premierminister gewählt – mit der Unterstützung seines ehemaligen Rivalen Sir Michael Somare. In einem am 6. August bekanntgegebenen Übergangskabinett wurde Sir Puka Temu Außenminister, William Duma Verteidigungsminister und Don Polye Minister für Schatz und Finanzen. wurden. Das vollständige Kabinett wurde am 9. August 2012 bekanntgegeben; ihm gehörten Rimbink Pato als Außenminister, Fabian Pok als Verteidigungsminister und James Marape als Finanzminister an, während Polye weiterhin das Amt des Schatzministers bekleidet.
Paru Aihi hingegen fungierte im Kabinett von Peter O’Neill von August bis Dezember 2012 als Bildungsminister (Minister for Education). Zuvor wurde er bei der Parlamentswahl am 19. Juli 2012 im Wahlkreis „Kairuku-Hiri Open“ auch wieder zum Mitglied des Nationalparlaments gewählt. Im Dezember 2012 wurde Aihi jedoch vom Gericht für Wahlanfechtungen (Court of Disputed Returns) seines Amtes enthoben, nachdem das Gericht den Vorwurf bestätigt hatte, er habe während der Wahl 2012 Bestechung begangen – konkret durch Barzahlungen in Höhe von 6.500 Kina (ca. 1.300 Euro) an eine Reihe von Wählern im Dorf Veifa’a. Das Gericht ordnete eine Nachwahl im Wahlkreis „Kairuku-Hiri Open“ an. Aihi focht seine Amtsenthebung vor dem Obersten Gericht an; dieses wies seine Berufung jedoch im Oktober 2012 zurück. Die Nachwahl fand im Februar 2014 statt; dabei unterlag Aihi dem Kandidaten der National Alliance Party, Peter Isoaimo – jenem Antragsteller, der im vorangegangenen Gerichtsverfahren erfolgreich gewesen war. Im Juli 2014 focht Aihi das Ergebnis der Nachwahl erfolglos vor Gericht an und verlor im Juni 2015 eine darauf folgende Berufung vor dem Obersten Gericht.
Nach seiner Niederlage bei der Nachwahl blieb Aihi Vorsitzender der landesweiten „District Schools Survey Taskforce“, die er während seiner Amtszeit als Bildungsminister ins Leben gerufen hatte. Er kandidierte bei den Parlamentswahlen 2017 und 2022 abermals im Wahlkreis „Kairuku-Hiri Open“, unterlag aber jeweils dem Wahlkreisinhaber Peter Isoaimo.
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