mini|alternativtext=Verbreitung|Verbreitungsgebiet des Fardoulis-Blütenflughund Der Fardoulis-Blütenflughund (Nesonycteris fardoulisi) ist ein auf den südlichen Salomonen verbreitetes Fledertier in der Familie der Flughunde. Er zählt zur Gattung Nesonycteris, die früher als Untergattung in die Gattung Melonycteris eingeordnet war. Das Typusexemplar stammt von Makira.

Taxonomie und Verbreitung Ein Werk von 2017 nennt den Woodford-Blütenflughund (Nesonycteris woodfordi) als Schwestertaxon dieser Art, jedoch gibt es Studien, die zwei der hier genannten Unterarten als eigenständige Arten betrachten.

In Abhandlungen von 2005 und 2017 werden vier Unterarten unterschieden: N. f. fardoulisi, auf Makira. N. f. maccoyi, auf Malaita. N. f. mengermani, auf dem New-Georgia-Archipel. N. f. schouteni, auf Guadalcanal.

Merkmale Dieser schwanzlose Flughund wird 87 bis 96 mm lang, hat fast 58 bis 61 mm lange Unterarme und ein Gewicht von 39 bis 55 g. Die Ohren erreichen 12 bis 14 mm Länge. Bei diesem Tier kommt ein Dimorphismus zwischen den Geschlechtern vor mit kleineren Weibchen, die kürzere Eckzähne, einen weniger robusten Schädel und eine hellere Fellfarbe als Männchen haben. Zusätzlich gibt es Abweichungen zwischen den Unterarten in variierenden Details des Schädels und im Vorkommen von rosa Punkten auf der Haut. Die Unterarten mit den Zusätzen fardoulisi und maccoyi sind größer als die anderen beiden. Der längliche Kopf ist durch eine lange Schnauze und rohrförmige Nasenöffnungen gekennzeichnet. Weitere Merkmale sind große Augen mit dunkelbrauner Regenbogenhaut und recht kurze Ohren mit abgerundeten Spitzen. Oberseits ist zimtfarbenes Fell vorhanden, das bei Männchen dunkler ist und das braune Fell der Unterseite ist allgemein noch heller. Bei der Unterart mit dem Zusatz fardoulisi trägt die Haut an Ohren, Flügeln, Gesicht und Füßen deutliche rosa Punkte. Diese fehlen bei der Unterart mit dem Zusatz maccoyi. Bis auf rosa Bereiche entlang der Finger sind die Flügel schwarz. Abweichend von den meisten Flughunden ist keine Putzkralle am zweiten Finger vorhanden. Am Fuß haben die Krallen an der Basis einen braunen Abschnitt, während die Spitzen weißlich sind. In ihrem deutlichen Scheitelkamm weicht die Art vom Woodford-Blütenflughund ab. Die Zahnformel lautet I 2/1, C 1/1, P 3/3, M 2/3, was 32 Zähne im Gebiss ergibt. Dabei sind die Prämolaren und Molaren abgeflacht und klein.

Lebensweise Fardoulis-Blütenflughund lebt im Flachland und in Gebirgen bis 1200 Meter Höhe. Er bevorzugt ursprüngliche Wälder, kann jedoch in veränderten Wäldern und in Gärten angetroffen werden. Als Tagesversteck für das nachtaktive Tier wurde das dichte Laub von Barringtonia edulis festgestellt. Ein flugunfähiges Jungtier wurde wahrscheinlich in solch einem Versteck zurückgelassen, als die Mutter auf Nahrungssuche war. Vermutlich lebt jedes Exemplar für sich, da eingefangene Tiere aggressiv waren.

Aufgrund der Unterschiede in der Stärke von Gebiss und Kiefern zwischen Männchen und Weibchen wird auf eine unterschiedliche Ernährung geschlossen. Dieser Flughund frisst Nektar und Pollen, die wahrscheinlich mit weichen Früchten komplettiert werden. Er wurde an Bananen und an Pflanzen der Gattung Alpinia gesichtet. Für Heliconia solomonensis (Helikonien) ist er der wichtigste Bestäuber. Beim Fressen hält sich der Flughund mit den Füßen und der Kralle am Daumen am Blütenstand fest. Teilweise werden Nektar und Pollen im Fell am Kinn und Hals weggetragen. Zur Fortpflanzung liegen keine Angaben vor.

Gefährdung Forstwirtschaft und Umwandlung der Wälder in Ackerland beeinträchtigen den Bestand. Laut Schätzungen nahm die Gesamtpopulation in den 13 Jahren (drei Generationen) vor 2019 mit 25 bis 30 Prozent ab. Auf Inseln wie New Georgia und Vangunu verringerte sich die Population in diesem Zeitraum mit bis zu 80 Prozent. Auf anderen Inseln wie Malaita ist die Art das häufigste Fledertier. Die IUCN listet den Fardoulis-Blütenflughund in der Vorwarnliste (near threatened).

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Flughunde Kategorie:Endemisches Tier der Salomon-Inseln