Meena Nanji (* 1963 in Nairobi) ist eine kenianische Filmemacherin, Produzentin und Autorin, deren Arbeiten Dokumentarfilm, experimentelles Video und Kurzspielfilm umfassen. Ihre Filme befassen sich mit Frauenrechten, sozialer Gerechtigkeit, postkolonialer Geschichte, kultureller Diaspora und Menschenrechten.

Leben Als Nanji etwa neun Jahre alt war, zog die Familie nach England, und mit siebzehn kam Nanji nach Los Angeles. Die Erfahrung rassistischer Hierarchien in Kenia und dem Vereinigten Königreich schärfte ihr Bewusstsein für soziale Gerechtigkeit und wurde zu einem Hintergrund ihres späteren Filmemachens. Nanji studierte am California Institute of the Arts. In Los Angeles arbeitete sie neben dem Filmemachen auch als Kuratorin, Festivalorganisatorin, Jurorin und Lehrende.

Wirken Mit dem experimentellen Video Voices of the Morning (1992) behandelte Nanji die psychologischen Folgen eines Aufwachsens unter orthodox-islamischen Regeln; das Werk gewann den Videonale Award und wurde 1993 mit dem Juror’s Prize des Black Maria Festival sowie 1994 mit Best Experimental beim Image Festival in Atlanta ausgezeichnet.

Ihr erster langer Dokumentarfilm View From A Grain of Sand (2006) schildert anhand dreier Frauen, einer Ärztin, einer Lehrerin und einer Aktivistin, die Geschichte afghanischer Frauenrechte von 1980 bis 2005 und umfasst Vérité-Aufnahmen, Interviews und Archivmaterial. Für den Film reiste Nanji von Südkalifornien mehrfach nach Afghanistan und in Flüchtlingslager in Pakistan; das Ergebnis wurde als zugleich verstörendes und hoffnungsvolles Porträt von Krieg, Gewalt, Exil und Überleben beschrieben. View From A Grain of Sand erhielt den Best Documentary Feature, Audience Award beim Seattle South Asian Festival 2007, den Best Documentary-Preis beim Canada International Film Festival 2007 und den Silver Conch beim Mumbai International Film Festival 2008.

Nanji war Gründungsmitglied von ArtWallah, dem South Asian Arts Festival in Los Angeles, und Mitgründerin von GlobalGirl Media, einer Medienbildungsorganisation für Mädchen in unterrepräsentierten Gemeinschaften.

In dem mit Zippy Kimundu umgesetzten Dokumentarfilm Our Land, Our Freedom verfolgt Nanji Wanjugu Kimathis Suche nach den sterblichen Überresten ihres Vaters Dedan Kimathi und den Kampf für Landgerechtigkeit für enteignete Nachfahren von Mau-Mau-Kämpfern. Der Film entstand als Koproduktion von Kenia, den Vereinigten Staaten, Portugal und Deutschland; Mira Nair war für die Produktion verantwortlich. Our Land, Our Freedom feierte 2023 seine Weltpremiere beim International Documentary Film Festival Amsterdam, lief danach bei internationalen Festivals und wurde im Oktober 2024 beim NBO Film Festival erstmals in Kenia gezeigt. Im Umfeld des Films beschrieb Nanji die britische Kolonialgewalt in Kenia als absichtlich unterdrückte Geschichte, während die Arbeit an dem Projekt mit der Begegnung mit Wanjugu Kimathi und der Erweiterung ihres anfänglichen Rollenverständnisses vom lokalen Kontakt zur Hauptfigur verbunden wurde.

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