mini|Verbreitungsgebiet der Hauxwelldrossel mini|Hauxwell's Thrush Turdus hauxwelli
Die Hauxwelldrossel, auch Blassbauchdrossel, (Turdus hauxwelli) ist ein Singvogel aus der Familie der Drosseln (Turdidae).P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF
Der Vogel kommt im oberen Amazonasbecken vor in Nordboöivien, Westbrasilien, Ostecuador, Südostkolumbien und Ostperu.
Die Art wurde eine Weile als konspezifisch mit der Blaßsteißdrossel (Turdus obsoletus) und der Kakaodrossel (Turdus fumigatus) angesehen und als Turdus obsoletus hauxwelli beziehungsweise als Turdus fumigatus hauxwelliG. Niethammer: Zur Vogelwelt Boliviens. In: Bonner zoologische Beiträge, Band 4, Heft 3–4, S. 195, 1953 (Zobodat PDF). bezeichnet.
Molekulargenetische Untersuchungen ergaben, dass die Blaßsteißdrossel nicht eng verwandt ist, die Kakaodrossel und die Hauxwelldrossel Schwesterarten sind.J. V. Remsen, Jr., J. I. Areta, E. Bonaccorso, S. Claramunt, A. Jaramillo, D. F. Lane, J. F. Pacheco, M. B. Robbins, F. G. Stiles, K. J. Zimmer: A classification of the bird species of South America. In: South American Classification Committee associated with the International Ornithologists' Union, museum.lsu.edu Abgerufen am 7. Februar 2026.
Der Lebensraum umfasst feuchtes Waldesinnere, überflutete sumpfige Wälder, Terra Firme und besonders Várzea, Galeriewald, bewaldete Flussinseln bis 300–800 m. ü. M.M. McMullan: Field Guide to the Birds of Colombia Rey Naranjo Editores, 2018, ISBN 978-958-8969-77-0Thomas Scott Schulenberg, Douglas Forrester Stotz, Daniel Franklin Lane, John Patton O’Neill, Theodore Albert Parker III: Birds of Peru. Princeton University Press, 2007, ISBN 978-0-691-04915-1
Der Artzusatz bezieht sich auf den britischen Forschungsreisenden John Hauxwell (1827–1919).J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press, 1991, ISBN 0-19-854634-3.
Merkmale Der Vogel ist 22–23 cm groß und wiegt etwa 69 g. Merkmale sind die gleichmäßig rotbraune Färbung und das Fehlen einer auffallenden Gefiederzeichnung sowie eines Augenringes. Die Oberseite ist kräftig rotbraun, am Bürzel etwas röter. Die Kehle ist weißlich mit dunkler Strichelung, die Unterseite ist mittelbraun bis weißlich am Steiß weiß, dort manchmal braun gefleckt. Die Unterflügeldecken sind blass orangefarben. Der Schnabel und die Beine sind bräunlich grau. Die Geschlechter unterscheiden sich nicht, Jungvögel sehen aus wie diejenigen der Kakaodrossel (Turdus fumigatus).
Die ähnliche Lawrence-Drossel (Turdus lawrencii) ist dunkler und weist einen grauen Schnabel auf.N. Collar: Hauxwell's Thrush (Turdus hauxwelli), version 1.0. In: J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie und E. de Juana (Herausgeber): Birds of the World. 2020, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. doi:10.2173/bow.hauthr1.01 Turdus hauxwelli.
Geografische Variation Die Art ist monotypisch.IOC World Bird List 15.1 ThrushesAviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. doi:10.2173/avilist.v2025.
Stimme Der Gesang wird als einfach und monoton, aber auch reich und langsam beschrieben, aus wiederholten gepfiffenen Doppellauten bestehend, ähnlich dem der Fahlbrustdrossel (Turdus leucomelas), aber langsamer mit gleichmäßigem Wiederholen von Strophen. Der Rhythmus erinnert an die Halbringdrossel (Turdus albicollis). Andere Vogelstimmen werden mitunter nachgeahmt. Der Ruf ist ein melodiöses „hurLEW-tijet-tijet“.
Lebensweise Die Art ist vermutlich ein Standvogel, scheu, versteckt lebend fast nur auf Bäumen, aber auf unterer Vegetationshöhe, gern in wildem Gestrüpp. Sie wird öfter gehört als gesehen. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Wirbellosen und Früchten, mitunter erfolgt die Nahrungssuche am Erdboden am Waldränder und in Lichtungen, auch auf mittlerer Baumetage bei fruchttragenden Bäumen.
Das Nest ist eine relativ tiefe Schale aus Gras und Lehm. Das Gelege besteht aus (meist) 2 blass grünlich blauen Eiern mit unregelmäßigen kleinen rotbraunen Flecken ähnlich wie die der Amsel (Turdus merula).
Gefährdungssituation Die Hauxwelldrossel gilt als nicht gefährdet (Least Concern).
Literatur G. N. Lawrence: Turdus hauxwelli. In: Characters of some New South American Birds, with Notes on other rare or little known Species. In: Annals of the Lyceum of Natural History of New York, Band 9(1870), S. 265, 1869, Biodiversity Library N. Victória, V. Q. Piacentini: Taxonomic signal in the calls of Turdus hauxwelli and T. fumigatus (Passeriformes: Turdidae) challenges the intergradation hypothesis and refines their distribution In: Ornithology Research., Band 34, S. 16, 2026, doi:10.1007/s43388-026-00281-4
Weblinks
Macaulay Library
Einzelnachweise
Kategorie:Drosseln