Moritz Nathan Oppenheim (geboren 15. September 1848 in Frankfurt am Main; gestorben 9. Juni 1933 ebenda) war ein deutscher Juwelier und Philanthrop. Aufgrund seines Engagements wurde der jüdische Stifter 1928 mit der Ehrenplakette der Stadt Frankfurt am Main ausgezeichnet.
Leben Moritz Nathan Oppenheim wurde am 15. September 1848 in Frankfurt am Main geboren. Er entstammte der seit dem frühen 17. Jahrhundert in Frankfurt nachweisbaren jüdischen Familie Oppenheim. Er absolvierte eine Banklehre und arbeitete ab 1867 beim Juwelenhandel seines Vaters, ab 1868 als Mitinhaber. Das Unternehmen führte er ab 1891 unter dem Namen „Nathan Marcus Oppenheim Nachfolger“ weiter, von seiner Rolle als Seniorchef zog er sich 1920 aus dem Unternehmen zurück. 1929 übernahmen Geschäftspartner das Unternehmen, im Januar 1937 wurde es zwangsliquidiert.
Oppenheim heiratete 1884 Katharina Oppenheim, geborene von Kuffner. Der Chemiker und Philosoph Paul Oppenheim war einziger Sohn des Ehepaars. Ihr Sohn verließ mit seiner Frau nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten am 6. Juni 1933 Deutschland. Katharina und Moritz Oppenheim begingen am 9. Juni 1933 gemeinsam Suizid durch Vergiftung, um der drohenden Entrechtung durch die Nationalsozialisten zu entkommen. Über den Tod des Ehepaares wurde unter anderem in der Frankfurter Zeitung und der New York Times berichtet. Das Grab der Eheleute befindet sich auf dem Friedhof Rat-Beil-Straße.
Oppenheim engagierte sich gemeinsam mit seiner Ehefrau als Förderer und Stifter, vor allem im Bereich der Naturwissenschaften. Oppenheim war seit 1866 Mitglied im Physikalischen Verein. Im Jahr 1928 wurde Oppenheim gar als dessen „ältester Hörer“ bezeichnet. Bei Errichtung der ersten Sternwarte des Vereins stiftete er das 8-Zoll-Fernrohr sowie die von Max Pauly geschliffene Linse des Fernrohr-Objektivs. Bei Gründung der Universität Frankfurt 1914 errichtete das Ehepaar die mit 250.000 Mark Stiftungskapital ausgestattete „Katharina und Moritz Oppenheim’sche Universitäts-Stiftung“, mit der ein Lehrstuhl für theoretische Physik eingerichtet wurde. Dessen Inhaber waren nacheinander die Nobelpreisträger Max von Laue sowie Max Born, ab 1921 Erwin Madelung.
Moritz Nathan Oppenheim war außerdem über viele Jahre Vorstandsmitglied der Polytechnischen Gesellschaft sowie Förderer und Stifter des Mitteldeutschen Kunstgewerbe-Vereins. Er unterstütze das Aquarium auf Helgoland. Oppenheim förderte die jüdische Gemeinde der Stadt und war Vorstandsmitglied der Suppenanstalt für israelitische Arme. Für die Westend-Synagoge spendete er einen wertvollen Vorhang.
Ehrungen Nach Moritz Oppenheim wurde 1926 auf Vorschlag des Physikalischen Vereins der Kleinplanet (745) Mauritia benannt. Der Völkische Beobachter äußerte anlässlich der Benennung die Sorge, dass „jetzt sogar schon der Sternenhimmel verjude“.H. Sp.: Völkische Naturforschung. Der verjudete Sternenhimmel. In: Israelitisches Familienblatt. Band 28, Nr. 40, Hamburg 7. Oktober 1926, S. 9 (PDF; 73,0 MB). Ein weiterer Kleinplanet wurde 2024 zu Ehren des Ehepaars (343981) Oppenheim benannt.
Aufgrund seiner Unterstützung des meereskundlichen Aquariums wurde Oppenheim zum Ehrenbürger von Helgoland ernannt. Anlässlich seines 80. Geburtstags wurde Oppenheim im Jahr 1928 die silberne Ehrenplakette der Stadt Frankfurt am Main verliehen.
Auf Anregung des Cäcilienchors Frankfurt, dessen passive Mitglieder das Ehepaar war, wurde im April 2026 ein Stolperstein im Reuterweg 18 für Moritz Nathan und Katharina Oppenheim verlegt.
Literatur
Sabine Hock: (Überarbeitete Online-Fassung, Stand des Artikels: 10. September 2025), siehe auch Reinhard Frost:
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Person, für die in Frankfurt am Main ein Stolperstein verlegt wurde Kategorie:Person als Namensgeber für einen Asteroiden Kategorie:Stifter Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1848 Kategorie:Gestorben 1933 Kategorie:Mann Kategorie:Mäzen