Der FC Gütersloh (vollständiger Name: Fußball-Club Gütersloh e. V., kurz FCG) ist ein Fußballverein in Gütersloh mit 848 Mitgliedern. (Stand: 18. September 2023) Gegründet wurde der Verein am 23. Februar 2000 unter dem Namen FC Gütersloh 2000 als Nachfolger des ehemaligen Zweitligisten FC Gütersloh. Am 13. Juni 2017 wurde die auf das Gründungsjahr hinweisende Zahl aus dem Vereinsnamen gestrichen.
Die erste Mannschaft spielt seit dem Aufstieg im Jahre 2023 in der viertklassigen Regionalliga West. Im gleichen Jahr gewannen die Gütersloher den Westfalenpokal und qualifizierten sich erstmals für den DFB-Pokal. Die Heimspiele werden im derzeit 8400 Zuschauer fassenden Heidewaldstadion ausgetragen, welches durch Sponsorvertrag offiziell NRG24 Stadion im Heidewald genannt wird. Die Vereinsfarben sind grün-weiß-blau.
Im August 2011 sprach der TÜV Nord dem FC Gütersloh das Prüfsiegel nach der Norm DIN EN ISO 9001:2008 zu. Der FC Gütersloh ist damit der erste Fußballverein in Deutschland, der mit einer geprüften Qualität werben darf. Der FC Gütersloh hatte bis 2009 eine Abteilung für Frauen- und Mädchenfußball. Die erste Mannschaft spielte in der 2. Bundesliga Nord. Im Jahre 2009 spaltete sich die Abteilung vom Hauptverein ab und gründete mit dem FSV Gütersloh 2009 einen eigenständigen Verein.
Geschichte
Die Stammvereine Der FC Gütersloh ist ein Produkt zahlreicher Vereinsfusionen und -abspaltungen. Im Jahre 1918 gründete sich mit der Sportvereinigung 1918 Gütersloh der älteste Stammverein. Am 9. Februar 1925 spaltete sich der Deutsche SC 1925 Gütersloh ab. Dieser fusionierte 1933 mit dem Verein Spiel und Sport 1923 Gütersloh, der bis 1923 die Fußballabteilung des am 7. September 1879 gegründeten Gütersloher Turnverein bildete, zum Sportverein Arminia Gütersloh.
Ebenfalls 1923 gründete sich der Verein DJK Gütersloh, der sich erst in VfK Gütersloh umbenannte und 1935 dem Sportverein Arminia Gütersloh beitrat. Im August 1945 fusionierten die Sportvereinigung 1918 und der Sportverein Arminia zur Sportvereinigung Arminia Gütersloh.Hardy Grüne, Christian Karn: Das große Buch der deutschen Fußballvereine. AGON Sportverlag, Kassel 2009, ISBN 978-3-89784-362-2, S. 193. Größter sportlicher Erfolg vor dem Zweiten Weltkrieg war der Aufstieg in die damals erstklassige Bezirksliga Westfalen 1931. Nach nur einer Saison musste die Mannschaft die Liga als Tabellenletzter der Ostgruppe wieder verlassen.
800px|mini|links|Strukturelle Entwicklung des FC Gütersloh
SV Arminia Gütersloh (1945 bis 1978)
Saison Liga Level Platz Tore Punkte 1967/68 VL Westfalen, Gr. 1 III 4. 43:42 33:27 1968/69 VL Westfalen, Gr. 1 III 4. 51:38 37:23 1969/70 VL Westfalen, Gr. 1 III 2. 74:31 43:17 1970/71 VL Westfalen, Gr. 1 III 1. 71:29 43:17 1971/72 Regionalliga West II 9. 48:56 31:37 1972/73 Regionalliga West II 16. 44:68 24:44 1973/74 Regionalliga West II 13. 47:66 28:40 1974/75 VL Westfalen, Gr. 1 III 1. 66:38 46:22 1975/76 VL Westfalen, Gr. 1 III 5. 59:49 38:30 1976/77 VL Westfalen, Gr. 1 III 1. 68:44 46:22 1977/78 VL Westfalen, Gr. 1 III 9. 52:36 37:31 VL = Verbandsliga
Die Mannschaft der SV Arminia Gütersloh wurde allgemein als die „Grünen“ bezeichnet und stand in enger Verbindung mit dem Verlag und Medienkonzern Bertelsmann, der vielen Spielern Arbeitsplätze bot. Im Jahre 1951 stieg die Mannschaft in die höchste westfälische Amateurliga auf und wurde in der Saison 1955/56 Staffelsieger. Damit gehörte die Arminia zu den Gründungsmitgliedern der Verbandsliga Westfalen, aus der sie nach der Saison 1962/63 absteigen mussten. Vier Jahre später gelang der Wiederaufstieg, womit auch der Zweikampf um die Vorherrschaft im Gütersloher Fußball mit der DJK begann, der vom Kicker als „Fußballkrieg“ bezeichnet wurde. In der Saison 1970/71 gelang der Aufstieg in die damals zweitklassige Regionalliga West, wo die „Grünen“ nicht über Mittelfeldpositionen bzw. Abstiegskampf hinauskamen.
Als Konsequenz wurde die Qualifikation für die im Jahre 1974 eingeführte 2. Bundesliga verpasst. In der folgenden Saison 1974/75 wurde die Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga im Endspiel um die Westfalenmeisterschaft gegen Westfalia Herne verpasst, nachdem die Gütersloher die Spiele mit 0:2 und 2:4 verloren. Zwei Jahre später scheiterten die Gütersloher in der Aufstiegsrunde an Bremerhaven 93 und dem 1. FC Bocholt. Als Neunter der Verbandsligasaison 1977/78 verpasste der SVA sportlich die Qualifikation für die neu geschaffene Oberliga Westfalen. Die Qualifikation brachte der Lokalrivale DJK ein, der wegen der besseren Tordifferenz den nötigen achten Platz erreichte.
DJK Gütersloh (1953 bis 1978)
Saison Liga Level Platz Tore Punkte 1968/69 VL Westfalen, Gr. 1 III 1. 55:15 48:12 1969/70 Regionalliga West II 10. 42:48 31:37 1970/71 Regionalliga West II 8. 49:58 33:35 1971/72 Regionalliga West II 13. 44:75 29:39 1972/73 Regionalliga West II 9. 51:56 37:31 1973/74 Regionalliga West II 9. 54:55 32:36 1974/75 2. Bundesliga Nord II 14. 57:63 32:44 1975/76 2. Bundesliga Nord II 19. 52:70 28:48 1976/77 VL Westfalen, Gr. 1 III 5. 55:50 38:30 1977/78 VL Westfalen, Gr. 1 III 8. 64:47 37:31 VL = Verbandsliga
Im Jahre 1953 spalteten sich die Vereine DJK Blau-Weiß Gütersloh und DJK Gütersloh-Süd vom SVA Gütersloh ab. Beide Vereine gehörten dem katholischen Verband Deutsche Jugendkraft an. Beide Vereine spielten auf Kreisebene und fusionierten im Jahre 1963 zur DJK Gütersloh. Ein Jahr später begann der Möbelfabrikant Willy Stickling sein Engagement bei den „Blauen“, wie die Spieler der DJK genannt wurden. Zuvor bot sich Stickling dem Lokalrivalen SVA an, erhielt dort aber eine Abfuhr. Bereits im Jahre 1968 stieg die DJK, die von den Anhängern der Arminia als „Kirchenelf“ verspottet wurde, in die Verbandsliga auf.
Dort wurden die „Blauen“ in der Saison 1968/69 auf Anhieb Meister und stiegen in die Regionalliga auf. In der Regionalliga erreichten die „Blauen“ ebenfalls Mittelfeldpositionen und qualifizierten sich 1974 für die neu geschaffene 2. Bundesliga. Die Saison 1974/75 wurde auf Platz 14 abgeschlossen. Im Saisonverlauf gelang ein 3:2-Sieg über den späteren Meister Hannover 96. Ein Jahr später folgte als Vorletzter der Abstieg in die Verbandsliga Westfalen. In der Saison 1977/78 gelang dem finanziell angeschlagenen Verein schließlich als Achter die Qualifikation für die neu geschaffene Oberliga Westfalen.
FC Gütersloh (1978 bis 2000)
Saison Liga Level Platz Tore Punkte 1978/79 OL Westfalen III 4. 65:41 44:24 1979/80 OL Westfalen III 6. 53:40 35:33 1980/81 OL Westfalen III 4. 64:44 43:25 1981/82 OL Westfalen III 2. 79:47 50:30 1982/83 OL Westfalen III 6. 66:52 36:32 1983/84 OL Westfalen III 1. 66:41 51:17 1984/85 OL Westfalen III 14. 42:49 30:38 1985/86 OL Westfalen III 3. 58:43 40:24 1986/87 OL Westfalen III 8. 36:37 30:30 1987/88 OL Westfalen III 6. 48:38 35:25 1988/89 OL Westfalen III 6. 45:42 31:29 1989/90 OL Westfalen III 15. 30:45 26:34 1990/91 VL Westfalen, Gr. 1 IV 1. 56:25 43:17 1991/92 OL Westfalen III 11. 38:43 25:35 1992/93 OL Westfalen III 13. 42:47 29:39 1993/94 OL Westfalen III 9. 45:44 28:32 1994/95 OL Westfalen IV 1. 66:24 46:10 1995/96 RL West/Südwest III 1. 80:36 77 1996/97 2. Bundesliga II 13. 43:51 42 1997/98 2. Bundesliga II 5. 43:26 55 1998/99 2. Bundesliga II 15. 39:58 37 1999/2000 RL West/Südwest III Insolvenz OL = Oberliga, VL = Verbandsliga, RL = Regionalliga
Am 12. Mai 1978 fusionierten die Fußballabteilungen von SVA und DJK Gütersloh zum FC Gütersloh. Der Zusammenschluss war eine Vernunftehe, da beide Seiten zur Einsicht gekommen waren, dass sie gemeinsam mehr für den Gütersloher Fußball erreichen konnten. Der neue Verein etablierte sich in der Spitzengruppe der Oberliga Westfalen und wurde 1982 Vizemeister. Ein Jahr später sorgten Querelen mit dem Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) für Unruhe im Verein. Mit Unterstützung des Mäzen Heinz Steinkamp lockte der Verein Ex-Profis mit statutenwidrigen Gehältern. In erster Instanz wurde die Mannschaft in die Verbandsliga strafversetzt. Diese Entscheidung wurde erst in einen Punktabzug und schließlich in eine Geldstrafe abgeschwächt.
Sportlich wurde der FCG Meister, scheiterte aber in der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga. 1990 musste die Mannschaft überraschend absteigen, schaffte aber den sofortigen Wiederaufstieg. Saison 1995 schaffte der FCG als Meister den Aufstieg in die Regionalliga und marschierte ein Jahr später sensationell in die 2. Bundesliga durch. In der Saison 1997/98 spielte der FCG lange um den Aufstieg in die Bundesliga mit und wurde schließlich Fünfter. Ein Jahr später stiegen die Gütersloher ab und mussten während der Regionalligasaison 1999/2000 Insolvenz anmelden. Insgesamt neun Millionen Mark Schulden drückten den Verein. Am 14. Februar 2000 wurde der Verein aufgelöst und die erste Männermannschaft wurde vom laufenden Spielbetrieb abgemeldet. Die weiteren Männer-, Frauen- und Jugendmannschaften konnten dagegen ihre Spiele ordentlich zu Ende bringen.
Der heutige Verein (seit 2000)
Oberliga und NRW-Liga (2000 bis 2009)
Saison Liga Level Platz Tore Punkte 2000/01 Oberliga Westfalen IV 4. 79:43 63 2001/02 Oberliga Westfalen IV 9. 51:58 43 2002/03 Oberliga Westfalen IV 3. 77:39 69 2003/04 Oberliga Westfalen IV 8. 47:50 49 2004/05 Oberliga Westfalen IV 10. 47:49 44 2005/06 Oberliga Westfalen IV 3. 71:41 59 2006/07 Oberliga Westfalen IV 5. 56:38 60 2007/08 Oberliga Westfalen IV 10. 44:48 46 2008/09 NRW-Liga V 17. 47:77 37 Drei Tage nach der Auflösung des FC Gütersloh wurde mit dem FC Gütersloh 2000 ein Nachfolgeverein gegründet, der mit dem insolventen alten Verein fusionierte. Das neue Präsidium fand eine Lücke in der Satzung des Westfälischen Fußball- und Leichtathletikverbandes. Zunächst scheiterte eine Eingruppierung in die Oberliga Westfalen, da der alte Verein noch Beitragsschulden bei der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft hatte. Erst nachdem sich der FC Gütersloh 2000 bereit erklärte, die noch offenen Beiträge in Höhe von 900.000 Mark zu übernehmen, wurde der neue Verein zur Saison 2000/01 der viertklassigen Oberliga Westfalen zugelassen. Diese Entscheidung wurde von Vertretern anderer Vereine heftig kritisiert.
Mit einer völlig neuen Mannschaft nahm der FCG den Spielbetrieb in der Oberliga auf, darunter mit Ralf Lewe und Dirk Konerding zwei Ex-Profis. 3500 Zuschauer sahen das erste Ligaspiel des FC Gütersloh 2000, welches die Hausherren mit 1:0 gegen Westfalia Herne gewannen. Die Mannschaft belegte weitestgehend Plätze in der oberen Tabellenhälfte. Die Spielzeiten 2002/03 und 2005/06 ragten dabei heraus, als die Mannschaft jeweils den dritten Platz belegte. Die Gütersloher wiesen allerdings 17 bzw. 20 Punkte Rückstand auf den jeweiligen Meister FC Schalke 04 Amateure bzw. Borussia Dortmund II auf. Zwischenzeitlich litt der Verein unter finanziellen Problemen. Die Zulassung zur Saison 2003/04 erhielt der Verein laut des FLVW-Fußballausschußvorsitzenden Siegfried Hirche „nur mit großen Bedenken und Bauchgrimmen“.
Im April 2007 sorgte der Verein bundesweit für Schlagzeilen, als er mit Hilfe einer Zeitungsannonce auf Spielersuche ging. Die Kandidaten durften allerdings keinen Vermittler haben, um so Honorare zu sparen. Zwischenzeitlich wurde der Verein von einer Steuernachforderung in sechsstelliger Höhe belastet. Als Tabellenzehnter qualifizierte sich der FC Gütersloh 2000 in der Saison 2007/08 für die neu geschaffene NRW-Liga, die die Oberligen Westfalen und Nordrhein ab 2008 ablösen sollte. Nach einem 2:0-Auftaktsieg über die Hammer Spvg war Gütersloh erster Tabellenführer der NRW-Liga. Schnell rutschte die Mannschaft jedoch in den Tabellenkeller hinab, da der Verein erneut in finanzielle Schwierigkeiten geriet und Spielergehälter erst verspätet zahlen konnte. Am Saisonende stiegen die mit rund 150.000 Euro verschuldeten Gütersloher in die sechstklassige Westfalenliga ab.
Von der Westfalenliga zurück in die Oberliga (2009 bis 2014)