Andrea Karin Mühlebach ist eine Anthropologin und Professorin für Maritime Anthropologie und Kulturen des Wassers am Institut für Ethnologie und Kulturwissenschaft der Universität Bremen. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören Anthropologien des Wassers, Umwelt- und Infrastrukturpolitik, demokratische Bürgerschaft, Gesetzgebung, Neoliberalismus und globale extraktive Regime. Zu ihren Monografien zählen The Moral Neoliberal: Welfare and Citizenship in Italy und A Vital Frontier: Water Insurgencies in Europe.

Leben Vor ihrem Wechsel nach Bremen war Mühlebach nahezu dreizehn Jahre am Department of Anthropology der University of Toronto tätig. Zuvor war sie William Rainey Harper Assistant Professor an der University of Chicago, wo sie auch promoviert wurde. Seit August 2021 ist sie Professorin für Maritime Ethnologie und Kulturen des Wassers an der Universität Bremen. An der Universität Bremen ist sie dem Fachbereich Kulturwissenschaften und dem Institut für Ethnologie und Kulturwissenschaft zugeordnet.

Wirken Mit The Moral Neoliberal: Welfare and Citizenship in Italy analysierte Mühlebach die Entstehung von Freiwilligenarbeit und ethischer Bürgerschaft vor dem Hintergrund neoliberaler Wohlfahrtsreformen in der Lombardei. Diese Italien-Forschung bezieht sich auf Pandemie, Staatsrückzug, Infrastruktur und die Veränderung von Bürgerschaft. Ihre folgenden Projekte richteten sich auf Wasserinfrastrukturen, Rekommunalisierung und die politischen Deutungen, mit denen Wasser im Aktivismus als öffentliches Gut oder Gemeingut verteidigt wird. In A Vital Frontier: Water Insurgencies in Europe untersuchte sie europäische Wasserbewegungen in Italien, Irland und Deutschland gegen Privatisierung und Finanzialisierung. Die Monografie behandelt Referenden, Straßenblockaden, Demonstrationen, verbrannte Gebührenbescheide sowie juristische Kämpfe um Transparenz und Verträge. Das Buch leistet einen Beitrag zum Verständnis politischer Widerstandspraktiken gegen die Finanzialisierung von Wasser und die Einhegung von Gemeingütern. Im Feld der Rechte der Natur untersucht Mühlebach, wie Flüsse, Wellen und andere aquatische Entitäten als Träger eigener Ansprüche gedacht und vertreten werden können. Im Podcast Anthropology on Air diskutierte sie 2024 Wasserjustiz, Aktivismus und die Naturrechtsbewegung sowie deren indigene philosophische Bezüge und europäische Ausprägungen. Im April 2026 trat sie in der Debatte um mögliche eigene Rechte der Weser mit der These hervor, dass Gewässer als lebendige Entitäten und mit Rechten auf freies Fließen, Freiheit von Verschmutzung, Biodiversität, Regeneration und Restauration verstanden werden sollten.

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Einzelnachweise

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