mini|Verbreitungsgebiet der Fahlbrustdrossel

Die Fahlbrustdrossel (Turdus leucomelas) ist ein Singvogel aus der Familie der Drosseln (Turdidae).P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF

Der Vogel kommt in Südamerika mit Ausnahme von Chile und Ecuador vor.

Der Lebensraum umfasst offene Wälder, Parks, Plantagen und Gärten, trockene Wälder und feuchte Waldränder, Galeriewald, Sekundärwald, einzelne Waldinseln in Savanne, jedoch nicht das Waldesinnere, von 800–1800 bis 2000 m. ü. M.M. McMullan: Field Guide to the Birds of Colombia Rey Naranjo Editores, 2018, ISBN 978-958-8969-77-0Thomas Scott Schulenberg, Douglas Forrester Stotz, Daniel Franklin Lane, John Patton O’Neill, Theodore Albert Parker III: Birds of Peru. Princeton University Press, 2007, ISBN 978-0-691-04915-1

mini|250px|In Nordostbrasilien Merkmale Der Vogel misst 23–27 cm und wiegt 47–78 g. Die Oberseite ist warm braun bis olivbraun, Kopfkappe, Kopfseiten und Nacken hellgrau abgesetzt. Der Scheitel ist mittelgrau, die Ohrdecken gräulich mit langen dünnen weißlichen Strichen. Der Augenring ist orangefarben. Die Flügeldecken sind etwas heller und rotbrauner, ebenso die Federränder der Armschwingen, Handschwingen und Schwanz sind etwas dunkler. Die Kehle ist weißlich mit undeutlicher mittelbrauner Strichelung, Brust und Flanken sind hell gelbbraun, die übrige Unterseite bis zum Steiß ist weißlich, die Unterflügeldecken sind blass orangefarben. Der Schnabel ist dunkeloliv oder dunkelgrau bis grünlich gelb, die Beine sind hellbraun. Weibchen sehen gleich aus, können etwas brauner sein. Jungvögel sind gelbbraun gefleckt und gestrichelt an der Oberseite, geschuppt an der Unterseite.N. Collar und E. Garcia: Pale-breasted Thrush (Turdus leucomelas), version 1.1. In: J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie, E. de Juana und S. M. Billerman (Herausgeber): Birds of the World. 2024, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Turdus leucomelas

Von der Nacktaugendrossel (Turdus nudigenis) unterscheidet sich die Art durch den schmalen Augenring, bei der Gilbdrossel (Turdus grayi) ist der Augenring rotbraun.

Die Schwarzschnabeldrossel (Turdus ignobilis) und die Rahmbauchdrossel (Turdus amaurochalinus) sind jeweils an der Oberseite matter und gleichmäßiger gefärbt.

Geografische Variation Es werden folgende Unterarten anerkannt:IOC World Bird List 15.1 ThrushesAviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025 T. l. albiventer , 1824 – Norden und Nordosten Kolumbiens, Venezuela, Guyanas und Nordostbrasilien, kleiner, kürzerer Schnabel, Kopf, Rücken und Bürzel deutlicher aschgrau, Flügel weniger rostfarben T. l. cautor , 1946 – äußerster Norden Kolumbiens (Guajira-Halbinsel), wie T. l. albiventer, aber etwas brauner an Rücken und Flügeln T. l. upichiarum & , 2019 – Südostkolumbien, wie T. l. albiventer, aber kleiner und dunkler, homogener und kontrastärmer gefiedert, Unterseite dunkler grau, Unterflügeldecken dunkler rötlich T. l. leucomelas , 1818, Nominatform – Peru (Norden und Südosten), Brasilien (Mitte, Süden und Osten), Bolivien (Westen, Mitte und Osten), Paraguay (Osten) und Argentinien (Nordosten) südlich bis Nordosten Uruguays

BirdLife International mit dem Handbook of the Birds of the World erkennt die Unterart T. l. upichiarum nicht an.HBW and BirdLife International: Handbook of the Birds of the World and BirdLife International digital checklist of the birds of the world. Version 10, 2025, PDF Abgerufen am 2. Juli 2025

Stimme Der aus mittlerer oder oberer Baumetage, manchmal auch im Fluge vorgetragene Gesang wird als melodiöses Singen beschrieben wie „chirr juep juele chip chirr“, erinnert an die Hauxwelldrossel (Turdus hauxwelli), ist aber etwas schneller sowie an die Wanderdrossel (Turdus migratorius), ist aber variantenreicher mit auffallenden „hereit, hereit“- und „tuwee, tuwee“-Phrasen. Der Ruf ist ein harsches „djer-djer-djer“, mehr melodiöses „djeeer-REE-REE.REE“, abfallendes „DJEER-jeer.jur“ oder hölzernes „quwaak quwaak quwaak“. Der Alarmruf ist ein raues „jig-jig“ oder „zit-zit-zit“.

Lebensweise Die Art ist ein Standvogel. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Früchten, weniger aus Insekten und anderem tierischen Material. Gesucht wird meist auf dem Boden, entlang von Wegen, auf dem Rasen, aber auch auf fruchttragenden Bäumen. Die Brutzeit liegt in Kolumbien zwischen Januar und August, in Venezuela zwischen Juli und August, in Suriname hauptsächlich in der Regenzeit zwischen November und Juli, in Französisch-Guayana ab Juli in der Trockenzeit. Das Nest ist eine große Schale aus Wurzeln und Moos mit Lehm in einem Gebüsch, Baum oder auf einer künstlichen Struktur wie Dachsparren, Fensterbänke usw. Das Nest kann mehrfach genutzt werden.

Das Gelege besteht aus 2–4, meist 3 bläulich grünen Eiern mit rotbraunen Flecken. Gebrütet wird über 12–13 Tage. Brutparasitismus durch den Seidenkuhstärling (Molothrus bonariensis) ist in einigen Gegenden anscheinend ein Problem.

Etymologie und Forschungsgeschichte mini|Fahlbrustdrossel (Turdus leucomelas albiventer) illustriert von Spix Die Erstbeschreibung der Fahlbrustdrossel erfolgte 1818 durch Louis Pierre Vieillot unter dem wissenschaftlichen Namen Turdus leucomelas. Als Verbreitungsgebiet gab er Paraguay an, basierend auf Zoreal obscuro y blanco von Félix de Azara. Bereits 1758 führte Carl von Linné die für die Wissenschaft neue Gattung Turdus ein. Der Begriff stammt von ab.Turdus The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Der Artname leucomelas ist ein Wortgebilde aus und .leucomelas The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Albiventer hat seinen Ursprung in und albiventer The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling und cautor in .cautor The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Upichiarum ist dem indigenen Stamm der Upichía gewidmet. Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay sechs Bälge, gesammelt durch Hans Krieg (1888–1970), Eugen Josef Robert Schuhmacher (1906–1973) und Michael Mathias Kiefer (1902–1980) in Zanja Moroti im Bergland des Río Apa und aus Nueva Germania, zur Verfügung. Laubmann sah in Turdus leucomelas leucomelas die Art für das Land. Als Nachweise für das Land in der Literatur nannte er Rancho Potrero durch Roberto Raúl Dabbene, in Sapucai sowie in Ybytimi (Dorf nahe Paraguarí) durch Charles Chubb, Puerto Bertoni und Asunción sowie Monte Sociedad durch Arnaldo de Winkelried Bertoni, Trinidad durch Elsie Naumburg und in Bernalcue durch Carl Eduard Hellmayr.

Gefährdungssituation Die Fahlbrustdrossel gilt als nicht gefährdet (Least Concern).

Literatur

Weblinks

Macaulay Library Fahlbrustdrossel auf Briefmarken

Einzelnachweise

Kategorie:Drosseln