mini|Blick von Westen auf die Kirche mini|Das Bild von James Skene zeigt den Löwen von Kantza und die verfallene Kirche. mini|hochkant|Eingang zur Kirche mini|In die Westwand verbaute Palmette, Bruchstück eines antiken Grabsteins mini|Apsis der Kirche mit halbrunden Grundmauern der Apsis des Vorgängerbaus mini|Blick von Süden auf die Kirche Agios Nikolaos () ist eine nachbyzantinische Kirche in Leondari, die dem heiligen Nikolaus geweiht ist. Im Zusammenhang mit dem Löwen von Kantza ist sie Mittelpunkt zahlreicher Legenden.

Geschichte Im 4. Jahrhundert v. Chr. gab es an dieser Stelle einen antiken Friedhof. Der Löwe von Kantza, eine Marmorskulptur, die etwa 10 m westlich der Kirche unter einem Schutzdach steht, bekrönte zu dieser Zeit ein Grabmonument. Im frühen 12. Jahrhundert wurde hier ein byzantinisches Kloster errichtet. An der Stelle, an der heute die Kirche steht, stand damals das Katholikon des Klosters. 1592 wurde die heutige Kirche, wieder als Katholikon des Klosters, errichtet. Das Kloster war zu dieser Zeit ein Metochi des Klosters Agios Ioannis Kynigos, das etwa 2 km nordwestlich auf dem nördlichen Sattel des Hymettos liegt. Das Kloster und auch die Kirche verfielen.Xeni Arapogiannis: Ανασκαφή στην Κάντζα Αττικής In Πρακτικά Α΄ Επιστημονικής Συνάντησης Νοτιοανατολικής Αττικής, Athen Oktober 1984, S. 255–261 (Digitalisat) Ein Bild des schottischen Künstlers James Skene, der zwischen 1838 und 1845 Griechenland bereiste, zeigt, dass damals nur noch die Westfassade der Kirche stand.James Skene: Monuments and Views of Greece, 1838–1845, 1985

1872 kaufte I. Theophilatos das Grundstück und baute die Kirche wieder auf, weshalb sie Arthur Milchhoefer, der 1876–1878 das Reisestipendium des Deutschen Archäologischen Instituts innehatte und Griechenland besuchte, als neuerbaute Kirche bezeichnete.Arthur Milchhoefer: Karten von Attika. Erläuternder Text. Heft II, Berlin 1889, S. 31 (Digitalisat) 1984 führte man Ausgrabungen bei der Kirche durch. Durch das Amtsblatt Φ.Ε.Κ. 271/B vom 2. Juni 1987 wurden die Kirche, da sie vor 1830 errichtet wurde, zu einem byzantinischen Denkmal erklärt.Ι. Ναός Αγίου Νικολάου, Λεοντάρι Παλλήνης, Αττική bei arxaiologikoktimatologio.gov.gr Sie wird von der Pfarrei Kimisis tis Theotokou Kantzas betreut.

Beschreibung Die Agios Nikolaos-Kirche steht im nördlichen Teil von Leondari in einem Park etwa 70 m nördlich der Leondariou-Straße im Ortsteil Agios Nikolaos. Es ist eine einschiffige Kirche mit Tonnengewölbe und dreiseitiger Apsis. Wie für byzantinische Kirchen üblich, ist die Apsis etwa nach Osten ausgerichtet. Das Kirchenschiff ist etwa 11 m lang und 6 m breit. Die Kirche wurde fast ausschließlich aus unbehauenen Steinen und wenigen zerbrochenen Ziegeln errichtet. Der Eingang befindet sich im Westen und hat einen Türrahmen aus Marmor, der vermutlich vom Vorgängerbau aus dem 12. Jahrhundert stammt. Auf dem Querfries ist in der Mitte ein mit Pflanzen verziertes Kreuz dargestellt. Über der Tür gibt es eine Mauernische mit einer Ikone des heiligen Nikolaus. Sie ist mit behauenen Sandsteinblöcken eingefasst und hat ein Dach aus Dachziegeln. Als Basis dient ein Marmorfries mit pseudokufischer Verzierung, der vermutlich auch vom Vorgängerbau stammt. Der Giebel der Kirche ist mit einem Kreuz als Akroterion bekrönt. Zu beiden Seiten der Mauernische gibt es jeweils ein schmales Fenster. Links neben dem linken Fenster ist eine Palmette aus Marmor eingemauert. Sie bildete sehr wahrscheinlich den oberen Abschluss einer antiken Grabstele. Bemerkenswert ist, dass die dreiseitige, etwa 3,25 m breite Apsis nicht genau in der Mitte der Ostwand positioniert ist, sondern um etwa 0,60 m nach Süden verschoben ist. Entsprechend sind auch die schmalen Fenster ungewöhnlich angeordnet. Während eines sich in der Mitte der Apsis befindet, gibt es noch ein weiteres nördlich davon und eines über dem nördlichen Abschluss der Apsis. Die unteren Steinlagen der Apsis des Vorgängerbaus sind noch erhalten und zeigen, dass dieser eine etwa 4,50 m breite, halbrunde Apsis hatte.

Bei den Ausgrabungen 1984 entdeckte man die Grundmauern eines Klosters aus dem 12. Jahrhundert v. Chr. Es war so angelegt, wie schon Klöster seit dem 6. Jahrhundert errichtet wurden: Gebäude waren um einen Innenhof angeordnet und schlossen diesen ein. Die Kirche befand sich freistehend in der Mitte des Innenhofs. Hier fand man auch einen Friedhof aus dem späten 12. Jahrhundert. Wie eine Türschwelle mit Wagenspuren belegt, befand sich der Eingang zum Kloster im Süden.

Etwa 20 m südwestlich der Kirche, dort wo heute noch die großen Findlinge zu sehen sind, fand man einen von Mauern eingeschlossenen Bereich von 8 × 3,50 m mit umlaufender Bank zum Sitzen oder Abstellen von Gegenständen. Hier gab es auch eine kleine Zisterne. Der Zugang erfolgte von Osten durch eine 1,40 m breite, zweiflügelige Tür. Im Norden schloss ein 6 × 3 m großer Raum an, der an der Ostseite eine 0,78 m breite, einflügelige Tür besaß. Nördlich davon fand man einen Raum von 2,85 × 6,05 m. Hier fand man Ascheschichten, Kochgefäße und in den Boden eingelassene Vorratsgefäße. Bei diesem Raum handelte es sich um die Küche und Vorratskammer des Klosters.

In weiteren Probeschnitten fand man in der Nähe der Kirche Fundamente der byzantinischen Kirche und im Bereich des früheren Innenhofs Gräber und zwei kleine Beinhäuser aus dem 12. Jahrhundert. Die Gräber waren mit Kacheln ausgelegt, auf denen die Toten abgelegt wurden. Der Zugang zu den Beinhäusern erfolgte von Osten. Während die Schädel der Toten im Westen aufgestapelt waren, waren die Knochen der Toten in den Beinhäusern verstreut. Die bei den Grabungen geborgene Alltagskeramik bestand aus Töpfen, Schüsseln und Krügen. Außerdem fand man farbig verzierte Vasen, Schüsseln, Teller und Schalen mit farbiger Glasur, Gefäßscherben im Sgraffito-Stil mit gelber und grüner Glasur und Scherben mit geritzter und farbiger Dekoration.

Weblinks

Το εκκλησάκι του Αγίου Νικολάου της Κάντζας bei poupasrekarramitro.gr Ιερός Ναός Αγίου Νικολάου Λεονταρίου Κάντζα Παλλήνης bei imml.gr Kantza lion (Attica) Kantza bei topostext.org Nikolaos, Hagios (Leontarion), Kantza bei byzantineattica.eie.gr

Einzelnachweise

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