Carl Heinrich Krämer (* 8. Dezember 1882 in Sprendlingen im Landkreis Mainz; † 17. Januar 1988 in Bremen) war ein deutscher Kriminaldirektor und NS-Aktivist.

Biografie Krämer wurde als Sohn eines Tischlers geboren.https://www.arcinsys.niedersachsen.de/arcinsys/digitalisatViewer.action?detailid=v8579492&selectId=20951221 Er absolvierte in Leipzig die Kunstgewerbeschule und wurde Lithograf. 1904 zog er nach Bremen und trat am 1. Oktober 1907 in den Bremer Polizeidienst als Schutzmann.

Im Ersten Weltkrieg war er Soldat, u. a. bei der Feldpolizei in Polen; er wurde in Frankreich verwundet. Nach dem Krieg wechselte er zur Kriminalpolizei und wurde 1921 in den leitenden Dienst übernommen.

1936 wurde die Kriminalpolizei dem Hauptamt Sicherheitspolizei zugeordnet. Am 27. September 1937 beantragte Krämer die Aufnahme in die NSDAP und wurde rückwirkend zum 1. Mai desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 5.449.798).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/22670812

1941 wurde er Kriminaldirektor, war stellvertretender Leiter der Bremer Kriminalpolizei und leitete die Inspektion II, zu der auch die so genannte „Dienststelle für Zigeunerfragen“ gehörte, die von Wilhelm Mündtrathhttps://digitales-heimatmuseum.de/bluetenstrasse-der-haupttaeter/ geleitet wurde und ganz Nordwestdeutschland umfasste. Diese NS-Institutionen organisierten auf Erlass vom 8. Dezember 1938 die zentrale Erfassung, rassistische Verfolgung und schließlich die Deportation von Sinti und Roma in Vernichtungslager. Krämer in Bremen war unmittelbar mitverantwortlich und beteiligt an der NS-Verfolgung der Sinti und Roma.https://www.spurensuche-bremen.de/spur/carl-kraemer-ehrenvolle-dienstzeit/

In seiner wissenschaftlichen Arbeit Norddeutschland im Nationalsozialismus untersuchte der Historiker Frank Bajohr auch die Rolle der Bremer Kriminalpolizei im Nationalsozialismus und führt zu Carl Krämer u. a. Folgendes aus:

1943 erhielt Kämer das Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse mit Schwertern verliehen, wofür genau ist ungeklärt.

Am 30. April 1945 wurde er verhaftet und in einem Lager bei Lüneburg interniert. Die Militärregierung entließ ihn aus dem Dienst und 1946 trat er wegen Dienstunfähigkeit in den Ruhestand. Er starb 1988.

Privates 1910 heiratete er Gesine Goldstein, der Ehe entstammt die Tochter Hildegard (* 1919).

Literatur Hans Hesse, „Carl Krämer – „…ehrenvolle Dienstzeit““, in: SPURENSUCHE BREMEN, s. https://www.spurensuche-bremen.de/spur/carl-kraemer-ehrenvolle-dienstzeit/ Hans Hesse: „Ich bitte, die verantwortlichen Personen für ihre unmenschlichen barbarischen Taten zur Rechenschaft zu ziehen“ – Die Deportation der Sinti und Roma am 8. März 1943 aus Nordwestdeutschland, Bremen 2022, ISBN 978-3-95494-274-9, S. 28. Frank Bajohr: Norddeutschland im Nationalsozialismus, Ergebnisse-Verl., Hamburg 1993, (Forum Zeitgeschichte; Bd. I), ISBN 3-87916-008-2 Herbert Schäfer, Carl Krämer, Richard Siebke: Mehr als sieben Stunden: Ein Beitrag zur Geschichte der Kriminalpolizei in Bremen Kriminalistische Studien Sonderband III, Fachschriftenverlag Dr. Schäfer 1989, ISBN 3-925730-12-5.

Einzelnachweise

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