mini|Claude Delvincourt (1935) Claude Delvincourt (* 12. Januar 1888 in Paris; † 5. April 1954 in Orbetello) war ein französischer Komponist.

Leben Claude Delvincourt studierte seinem Jurastudium ab 1906 am Pariser Konservatorium bei Georges Caussade Kontrapunkt, bei Léon Boëllmann, Henri Büsser und bei Charles-Marie Widor Komposition. 1913 gewann er beim Wettbewerb um den Prix de Rome mit der Kantate Yanitza den zweiten Preis. Sein Romaufenthalt wurde durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges unterbrochen, er verpflichtete sich zum Armeedienst und erlitt 1915 eine schwere Verwundung. Ab 1919 setzte er seinen Romaufenthalt fort.

1926 wurde er als Nachfolger von Ludovic Panel Organist an der Kirche Sacré-Cœur de Montmartre. 1931 wurde er zum Leiter des Konservatoriums von Versailles berufen, ihm folgte 1941 Jean Hubeau. 1941, während der deutschen Besatzungszeit wurde er als Nachfolger von Henri Rabaud Leiter des Pariser Konservatoriums. Durch Gründung des Orchestre des Cadets du Conservatoire gelang es ihm, über sechzig Schüler des Konservatoriums über mehrere Jahre vor der Arbeitsdienstverpflichtung in Deutschland zu bewahren. Er war auch in der Widerstandsorganisation Front National des Musiciens aktiv, der Musiker wie die Pianistin Marie-Louise Boëllmann-Gigout (Tochter seines Lehrers), Jacques Chailley, Roger Désormière und Irène Joachim angehörten. 1954 kam er auf der Reise nach Rom, zur Uraufführung seines Streichquartettes, bei einem Verkehrsunfall ums Leben.Lebenslauf auf der Website Musica et Mémoria

Seit 1949 war er assoziiertes Mitglied der Académie royale des Sciences, des Lettres et des Beaux-Arts de Belgique (Classe des Beaux-Arts).

Werke Quintette für Streicher und Klavier, 1907 Thestylis für Gesang und Orchester, 1907 Hodie Christus natus für Chor, Oboe, Fagott und Orgel, 1909 Aurore für vierstimmigen Frauenchor und Klavier oder Orchester, 1910 Acis et Galathée, Kantate, 1910 Nuit tombante für gemischten Chor oder Vokalquartett und Klavier oder Orchester, 1911 Yanitza, Kantate, 1911 La Source für Chor und Klavier oder Orchester, 1912 Fulvia, Kantate, 1912 Sommeil d’enfant, 1912 Faust et Hélène, Kantate, 1913 Typhaon, sinfonische Dichtung, 1914 Sérénade (Radio-Sérénade), 1914 Six poèmes de Maurice d’Assier, 1918 Ave Verum für Soli, Chor, Streichquintett und Orgel, 1918 Boccaceries, Klaviersuite, 1922 Croquembouches, Klaviersuite, 1926 Offrande à Siva, 1926 Le Bal vénitien für Orchester, 1927 Poème choréographique, 1931 Chansons de la ville et des champs, 1933 La Croisière jaune, Filmmusik für eine Dokumentation über die Croisière Jaune, 1934 Ce monde de rosée für Gesang und Klavier (Orchesterfassung 1934) 4 Chansons de Clément Marot für Gesang und Klavier, 1935 La Femme à barbe, musikalische Farce, 1936 Images pour les Contes du temps passé für Klavier zu vier Händen, 1936 Automne, sinfonische Dichtung für Chor und Orchester, 1937 Oedipe Roi Musik zum Schauspiel von Sophokles, 1939 Un éventail, un sourire, 1942 Lucifer ou Le Mystère de Caïn, Mysterienspiel, 1948 Le bourgeois gentilhomme (Bühnenwerk nach Molière), Paris, 1948 Salut Solennel für Solisten, gemischten Chor und Orchester, 1953 Streichquartett, (1953) Pater Noster, (uraufgeführt 1955)

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Komponist klassischer Musik (20. Jahrhundert) Kategorie:Komponist (Kirchenmusik) Kategorie:Filmkomponist Kategorie:Komponist (Frankreich) Kategorie:Hochschullehrer (Versailles) Kategorie:Mitglied der Königlichen Akademie der Wissenschaften und Schönen Künste von Belgien Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1888 Kategorie:Gestorben 1954 Kategorie:Mann