Arnold von Hammerstein-Equord (* 24. März 1860 in Lüneburg; † 18. April 1933 in Prien am Chiemsee) war ein preußischer Generalleutnant sowie Militärattaché.
Leben Als Sohn des Barons Adolf von Hammerstein-Equort (1814–1894) und Clothilde Wilhelmina, geborene Bock von Wülfingen (1831–1911) geboren, sind über die Anfangsjahre des beruflichen. Werdeganges des Arnold von Hammerstein-Equord nur sehr wenige Details bekannt. Seine Schulausbildung erhielt er in Lüneburg, wo er auch das Abitur ablegte. Zum Herbst 1879 trat er als Fahnenjunker in das 1. Garde-Regiment zu Fuß ein. Hier erfolgten seine militärische Ausbildung und weitere Beförderungen, bis er 1881 den Rang eines Sekondeleutnants erreicht hatte. Von diesem Regiment aus kam er im Herbst 1889 an die Unteroffiziersschule nach Weißenfels, die er bis 1890 besuchte und hier auch zum Premierleutnant befördert wurde.
Berufslaufbahn Dem Stammregiment wieder zugeteilt, erfolgte für Hammerstein-Equord 1893 eine Kommandierung zur Preußischen Kriegsakademie. Während dieser Zeit hatte er 1894 einen zeitweiligen Einsatz beim Großen Generalstab und wurde mit erfolgreichem Abschluss in der Truppe als Kompaniechef verwendet.
Inzwischen mit Amalia Finck von Finckenstein (1866–1958) verheiratet, lebte er bis 1900 mit seiner Familie in Potsdam und erhielt zum Herbst eine Kommandierung nach Bayern.Christian Zweng: Die Preußischen Generale 1866–1920, Institut für deutsche Phaleristik und Militärgeschichte, Band 7, Osnabrück, 2014, S. 39-40. Hier zuerst dem Generalstab in München zugeordnet, wurde Hammerstein-Equord ab Frühjahr 1900 an der preußischen Gesandtschaft in Bayern als Militärattaché eingesetzt. Die Geschäfte führte dort der Diplomat Anton Graf von Monts und war somit sein Vorgesetzter. In dieser Position erhielt von Hammerstein-Equord im Mai 1901 die Beförderung zum Major. In seiner Münchener Zeit ging es ihm vor allem um die Gestaltung der militär-politischen Beziehungen zu Preußen und die Abstimmung zwischen beiden Ländern bei wichtigen militärischen Entscheidungen. Hier wirkte er vorrangig als Vermittler und Auftraggeber für den untereinander bestehenden Informationsbedarf. Das betraf sowohl das nicht immer leichte Verhältnis zu Italien und zu Österreich-Ungarn. Anfang 1903 kehrte er nach Preußen zurück. Zum März 1903 übernahm Hammerstein-Equord ein Bataillon des 1. Garde-Regiment zu Fuß als Kommandeur. Zwei Jahre später, im Februar 1905, wechselte er wieder in den Großen Generalstab zurück.Karl Friedrich Hildebrand: Die Generale der deutschen Luftwaffe 1935–1945, Teil II, Band 2, Biblio Verlag, Osnabrück 1991, ISBN 3-7648-1701-1.
Einsatz als Militärattaché Dieser Schritt diente der Vorbereitung Arnold von Hammerstein-Equords auf seinen nächsten Auslandseinsatz. Der führte ihn als Militärattaché nach Rom. Vermutlich lag dieser Entscheidung eine Empfehlung seines früheren Vorgesetzten an der Gesandtschaft in München, Anton von Monts zugrunde, der bereits seit Oktober 1902 hier die preußische Gesandtschaft führte. Am 2. Juli 1905 trat von Hammerstein-Equord dort seinen Dienst an und löste den bisherigen Militärattaché Oscar von Chelius in Rom ab.Walter Riccius: Die Institution der Militärattachés Teil I. Deutsche Militärattachés von Beginn bis 1918. Dr. Köster Verlag. Berlin. 2025. ISBN 978-3-96831-081-7. S. 82ff. Zur gleichen Zeit befand sich auch Paul Rampold als Marineattaché vor Ort. Von Wichtigkeit für Hammerstein-Equord war, dass eine Reihe von außenpolitischen Themen, mit denen er sich bereits in Bayern auseinanderzusetzen hatte, fast in gleicher Gewichtung ebenso in Rom präsent waren. Ein Teil von ihnen, vor allem die italienischen Eroberungspläne und die Suche nach Einflussmöglichkeiten auf die Regierung in Rom, bargen die Gefahren weiterer externer Machtausdehnung in sich. Stellenweise bewegten sich beide Länder hart an der Grenze, sich gegenseitige Interessenlagen streitig zu machen. Das betraf vor allem die zukünftig zu verfolgenden Machtambitionen auf dem Balkan, die Suche nach Sonderbündnissen und Fragen zur Festigung zukünftiger Bündnisbeziehungen für den Fall militärischer Auseinandersetzungen. Dabei zeichneten sich die daraus abzuleitenden Interessenlagen deutlich ab. In den letzten Monaten seines Dienstes in Italien signalisierte er vor allem eine außerordentliche Zunahme militärischer Aktivitäten seines Gastlandes in Richtung des afrikanischen Kontinents. So versuchte er, das Bestreben Italiens, auf afrikanischem Territorium Fuß zu fassen, lange vor Ort selbst unter Kontrolle zu halten. Nach sechs Einsatzjahren übernahm im Frühjahr 1911 sein Nachfolger, Alfred von KleistPolitisches Archiv des Auswärtigen Amtes, Sign. P3 Nr. 7461; das Büro des Militärattachés in Rom. In Anerkennung seiner Leistungen wurde von Hammerstein-Equord im März 1911 zum Oberst befördert.
Im Ersten Weltkrieg Er kehrte daraufhin zu seinem Stammregiment zurück und wurde dann vom 21. April 1911 bis zum 2. Januar 1913 als Kommandeur des Garde-Füsilier-Regiments eingesetzt. Nach dieser Führungstätigkeit wechselte Hammerstein-Equord im Sommer 1913 in die Dienststellung des Kommandanten des Truppenübungsplatzes Heuberg. Anfang 1914 zum Generalmajor ernannt,Karl Friedrich Hildebrand: Die Generale der deutschen Luftwaffe 1935-1945, Teil II, Band 2. Biblio Verlag. Osnabrück. 1991. ISBN 3-7648-1701-1. übernahm er mit Beginn des Ersten Weltkrieges das Kommando über die 56. Reserve-Infanterie-Brigade. Seine Dienststellungen wechselten kriegsbedingt in den nächsten Jahren mehrfach, bis er im Oktober 1916 als Kommandant von Antwerpen eingesetzt wurde. Auf diesem Posten verblieb er fast zwei Jahre und kehrte mit Zurückgehen der Westfront in Richtung der Reichsgrenzen zur kämpfenden Truppe zurück. Ab Anfang 1918 wurde von Hammerstein-Equord als stellvertretender Kommandeur der 18. Infanterie-Brigade eingesetzt. Die von ihm noch durch die früheren Aufgaben in Antwerpen eingenommene Sonderstellung wurde dann im Juli 1918 endgültig aufgehoben. Zu dieser Zeit befand er sich mit seiner Einheit bereits im Rückzug auf deutschem Territorium. Am 15. Juli 1918 wurde ihm der Charakter als Generalleutnant verliehen. Nach Unterzeichnung der Waffenstillstandserklärung von Compiègne und dem Zusammenbruch der Strukturen des deutschen Kaiserreiches bat er um seinen Abschied vom Militär. Dieser wurde ihm zum 24. November 1918 bewilligt.
Nach Ende des Kriegs hatte sich Hammerstein-Equord auf die Güter seiner Familie in Bayern zurückgezogen. Am 18. April 1930 verstarb er in Prien am Chiemsee.
Familie Aus der Ehe des Arnold von Hammerstein-Equord mit Amalia Finck von Finckenstein gingen die Kinder: Benita von Hammerstein-Equord (1900–1957), geboren in Potsdam und Adolf-Wilhelm von Hammerstein-Equord (1918–2010), der eine berufliche Laufbahn als Seeoffizier einschlug, hervor.
Publikationen
Lebenserinnerungen, herausgegeben durch Johann Karl von Schroeder. 1972. Münster.
Literatur Michael Behnen: Rüstung, Bündnis, Sicherheit. Dreibund und informeller Imperialismus, 1900–1908, 1985. Karl Friedrich Hildebrand: Die Generale der deutschen Luftwaffe 1935–1945, Teil II, Band 2, Biblio Verlag, Osnabrück 1991, ISBN 3-7648-1701-1. Christian Zweng: Generale 1866–1920, Deutsches Institut für Phaleristik und Militärgeschichte, Band 7, Osnabrück 2014, S. 39f.
Einzelnachweise
Arnold Arnold Kategorie:Deutscher Militärattaché Kategorie:Befehlshaber eines Regiments Kategorie:Befehlshaber einer Brigade Kategorie:Befehlshaber im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich) Kategorie:Generalleutnant (Königreich Preußen) Kategorie:Infanterist (Preußen) Kategorie:Absolvent der Preußischen Kriegsakademie Kategorie:Preuße Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1860 Kategorie:Gestorben 1933 Kategorie:Mann