mini|Schwarzschnabeldrossel (Turdus ignobilis), Kolumbien
Die Schwarzschnabeldrossel (Turdus ignobilis) ist ein Singvogel aus der Familie der Drosseln (Turdidae).P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF
Der Vogel kommt in Nordbolivien, Brasilien (westliches Amazonasbecken östlich bis Río Negro und Rio Tapajós), Ostecuador, Kolumbien (im Tal des Río Cauca und Río Magdalena sowie im östlichen Tiefland), Ostperu und Westvenezuela vor.
Die Art wurde als konspezifisch mit der Cabanisdrossel (Turdus plebejus) angesehen, die beiden Arten sind aber nur entfernt miteinander verwandt.G. Voelker, S. Rohwer, R. C. K. Bowie und D. C. Outlaw: Molecular systematics of a speciose, cosmopolitan songbird genus: Defining the limits of, and relationships among, the Turdus thrushes. In: Molecular Phylogenetics and Evolution, Band 42, Heft 2, S. 422–434, 2007, doi:10.1016/j.ympev.2006.07.016
Der Lebensraum umfasst offene baumbestandene Flächen, Waldränder, Lichtungen, Galeriewald, Städte, Parks und Gärten, nicht Waldesinneres, bis 1000 m. ü. M. in Bolivien, bis 1200 m in Peru, unterhalb von 1600 m in Venezuela, aber bis 2800 m in Kolumbien.M. McMullan: Field Guide to the Birds of Colombia Rey Naranjo Editores, 2018, ISBN 978-958-8969-77-0Thomas Scott Schulenberg, Douglas Forrester Stotz, Daniel Franklin Lane, John Patton O’Neill, Theodore Albert Parker III: Birds of Peru. Princeton University Press, 2007, ISBN 978-0-691-04915-1N. Collar, J. del Hoyo, A. Bonan Barfull, H. F. Greeney und G. M. Kirwan: Black-billed Thrush (Turdus ignobilis), version 1.0. In: S. M. Billerman, B. K. Keeney, P. G. Rodewald und T. S. Schulenberg (Herausgeber): Birds of the World. 2020, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Turdus ignobilis
Der Artzusatz kommt von .J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3.
Merkmale Der Vogel ist 18–24 cm groß und wiegt 48–81 g, eine schlichte Drossel ohne besondere Merkmale, lediglich der schwarze Schnabel fällt auf. Die Oberseite ist olivbraun, das Gesicht etwas dunkler, die Brust ist hellgrau braun, die weiße Kehle nur gering cremeweiß gestrichelt, oft läuft ein schmales weißes Band zwischen Kehle und Brust, die übrige Unterseite ist blasser, in Richtung Steiß weißlich. Die Geschlechter unterscheiden sich nicht. Die Iris ist schwarz, der Schnabel schwarz und die Beine und Füße sind dunkel graubraun bis schwarz. Jungvögel sind matter gefärbt mit kräftigen dunklen Flecken auf Brust, Flanken und Bauch, heller gefleckten Flügeldecken und Schirmfedern, noch blassere Flecken auf Rücken, Kopf und Bürzel. Hauptunterscheidungsmerkmal ist der schwarze Schnabel, den bei den Drosseln nur noch die Blaßsteißdrossel (Turdus obsoletus) (mehr Brauntöne, an Unterseite und am Steiß weiß), und die Graukehl-Musendrossel (Catharus gracilirostris) (viel kleiner und braunes Brustband) aufweisen.
Geografische Variation mini|Verbreitungsgebiet der Schwarzschnabeldrossel (grün) Es werden folgende Unterarten anerkannt:F. Gill, D. Donsker und P. Rasmussen (Herausgeber): IOC World Bird List (v15.1), 2025, IOC World Bird List 15.1 ThrushesAviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025J. F. Clements, P. C. Rasmussen, T. S. Schulenberg, M. J. Iliff, J. A. Gerbracht, D. Lepage, A. Spencer, S. M. Billerman, B. L. Sullivan, M. Smith und C. L. Wood: The eBird/Clements Checklist of Birds of the world: v2025, 2025, Version 2025 Abgerufen am 23. Januar 2026] T. i. goodfellowi & , 1901E. J. O. Hartert und C. E. Hellmayr: Turdus ignobilis goodfellowi. In: Novitates Zoologicae, Band 8, Nummer 3, S. 492, 1901, Biodiversity Library – Westkolumbien, wärmer und dunkler gefärbt an der Oberseite T. i. ignobilis , 1858, Nominatform – Zentral- und Ostkolumbien T. i. debilis , 1902C. E. Hellmayr: Turdus ignobilis debilis. In: Journal für Ornithologie, Band 50, Nummer 1, S. 56, 1902, Biodiversity Library – Ostkolumbien, Westvenezuela und westliches Amazonien, „Hellmayrdrossel“, früher (Turdus debilis), kleinerer Schnabel, mehr Weiß an nur schwach gestrichelter Kehle und oberer Brust, grauer an Brust und Flanken
Die vormals als Turdus ignobilis murinus beziehungsweise als Turdus ignobilis arthuri bezeichneten UnterartenF. C. Chapman: The upper zonal birdlife of Mts. Roraima and Duida. In: Bulletin of the American Museum of Natural History, Band 63, S. 1–135, 1931, PDF werden jetzt als selbständig angesehen und als Pantepuidrossel (Turdus murinus) und Tepuidrossel (Turdus arthuri) bezeichnet.F. G. Stiles: Recognize Turdus murinus and T. arthuri as species distinct from T. ignobilis. Proposal (#814) to South American Classification Committee, 2019, Proposal 814
Stimme Der Gesang wird als angenehm melodiös singend und flötend beschrieben, mit Doppellauten und wiederholten Phrasen wie „churre, churre, ee, te-o-we, churre…“. Der Gesang erinnert an den der Wanderdrossel (Turdus migratorius). Die Rufe sind Pfeiflaute, ein leises „kirk“ oder „wurk“, auch ein ansteigendes „week“, als Alarmruf ein lautes „quee-kipper-kipper-kipper“.
Lebensweise Die Art ist ein Standvogel, sie ist oft auch auf dem Boden, auch auf Rasen zu sehen. Die Nahrung wird überwiegend in Bäumen, besonders fruchttragenden, gesucht, sie besteht aus Früchten, Insekten und Pflanzensamen, auch aus Würmern, Raupen oder Heuschrecken.
Die Brutzeit liegt zwischen Dezember und Aug sowie im Oktober in Kolumbien, je nach Region etwas unterschiedlich, von November bis Februar wurden in Ostecuador bebrütete Nester gefunden. Nester befinden sich gern um menschliche Siedlungen herum, in Zäunen und Hecken, auf Weiden oder Sekundärwald, in Büschen, Baumstümpfen, Astgabeln meist unterhalb von 5 m Höhe.
Das Gelege besteht aus 2 bis 3 grünlich blauen Eiern mit deutlicher brauner Zeichnung. Ausgebrütet wird vermutlich über 13–15 Tage.
Gefährdungssituation Die Schwarzschnabeldrossel gilt als nicht gefährdet (Least Concern). Anmerkung: Die Einschätzung beruht möglicherweise nicht auf der exakt aktuell gültigen Taxonomie.
Literatur P. L. Sclater: Turdus ignobilis. In: Proceedings of the Zoological Society of London, Band 25, Nummer 344, S. 273, 1858, Biodiversity Library
Weblinks
Macaulay Library
Einzelnachweise
Kategorie:Drosseln