Hugo OCart (, ; * im 11. Jahrhundert; † 6. Mai 1155 in der Chartreuse de Portes) war ein französischer Kartäusermönch und römisch-katholischer Prälat. Er amtierte von 1132 bis 1148 als Bischof von Grenoble (als Hugo II.) und anschließend von 1148 bis zu seinem Rücktritt im Jahr 1153 als Erzbischof von Vienne.
Leben Weg ins Bischofsamt Hugo trat früh als Mönch in das von Bruno von Köln gegründete Kartäuserkloster La Grande Chartreuse in der Dauphiné ein. Bereits sehr früh wurde er ausersehen, die Nachfolge des alternden und kranken Bischofs Hugo I. von Grenoble (bekannt als Hl. Hugo von Châteauneuf) anzutreten.
Die Nachfolgefrage war bereits vor dem Tod seines Vorgängers geklärt. Auf Vermittlung von Graf Guigues IV. d’Albon bei Papst Innozenz II. wurde Hugos Nachfolge schon 1131 auf dem Konzil von Reims formell besprochen und vorbereitet.Bernard Bligny: Histoire des diocèses de France: Grenoble, Bd. 12, Beauchesne, Paris 1979, S. 50. Als der alte Bischof Hugo I. im April 1132 starb, nahm der designierte Nachfolger an dessen Beerdigung teil und wurde noch im selben Jahr durch Papst Innozenz II. offiziell als Hugo II. zum Bischof von Grenoble gewählt.Aurélien Le Coq: La trajectoire des Guigues d'Albon: Réseaux et lieux de pouvoir, Xe–XIIe siècle, in: Florilegium 29 (2012), S. 201–227, hier S. 214.
Episkopat in Grenoble und Vienne Während seiner Zeit als Bischof von Grenoble (1132–1148) trieb Hugo unter anderem die Erweiterungsarbeiten an der Kathedrale Notre-Dame de Grenoble voran. Zugleich war seine Amtszeit weiterhin von Konflikten mit dem aufstrebenden Grafen Guigues IV. d’Albon geprägt. Diese Streitigkeiten spiegelten die angespannte Lage zwischen geistlicher und weltlicher Macht in der Region wider, die bereits unter seinem Vorgänger für Unruhe gesorgt hatte.
Im Jahr 1148 wurde Hugo als Erzbischof nach Vienne berufen. In diesem Amt stieß er jedoch auf den Widerstand der dortigen einflussreichen Cluniazenser und Zisterzienser, was seine kirchenpolitische Position erheblich erschwerte.Giles Constable (Hrsg.): The Letters of Peter the Venerable, Bd. 2, Harvard University Press, 1967, S. 202–203.
Rücktritt und Tod Aufgrund der anhaltenden Spannungen und Differenzen in seinem Erzbistum legte Hugo um das Jahr 1153 (andere Quellen deuten auf 1155 hin) sein Amt als Erzbischof von Vienne nieder. Er verließ Vienne und zog sich als einfacher Mönch in die Chartreuse de Portes zurück, ein Kartäuserkloster im heutigen Département Ain. Dort verstarb er am 6. Mai 1155.Ulysse Chevalier: Regeste dauphinois, ou Répertoire chronologique et analytique des documents imprimés et manuscrits relatifs à l'histoire du Dauphiné, des origines chrétiennes à l'année 1349, Imprimerie valentinoise, Valence 1912–1926.
Literatur Bernard Bligny: Histoire des diocèses de France: Grenoble, Bd. 12, Beauchesne, Paris 1979. Aurélien Le Coq: La trajectoire des Guigues d'Albon: Réseaux et lieux de pouvoir, Xe–XIIe siècle, in: Florilegium 29, 2012, S. 201–227. Giles Constable (Hrsg.): The Letters of Peter the Venerable, Bd. 2, Harvard University Press, Cambridge 1967. Ulysse Chevalier: Regeste dauphinois, ou Répertoire chronologique et analytique des documents imprimés et manuscrits relatifs à l'histoire du Dauphiné, Valence 1912–1926.
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